PHOTOGRAPHY & WORKSHOP BLOG


Akt im Luftfahrtmuseum mit Noemi Kappel

Bereits zum vierten Mal konnte ich diesen on location Akt-Fotoworkshop im Luftfahrtmuseum Graz veranstalten - vielen Dank an dieser Stelle an August Puchmann, der es immer wieder möglich macht, Workshops an dieser außergewöhnlichen Location anbieten zu können. Trotz Temperaturen weit jenseits der 30 Grad Marke war die Stimmung bei den Teilnehmern ausgezeichnet und unser Model Noemi Kappel, die extra aus Budapest angereist war, bot eine wundervolle Performance. 

 

Die Location sowie die Lichtverhältnisse boten die Möglichkeit, einerseits mit natürlichem Licht zu arbeiten und andererseits einige etwas dramatischere Bilder mit Blitzeinsatz anzufertigen. Seit über drei Jahren verwende ich für Workshops außerhalb meines Studios einen Jinbei HD 610 und einen Jinbei DC1200 II - beide Geräte sind perfekt geeignet für den on-location-Einsatz und ich habe es bis heute nicht bereut, diese deutlich günstigeren Geräte Profoto vorgezogen zu haben.

 

Neue Workshops für 2020 im Luftfahrtmuseum Graz sind bereits in Planung

Landesaward der steirischen Berufsfotografen 2019

Landesaward der steirischen Berufsfotografen 2019

Zum ersten Mal wurde in diesem Jahr von der WKO der Steirische Fotografen-Panther vergeben. Die Berufsfotografen der Steiermark waren im Vorfeld aufgerufen ihre besten Werke von Portrait bis Industrie einzureichen. Insgesamt wurden Landespreise in 11 Kategorien vergeben. 

 

Am 03. Juni 2019 fand die Siegerehrung im Kunsthaus Graz statt. In den drei Kategorien Portrait, Nude sowie Illustration und Composing konnte ich den 1. Platz erringen - in der Kategorie Fashion und Style schaffte ich mit meiner Einreichung Platz 2.

Das Teilnehmerfeld und die Einreichungen waren durchwegs auf höchstem Niveau und so freut es mich umso mehr, dass ich so gut abschneiden konnte. Am 12. Juni 2019 werden die Bundesawards vergeben - mit meinen drei 1. Plätzen bin ich auch für diesen Award nominiert und so freue mich schon voller Spannung auf den Galaabend mit Siegerehrung im Casino Baden.

Meine Einreichungen zum Landesaward 2019

 

Kategorie Portrait - 1. Platz

Kategorie Nude - 1. Platz

Landesaward der steirischen Berufsfotografen - Kategorie Nude - Michael Schnabl - 1. Platz

Kategorie Illustration und Composing - 1. Platz

Landesaward der steirischen Berufsfotografen - Kategorie Illustration und Composing - Michael Schnabl - 1. Platz

Kategorie Fashion und Style - 2. Platz

Couture: Monika Maria Donner / Make up: Franzi Meinunger

Alle Gewinner des Landesawards der steirischen Berufsfotografen der WKO 2019 

 

Michael Schnabl (1. Platz, Kategorie Portrait)

Michael Kainz (1. Platz, Kategorie Wedding)

Michael Schnabl (1. Platz, Kategorie Nude)

Johann Lülik (1. Platz, Kategorie Baby)

Kurt Remling und Robert Sommerauer (1. Platz, Kategorie Business)

Lizz Sator (1. Platz, Kategorie Fashion & Style)

Johann Lülik (1. Platz, Kategorie Architektur)

Andreas Friedl (1. Platz, Kategorie Produkt)

Werner Krug und August Zöbl (1. Platz, Kategorie Industrie)

Werner Krug (1. Platz, Kategorie Food)

Michael Schnabl (1. Platz, Kategorie Illustration & Composing)

