Fotografieren mit Ringlicht

Ringlicht © Michael Schnabl
Ringlicht © Michael Schnabl

Schon lange schaue ich mir die Fotos an die mit Ringlicht bzw. Ringleuchte erzeugt wurden und war da bisher eher geteilter Meinung was die Ergebnisse betraf. Einerseits entdeckte ich da zwar manche Bilder die in ihrer Gesamtheit cool anzusehen waren, andererseits gab es da auch sehr viele Bilder wo mich der Ringreflex wirklich stark störte.

 

Möglicher Weise brauchte es auch etwas Gewöhnungszeit, denn mittlerweile kenne ich sehr viele Fotografien die mit Ringlicht erstellt wurden die mir wirklich sehr gut gefallen. 

 

Also bei Amazon geguckt wass es da so gibt und fand ein Ringlicht von Walimex um unter 150 Euro welches ganz gute Kundenrezensionen aufwies. Was solls, Ring Licht bestellt und sofort auf einem meiner Workshops ausprobiert. Nun werden sich einige denken warum Ringlicht und nicht Ringblitz - diese Frage lässt sich recht einfach beantworten. Die Ringblitze die zumeist für Makro und Produktfotografie verwendet werden und die man direkt an der Kamera rund ums Objektiv montiert weisen einen zu geringen Durchmesser auf - dieser charakteristische Ringeffekt im Auge wird damit nicht sichtbar - man müsste da schon aus 30 cm Entfernung fotografieren um etwas Ringähnliches im Auge erkennen zu können - diesen Effekt erzielt man also tatsächlich nur mit einem Ringlicht welches einen Durchmesser von ca. einen halben Meter aufweist. Dieses Ringlicht wird in ca. 1m Abstand vom Model positioniert und ist stark genug um mit 200 - 1600 Iso zu fotografieren - je nach verwendeter Blende und Verschlusszeit. Achtung die Verschlusszeit muss bei Dauerlicht klarer Weise kurz genug sein um nicht zu verwackeln.

 

Nun zu meinen Erfahrungen aus dem Shooting selbst - also eins gleich vorweg - es macht einfach unglaublichen Spaß mit Dauerlicht zu fotografieren weil man das Ergebnis, anders als beim Fotografieren mit Blitzlicht, ja wirklich im Sucher sieht. Das Ringlicht im Speziellen hat eine ganz eigene Charakteristik - man könnte es als: "hart und weich zugleich" beschreiben - der Ringreflex im Auge ist sicher Geschmacksache - aber wie schon beschrieben, man gewöhnt sich daran....und wenn die Gesamtkonzeption des Bildes stimmt, passt auch der Lichtring im Auge dazu.

 

Bei dem hier gezeigten Bild habe ich zusätzlich einen entfesselten Aufsteckblitz mit roter Farbfolie verwendet und den Blitz auf einen schwarzen Hintergrund gerichtet - der Blitz stand auf einem Stativ direkt hinter dem Model. Für solche Einsatzzwecke könnt ihr einen günstigen Aufsteckblitz ohne TTL verwenden oder einen gebrauchten, ganz egal welche Marke. Ich persönlich habe sehr gute Erfahrungen gemacht mit den Blitzen von Yongnuo. Funkauslöser mit Empfänger gibt es ab ca. 20 Euro - auch hier nehme ich die billigste Variante von Yongnuo - zuverlässig und völlig ausreichend für diese Zwecke. Mittlerweile hat der Yongnuo Blitz sogar den Funkempfänger für den passenden Auslöser eingebaut. Unter verwendete Geräte findet ihr genau die Geräte mit denen ich hier arbeite und die ich wirklich von ganzem Herzen empfehlen kann.

 

Die Ausleuchtung mit dem Ringlicht erfolgt klarer Weise etwas flach was für Beauty- oder Fashion-Bilder ja gar kein Nachteil ist. Das Licht fällt von vorne nach hinten leicht ab und sorgt so für eine ganz leichte Plastizität.

 

Fazit: Die Investition von ca. 150 Euro für ein günstiges Ringlicht wie z.B. von Walimex lohnt sich auf jeden Fall. Das Ringlicht selbst ist sehr leicht zu handhaben und animiert zu weiteren Lichtexperimenten. Da es ein Dauerlicht ist kann man sehr sorglos drauf los fotografieren - etwas höhere ISO sind allerdings notwendig da die Lichtstärke ganz klar schwächer ist als bei einem Blitz.

 

Verwendete Geräte


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