Fuji X-T2 Erfahrungsbericht / Test

die neu Fuji X-T2 sieht einfach stylisch aus

Das Nachfolgemodel der beliebten Fuji X-T1, die Fuji X-T2 wurde am 07.07.2016 offiziell vorgestellt - ich bekam die Kamera bereits einige Wochen davor um sie gründlich testen zu können - ein Vorserienmodell welches innerhalb des Testzeitraums mit Fimware-Updates ständig verbessert und an die Serienreife heran geführt wurde.

 

Als ich erfuhr, dass ich die Fuji X-T2 noch vor dem offiziellen Vorstellungstermin zum Testen bekomme, war ich schon ziemlich aus dem Häuschen - die Fuji X-T1 hatte mir ja bereits unterwegs und bei Hochzeiten sehr gute Dienste geleistet - immer öfter blieb meine Canon im Studio, vor allem weil ich die Gewichtsersparnis unterwegs sehr zu schätzen lernte. Von der Bildqualität der Fuji Objektive und der X-T1 war ich sofort begeistert, aber es gab für mich noch so ein paar kleine Kritikpunkte von denen ich hoffte,  dass sie mit dem Nachfolgemodell behoben sein würden. Der eine Kritikpunkt war die Geschwindigkeit der RAW-Verarbeitung - wenn man mehrere RAW schoß, dauerte es dann immer ein klein wenig bevor man ein Bild auf den Monitor bekam - der zweite Kritikpunkt war die auf Grund der kleinen Tasten etwas mühselige Verstellung des Fokus-Punktes - bei Portrait-Shootings mit dem Auge am Sucher war das blind fast nicht möglich - nun, ich würde es als Jammern auf hohem Niveau bezeichnen - Dinge die vor allem einen schnellen Workflow betrafen - die Bildqualität, das wertige Gehäuse im edlen Retro-Design und die hervorragende Objektiv-Palette von Fuji fand ich von Anfang an klasse.

Fuji X-T2
Fuji X-T2

Gehäuse/Haptik

Als ich die Fuji XT-2 auspackte und ich sie zum ersten Mal in die Hand nahm fiel mir sofort auf, dass sie etwas größer und schwerer als die XT-1 ist - sie fühlt sich auch noch etwas hochwertiger an - ich hatte sofort den Gedanken: „die XT-1 ist erwachsen geworden“ - das ist nicht einfach ein Nachfolger im selben Gehäuse - da hatte sich einiges mehr getan. Das größere Gehäuse macht die XT-2 zu einer viel ernstzunehmenderen Konkurrentin von klassischen DSLR’s - sie liegt satter in der Hand, es macht noch mehr Spaß sie anzugreifen. Der Joystick erlaubt nun eine super schnelle Verstellung des Fokuspunkts, ohne das Auge vom Sucher zu nehmen - der erste Kritikpunkt war nach ein paar Minuten herum probieren völlig ausgeräumt - Die Einstellräder sind nun etwas höher - gut anzugreifen und ein neuer Mechanismus schützt vor versehentlichem Verstellen. Der Monitor lässt sich mit einem ziemlich ausgefeilten Mechanismus nun auch im Hochformat schwenken - das erlaubt nun das Fotografieren aus völlig neuen Winkeln. Die XT-2 macht den Eindruck noch besser verarbeitet zu sein als die XT-1 - das liegt wohl einerseits am höheren Gewicht, andererseits wohl auch an den Tasten und Einstellrädern die teilweise vergrößert wurden und einen besseren Druckpunkt bzw. bessere Griffigkeit bieten. 

Der neue Joystick an der Fuji X-T2
Der neue Joystick an der Fuji X-T2

Bedienung

 Der Joystick ist für mich das absolute Highlight der Neuerungen - er verbessert die Bedienbarkeit der Kamera enorm und erlaubt nun ein unglaublich schnelles Verstellen des Fokus-Punktes während dem Fotografieren - gerade in der People-Fotografie ein wichtiger Punkt - Das Menü ist neu gestaltet und klar strukturiert und orientiert sich an der ebenfalls dieses Jahr erschienenen X-Pro2 - die vielen Tasten und Einstell-Räder, welche fast alle frei konfigurierbar sind, erlauben es die Kamera genau auf die eigenen Bedürfnisse abzustimmen. Das frei gestaltbare Quick-Menü ist eine weitere Möglichkeit sich die Kamera exakt an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Der Sucher der Kamera ist zur X-T1 nicht mehr gewachsen - was auch nicht notwendig ist, man hatte schon bei der X-T1 das Gefühl auf eine Kinoleinwand zu blicken - er hat aber nun eine höhere Bildwiederholrate - selbst Motive die sich schnell bewegen werden ruckelfrei und und ohne Zeitverzögerung dar gestellt - die Augenmuschel wurde neu geformt, was den Vorteil hat, dass nun kein Streulicht mehr von hinten auf den Sucher fallen kann während man durch blickt - ebenfalls eine Verbesserung die sich vor allem im Outdoor-Fotoalltag bezahlt macht.