Aktuelle Workshops und Kurse mit Michael Schnabl

 

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Fine Art Nude - Workshop Graz

Den Aktworkshop mit Denisa Strakova in Graz kann man wirklich als Erlebnis bezeichnen. Skulpturale Akte sind nur mit sehr wenigen Models möglich, Denisa meisterte diese Herausforderung mit Bravour und zauberte Pose um Pose im Sekundentakt aus dem Ärmel. Zudem sorgten acht super sympathische und hoch motivierte Teilnehmer  für eine wunderbare Stimmung während des Workshops. Mit verschiedenen Licht-Settings, von super simpel mit einem Blitz, bis hin zu ausgefeilten Licht-Aufbauten, wurden die Formen des weiblichen Körpers betont. In dieser Galerie findet ihr Bilder von den Teilnehmern als auch von mir, sowie einige making of's. Viel Spaß beim Betrachten - Fine Art Nude Workshops finden in regelmäßigen Abständen in meinem Grazer Studio statt.

Hier geht's zur Workshop-Übersicht.

Natural Light Portraits - Workshop Graz

Natural Light Portraits Workshop Graz © Michael Schnabl

Sieben sympathische Teilnehmer und zwei hoch motivierte Models machten den Herbsttag mit Kaiserwetter zu einem unvergesslichen Erlebnis. Thema des Fotoworkshops in Graz waren Portraits mit natürlichem Licht. Gemeinsam wurden unter der Anleitung von Michael Schnabl während eines City-Walks Stellen gesucht die sich vom Hintergrund her und vom dort vorherrschenden Licht gut eignen um schmeichelhafte Portraits aufzunehmen. 

In der Bildergalerie befinden sich making of's und natürlich auch einige Ergebnisse von diesem Tag. Den Namen des jeweiligen Fotografen findet ihr in der Bildunterschrift.


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Der perfekte Bildlook mit Alien Skin Exposure

Als ich mich vor etwas über zwölf Jahren wirklich intensiv mit Bildbearbeitung zu beschäftigen begann, war mir sehr schnell klar, dass ein cooler Farblook oder eine erstklassige schwarz-weiß-Konvertierung für den ersten Eindruck eines Bildes von enormer Bedeutung sind. Dieser erste Eindruck, der ist es dann wohl auch, der entscheidend dafür ist, ob man einem Bild einen zweiten Blick gönnt, oder sich sogar länger damit beschäftigt.

Betrachten wir es einmal ganz nüchtern; jeden Tag werden hunderte Millionen von Bildern in Social Media, Foto Communities und Bildagenturen hochgeladen. Tausende Bilder strömen täglich auf uns ein und an wie viele davon können wir uns am nächsten Tag noch erinnern. Eines, zwei oder sogar drei - "normale Fotos" haben da absolut keine Chance. Ein Bild welches in unserer Erinnerung bleibt muss irgend etwas Besonderes haben. Das kann eine atemberaubende Landschaft, ein besonders schöner oder extrem auffälliger Mensch, aber auch ein provokativer Bildinhalt sein. Ein schöner Farblook oder ein eindrucksvolles schwarz-weiß unterstützen ebenfalls die Bildaussage, veredeln ein Foto und erhöhen dessen Wirkung enorm.

Alien Skin Exposure © Michael Schnabl

Lightroom und Photoshop waren sehr schnell meine ständig genutzten Tools in der Bildbearbeitung. Jedoch war ich weiterhin auf der Suche nach einer Software die meinen Wunsch, perfekte Bildlooks zu kreieren, besser unterstützen konnte. Ich kaufte so einige Plug-Ins, lud Unmengen an Presets für Lightroom herunter, aber den edlen Look, so wie ich ihn mir das vorstellte, konnte ich nicht wirklich erreichen. Color Efex, Viveza und Silver Efex aus dem Hause Nik waren dann schon ein Riesenfortschritt und meine Bilder verbesserten sich ganz Enorm durch den Einsatz dieser drei Plug-Ins. 2012 übernahm Google Nik mit dem negativen Nebeneffekt, dass die Software nicht mehr weiter entwickelt wurde. Nun, was das bedeutet, brauch ich wohl nicht weiter zu erklären in einer Zeit in der sich die digitale Welt jeden Tag schneller dreht.

