Schattenfreies Portraitlicht

schattenfreie Ausleuchtung
schattenfreie Ausleuchtung

Die einfachste und wohl auch am meisten verbreitete Methode um ein schattenfreies Portraitlicht zu erlangen ist wohl die, wenn Haupt- und Aufhelllicht jeweils im 45 Grad Winkel zur Person platziert werden und beide gleich stark eingestellt sind. Auf den ersten Blick mag diese volle Ausleuchtung des Gesichts freundlich und angenehm wirken, doch wenn man sich diese Art der Ausleuchtung genauer anschaut ist sie gar nicht mehr so vorteilhaft. Da ja eine gewissse Dreidimensionalität nur durch den bewussten Einsatz von Licht und Schatten vermittelt werden kann, wirkt ein Bild flachgeblitzt wenn die Schatten komplett fehlen. Ohne Schatten geht auch sehr viel an Charakter verloren, das Portrait wirkt in so einem Fall sehr schnell langweilig und gewiss auch unnatürlich weil eine völlig  schattenfreie Ausleuchtung unter normalen Umständen nie vorkommen kann.

 

Auch ich habe am Anfang mit dieser Lichtsetzung fotografiert und mich dann gefreut wenn ich alles so schön ausleuchten konnte - und vielen anderen Fotografen die die ersten Erfahrungen mit Studiolicht machen geht es wohl ebenso. Nach längerer Beschäftigung mit der Fotografie erwacht aber immer mehr der Wunsch nach charaktervolleren Bildern und dem bewussten Einsatz von Licht und Schatten - das was die Fotografie ja eigentlich ausmacht. Man möge mir diese Beurteilung verzeihen, aber Bilder mit dieser Lichtsetzung erinnern mich so etwas an Passbilder oder klassische Bewerbungsfotos und weniger an aussagekräftige Portraits.

 

Besonders unschön und verräterisch für diese Lichtsetzung ist oft auch noch ein absolut unnatürlich wirkender Doppelschatten am Hintergrund. Diesen kann man natürlich mit einem richtig gesetztem Hintergrundlicht entgegenwirken.

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