 

Geschwindigkeit und Autofokus

Bereits das erste Shooting mit der Kamera räumte meinen zweiten Kritikpunkt völlig aus - das Ding ist wirklich schnell - wow, eine Spiegellose, die gefühlt gleich schnell ist wie meine 5d MKIII - selbst nach einer ganzen Reihe von RAW Aufnahmen sieht man nach einem Druck auf die Wiedergabe-Taste die Bilder ohne Verzögerung,  der Autofokus war ja auch schon bei der XT-1 recht schnell, der Autofokus wie auch die Auslöse-Verzögerung sind nun aber gefühlt noch deutlich schneller geworden - auch der Verfolger-AF wurde deutlich aufgewertet, was die Kamera mit den richtigen Objektiven, nun auch für Sportfotografen interessant macht - ja das Fotografieren macht nun richtig Spaß, der gesamte Workflow läuft spürbar flüssiger und schneller als beim Vorgänger-Modell - richtig schnell, so schnell, dass ich keinen Unterschied zu einer Profi-DSLR erkennen kann.

 

Der größte Vorteil zu einer klassischen digitalen Spiegelreflexkamera, liegt wohl darin, dass die Fokuspunkte bis an den Rand des Bildfelds reichen - ein Verschwenken der Kamera nach dem Fokussieren ist dadurch nicht nötig - das erlaubt ein sehr genaues Arbeiten und ist vor allem bei Nahaufnahmen und Portraits mit offener Blende ein großer Vorteil - zudem bietet die die XT-2 bis zu 325! Fokuspunkte - mehr braucht wirklich kein Mensch. Der Autofokus bietet eine Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten - zusammen mit der hohen Geschwindigkeit ein wichtiger Punkt für Sport- und Wildlife-Fotografen.

 

Bildqualität

Wenn man das erste Mal ein Bild der XT-2 am Rechner öffnet, dann  kann es leicht sein, dass man es fast nicht glauben möchte; denn diese Bildqualität würde man sich wohl eher von einer Vollformat-Kamera erwarten - unglaublich was Fuji aus dem APS-C Sensor Format heraus holt - Die Schärfe legt durch die erhöhte Auflösung, im Vergleich zum Vorgängermodell,  deutlich zu - im Verbund mit den hervorragenden Fuji Objektiven liefert die Kamera eine grandiose Bildqualität auf dem Niveau einer Vollformatkamera. Die Farben sind wie man es von Fuji kennt wehr harmonisch, wirken sehr edel und das Rauschverhalten ist in dieser Sensorklasse einzigartig - selbst aktuelle Vollformat-Kameras sind hier nicht besser. Die Filmsimulationen machen richtig Spaß - der neu hinzu gekommene Acros Filter liefert schwarz-weiß Bilder von unglaublicher Anmut - vor allem für Fotografen die Bilder out of the cam machen möchten, ein besonderer Vorteil.

 

Fazit: 

 

Mit der XT-2 ist es Fujifilm gelungen eine echte Alternative selbst zu hochwertigen DSLR’s zu liefern. Die Kamera liefert mit einem APS-C Sensor eine Bildqualität auf Vollformat-Niveau, ist unglaublich schnell und lässt sich auf Grund der freien Konfigurierbarkeit der vielen Tasten und Einstellräder, sehr gut an die eigenen Bedürfnisse anpassen - das erlaubt eine sehr schnelle und effiziente Arbeitsweise. Alle Kritikpunkte die ich an der XT-1 hatte sind nun behoben - es fällt unglaublich schwer irgend etwas zu finden was man bemängeln könnte. Mit dem neu dazu gekommenen zweiten Karten-Slot ist die Kamera nun auch für Profis eine echte Alternative. Die enorme Gewichtsersparnis gegenüber eines klassischen Spiegelreflex-Systems ist vor allem unterwegs ein enormer Vorteil - zudem sieht die Kamera mit ihrem Retro-Look sehr gut aus, ist sehr gut verarbeitet und gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet. Man hat das Gefühl, dass Fuji die Kamera wirklich für Fotografen gebaut hat, denn all die Wünsche an eine Kamera die sich aus langjährigen Erfahrungen im tatsächlichen Fotografen-Alltag ergeben, wurden erstklassig berücksichtigt - kurz gesagt, es macht einfach Spaß mit der Kamera zu arbeiten und die Ergebnisse die sie liefert sind grandios. 

Beispielbilder

Ein paar Portraits aufgenommen mit der X-T2 unter verschiedensten Bedingungen - Mit Studioblitz, indoor mit natürlichem Licht, outdoor mit natürlichem Licht sowie outdoor mit mobiler Blitzanlage. Diese Bilder sind als RAW aufgenommen in Lightroom entwickelt und mit Photoshop retuschiert.

Ich habe auch recht viele Bilder als Jpg's geschossen - die Jpg-Qualität der Fuji X-T2 ist herausragend - die folgenden Bilder sind als Jpg aufgenommen mit geringfügigen Anpassungen in Lightroom - die Schwarz-Weiß Bilder sind übrigens mit der Acros Filmsimulation aufgenommen.

Zum Rauschverhalten der X-T2 habe ich zusätzlich einen ausführlichen Artikel mit vielen Beispiel-Bildern verfasst.

Eine Galerie mit vielen Beispiel-Bildern der Fuji X-T2 die völlig unbearbeitet sind findet habe ich ebenfalls online gestellt.

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Die Fotoworkshops bzw. Fotokurse von Michael Schnabl und fotopraxis.at finden an verschiedenen ausgewählten Locations in Österreich, Deutschland und anderen europäischen Ländern statt. In den letzten Jahren gab es Workshops in Graz, Wien, Salzburg, Linz, Villach, Andorf, St. Georgen, München, Hamburg, Landshut, Köln, Düsseldorf, Frankfurt, Darmstadt, Berlin, Gent, Prag und Den Haag.