 

Es war denke ich Anfang 2014, als mir ein Freund, der ebenfalls ein international erfolgreicher Fotograf ist Alien Skin Exposure empfahl. Er nutze die Software bei all seinen Bildern um ihnen den letzten Schliff zu verleihen und war total begeistert davon. Ich recherchierte etwas und stellte fest, dass Alien Skin von weiteren Top-Fotografen denen ich folgte, genutzt wurde. Viele dieser Fotografen hatten genau den Farblook bei ihren Bildern den auch ich anstrebte. Eine Testversion von Alien Skin Exposure war flott herunter geladen und ich begann damit zu experimentieren. Ich merkte sehr schnell, dass Exposure die Funktionen mehrerer Plug vereinte und dabei übersichtlich und einfach zu bedienen war. Ich realisierte, dass meine Suche ein Ende hatte und ich mit Exposure endlich ein Plug-In hatte, das genau die Farblooks erzeugen konnte die ich wollte. Im Gegensatz zu Color Efex oder Silver Efex wurde Exposure zudem permanent weiter entwickelt und das derzeit erhältliche Alien Skin Exposure X3 ist mittlerweile auch ein ausgezeichneter RAW-Entwickler mit unzähligen vorinstallierten Presets in Farbe und Schwarz-Weiß. Exposure kann aber noch viel mehr und ersetzt  damit ein ganzes Sortiment an Programmen und Plug Ins die man früher benötigte um Ähnliches zu erreichen. Zudem lässt sich Exposure ziemlich intuitiv bedienen und hat ein absolut attraktives Preis Leistungs-Verhältnis.

Alien Skin Exposure © Michael Schnabl

Exposure hat sich in den letzten Jahren zu einem exzellenten RAW-Entwickler entwickelt und ist dieser Funktion besonders empfehlenswert für User von Fujifilm Kameras, da es aus den Fuji-RAW Daten auch etwas mehr heraus holt als z.B. Lightroom. Mit anderen Kameramarken fehlen mir die Erfahrungswerte, ich denke die Ergebnisse werden ähnlich gut sein. Ich selbst bin gerade dabei meine RAW-Entwicklung fast völlig auf Exposure umzustellen. Der mittlerweile enorme Funktionsumfang von Exposure, der auch Ebenen beinhaltet, macht auch Photoshop in vielen Bereichen überflüssig. Wer auf Verflüssigen, Frequenz-Trennung und Co verzichten kann und keine Compositings kreiert, der findet mit Exposure ein All in One Programm, das kaum Wünsche offen lässt. 

 

 

Mein persönlicher Workflow

 

Nachdem ich die Bilder aus einem Shooting auf meine Festplatte kopiert habe, öffne ich den Ordner mit dem Browser in Exposure. Die Top-Bilder, die ich später bearbeiten möchte, bewerte ich mit fünf Sternen, um sie später schnell wieder zu finden. Wer Lightroom kennt, findet sich in Exposure sofort zurecht, der grundsätzliche Aufbau ist ähnlich, mit dem großen Unterschied, dass Exposure keine Kataloge anlegt, sondern mittels Browser die Ordnerstruktur des Betriebssystems nutzt, wie man es zum Beispiel auch von der Bridge kennt. Das ist ein Punkt den viele begrüßen werden, die sich mit den Katalogen nie anfreunden konnten.

RAW-Entwicklung mit Alien Skin Exposure © Michael Schnabl

Alien Skin Exposure erinnert mit seiner Oberfläche an Lightroom.

