Test - Gaomon M106K Grafik-Tablet

Gaomon M106k © Michael Schnabl

Nach nur etwas über 4 Jahren Einsatzzeit gab vor ein paar Wochen mein Wacom Intuos pro M seinen Geist auf. Etwas ärgerlich, bei einer durchschnittlichen Einsatzzeit von etwa 3 - 4 Stunden in der Woche, erscheint der Preis von ca. 330,- Euro dann fast schon krass. Ohne Grafik-Tablet geht es dann aber auch nicht und so machte ich mich mal an die Recherche was derzeit so am Markt erhältlich ist.

Das Wacom wäre natürlich wieder naheliegend gewesen, aber bei meiner Suche auf Amazon fand ich auch so einige andere vergleichbare Tablets, zu weitaus günstigeren Preisen. Grundsätzlich dachte ich mir, dass ein Artikel, der laut Beschreibung das Selbe leisten soll und das zu einem Viertel oder Fünftel des Preises, auf keinen Fall von selber Qualität sein kann. Nach ein paar Stunden, die ich mit lesen von Tests und dem Ansehen einiger You Tube Erfahrungsberichte verbrachte, bestellte ich mir das Gaomon M106K um unter 70,- Euro, einem Fünftel von dem, was das in etwa gleich große Wacom Intuos M pro kostet. Im schlimmsten Fall könnte ich es ja ganz einfach und unproblematisch an Amazon retour senden.

Gaomon M106k © Michael Schnabl

Die programmierbaren Eingabetasten des Gaomon-Tablets sind besonders gut gelungen und die dazugehörige Software ist absolut selbsterklärend.

Gaomon M106k © Michael Schnabl

Bereits die Verpackung macht einen hochwertigen Eindruck, dieser bleibt auch beim Auspacken bestehen. Das Tablett selbst ist ungefähr gleich groß wie das vergleichbare Wacom. Die Verarbeitungsqualität ist absolut ok, das Wacom ist hier vielleicht einen Ticken besser, vor allem die Gummierung, die man vom Wacom Stift gewohnt ist, geht mir beim Gaomon etwas ab. Das ist aber bereits Jammern auf hohem Niveau, denn die Unterschiede in der Haptik sind eher minimal. Zum Lieferumfang gehören der bereits erwähnte Stift, ein USB-Kabel um diesen aufzuladen, das Verbindungskabel zum Computer und eine kleine Filztasche mit Ersatzspitzen. Damit wären wir auch schon bei den sofort erkennbaren Unterschieden und auch kleinen Nachteilen zum Wacom Tablett - der Stift muss von Zeit zu Zeit aufgeladen werden, das Wacom Gegenstück kommt völlig ohne Stromversorgung aus. In der Praxis bei durchschnittlicher Verwendung genügt es völlig den Stift einmal pro Woche für zwei Stunden aufzuladen. Das Wacom Tablett hat einen eingebauten Akku und lässt sich auch wireless mit dem Computer verbinden, was in einigen Situationen einen Vorteil bringt. Ich persönlich komme auch mit der Kabelverbindung gut zurecht.

Nun, aber wie funktioniert der Preiskracher im täglichen Betrieb, wie spricht der Stift an, wie fein kann man damit arbeiten, ist hier ein großer Unterschied zum Referenz-Tablet von Wacom spürbar? Hier ging ich mit nicht allzu großen Erwartungen an die Arbeit, oder zuerst einmal ans Testen. Hier gab es nun die größte Überraschung, das Tablet spricht genauso gut und sensitiv an wie das fünf mal so teure Wacom und an den nicht gummierten Stift kann man sich gewöhnen, er liegt besser in der Hand als vorerst gedacht. Wow, erster Eindruck war schon mal sehr gut, nun ging es ans Programmieren der Tasten. Die Software ist zumindest hier auf einem Mac unglaublich intuitiv und angenehm zu bedienen und 12 Tasten waren nach kürzester Zeit, genau mit den Funktionen belegt, die ich ständig benötige. Genau dieser Punkt ist für mich besonders wichtig, da ich bei meinen Workshops mit Grafik-Tablet und Laptop arbeite und wenn das Tablet vor dem Laptop liegt, dann sind die Tasten schon recht unbequem zu erreichen. 


Genau diese Tasten, erwiesen sich dann auch als weitaus praktischer als jene vom Wacom Tablet und bei durchdachter Belegung braucht man die Computer Tastatur fast gar nicht mehr während man mit dem Tablet arbeitet.

 

Fazit: Ans Zurückschicken dachte ich bereits nach wenigen Minuten im Betrieb überhaupt nicht mehr. Für derzeit weniger als 70,- Euro bekommt man ein Tablett welches ziemlich gut mit dem Marktführer mithält. Die Haptik des Stifts und die Verarbeitungsqualität insgesamt, ist beim Wacom noch einen Ticken besser. Auch bietet das Wacom die Möglichkeit es kabellos zu verwenden. Die programmierbaren Tasten sind für mich beim Gaomon besser gelöst. Im praktischen Betrieb gewöhnt man sich sehr schnell an den günstigen Herausforderer der die Geldbörse mit einem Fünftel dessen belastet, was das Wacom aktuell kostet und das ist wohl das Hauptargument für das Gaomon M106K.

Blog-Artikel teilen

Kommentar schreiben

Kommentare: 0