Bei der Raw-Entwicklung geht es mir zunächst nur um das Einstellen des Weißabgleichs und kleinere Farb-Sättigungs und Belichtungsanpassungen. Den endgültigen Farblook bzw. die schwarz-weiß Konvertierung mache ich erst ganz zum Schluss.

Hautretusche in Photoshop © Michael Schnabl

Die Hautretusche sowie Verflüssigen mache ich in Photoshop

Zuerst schicke ich das Bild zur Beauty-Retusche an Photoshop wo ich einige Funktionen nutze, die über Exposure hinausgehen. Das wären zum Beispiel der Verflüssigen Filter und auch einige Retusche Methoden wie die Frequenz-Trennung, um eine gleichmäßige Haut zu bekommen. Zusätzlich füge ich in Photoshop zumeist einen anderen Hintergrund ein, bevorzugt eine Textur aus meinen Fine Art Textures Collections. Nach diesen Arbeiten geht es wieder zurück zu Alien Skin Exposure, wo ich den finalen Farblook oder eventuell auch die Schwarz-Weiß Konvertierung vornehme. Dieses Wechseln zwischen den Programmen funktioniert absolut nahtlos und schnell. Ganz besonders liebe ich die Funktion die Wirkung verschiedener Presets vergleichen zu können und natürlich einen der größten Vorteile gegenüber Lightroom, nämlich die Deckkraft zu variieren oder auch mehrere Filter miteinander kombinieren zu können. Wenn es um den finalen Bildlook geht, dann gibt es derzeit denke ich kein Programm, das auch nur annähernd an die Funktionsvielfalt und genialen Looks von Exposure heran kommt. 

Finaler Bildlook mit Alien Skin Exposure © Michael Schnabl

Das Experimentieren mit Bildlooks ist in Alien Skin Exposure besonders intuitiv.

Seit ich Alien Skin Exposure für mich entdeckte, habe ich nach und nach ein Plug-In nach dem anderen deinstalliert, was die Post Produktion für mich deutlich übersichtlicher machte. Exposure ist inzwischen das einzige Programm welches ich neben Lightroom und Photoshop nutze und der finale Look fast aller meiner Bilder trägt die unverkennbare Handschrift dieser genialen Software.

Bildlooks vergleichen mit Alien Skin Exposure © Michael Schnabl

Mit Exposure lassen sich verschiedene Bildlooks bzw. Presets sehr leicht miteinander vergleichen.

Um Alien Skin ausführlich zu testen kann man sich eine kostenfreie Testversion herunter laden!

Einige weitere Beispielbilder bei denen der Bildlook mit Alien Skin Exposure erstellt wurde

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Test - Gaomon M106K Grafik-Tablet

Gaomon M106k © Michael Schnabl

Nach nur etwas über 4 Jahren Einsatzzeit gab vor ein paar Wochen mein Wacom Intuos pro M seinen Geist auf. Etwas ärgerlich, bei einer durchschnittlichen Einsatzzeit von etwa 3 - 4 Stunden in der Woche, erscheint der Preis von ca. 330,- Euro dann fast schon krass. Ohne Grafik-Tablet geht es dann aber auch nicht und so machte ich mich mal an die Recherche was derzeit so am Markt erhältlich ist.

Das Wacom wäre natürlich wieder naheliegend gewesen, aber bei meiner Suche auf Amazon fand ich auch so einige andere vergleichbare Tablets, zu weitaus günstigeren Preisen. Grundsätzlich dachte ich mir, dass ein Artikel, der laut Beschreibung das Selbe leisten soll und das zu einem Viertel oder Fünftel des Preises, auf keinen Fall von selber Qualität sein kann. Nach ein paar Stunden, die ich mit lesen von Tests und dem Ansehen einiger You Tube Erfahrungsberichte verbrachte, bestellte ich mir das Gaomon M106K um unter 70,- Euro, einem Fünftel von dem, was das in etwa gleich große Wacom Intuos M pro kostet. Im schlimmsten Fall könnte ich es ja ganz einfach und unproblematisch an Amazon retour senden.

Gaomon M106k © Michael Schnabl

Die programmierbaren Eingabetasten des Gaomon-Tablets sind besonders gut gelungen und die dazugehörige Software ist absolut selbsterklärend.

Gaomon M106k © Michael Schnabl

Bereits die Verpackung macht einen hochwertigen Eindruck, dieser bleibt auch beim Auspacken bestehen. Das Tablett selbst ist ungefähr gleich groß wie das vergleichbare Wacom. Die Verarbeitungsqualität ist absolut ok, das Wacom ist hier vielleicht einen Ticken besser, vor allem die Gummierung, die man vom Wacom Stift gewohnt ist, geht mir beim Gaomon etwas ab. Das ist aber bereits Jammern auf hohem Niveau, denn die Unterschiede in der Haptik sind eher minimal. Zum Lieferumfang gehören der bereits erwähnte Stift, ein USB-Kabel um diesen aufzuladen, das Verbindungskabel zum Computer und eine kleine Filztasche mit Ersatzspitzen. Damit wären wir auch schon bei den sofort erkennbaren Unterschieden und auch kleinen Nachteilen zum Wacom Tablett - der Stift muss von Zeit zu Zeit aufgeladen werden, das Wacom Gegenstück kommt völlig ohne Stromversorgung aus. In der Praxis bei durchschnittlicher Verwendung genügt es völlig den Stift einmal pro Woche für zwei Stunden aufzuladen. Das Wacom Tablett hat einen eingebauten Akku und lässt sich auch wireless mit dem Computer verbinden, was in einigen Situationen einen Vorteil bringt. Ich persönlich komme auch mit der Kabelverbindung gut zurecht.

Nun, aber wie funktioniert der Preiskracher im täglichen Betrieb, wie spricht der Stift an, wie fein kann man damit arbeiten, ist hier ein großer Unterschied zum Referenz-Tablet von Wacom spürbar? Hier ging ich mit nicht allzu großen Erwartungen an die Arbeit, oder zuerst einmal ans Testen. Hier gab es nun die größte Überraschung, das Tablet spricht genauso gut und sensitiv an wie das fünf mal so teure Wacom und an den nicht gummierten Stift kann man sich gewöhnen, er liegt besser in der Hand als vorerst gedacht. Wow, erster Eindruck war schon mal sehr gut, nun ging es ans Programmieren der Tasten. Die Software ist zumindest hier auf einem Mac unglaublich intuitiv und angenehm zu bedienen und 12 Tasten waren nach kürzester Zeit, genau mit den Funktionen belegt, die ich ständig benötige. Genau dieser Punkt ist für mich besonders wichtig, da ich bei meinen Workshops mit Grafik-Tablet und Laptop arbeite und wenn das Tablet vor dem Laptop liegt, dann sind die Tasten schon recht unbequem zu erreichen. 


Genau diese Tasten, erwiesen sich dann auch als weitaus praktischer als jene vom Wacom Tablet und bei durchdachter Belegung braucht man die Computer Tastatur fast gar nicht mehr während man mit dem Tablet arbeitet.

 

Fazit: Ans Zurückschicken dachte ich bereits nach wenigen Minuten im Betrieb überhaupt nicht mehr. Für derzeit weniger als 70,- Euro bekommt man ein Tablett welches ziemlich gut mit dem Marktführer mithält. Die Haptik des Stifts und die Verarbeitungsqualität insgesamt, ist beim Wacom noch einen Ticken besser. Auch bietet das Wacom die Möglichkeit es kabellos zu verwenden. Die programmierbaren Tasten sind für mich beim Gaomon besser gelöst. Im praktischen Betrieb gewöhnt man sich sehr schnell an den günstigen Herausforderer der die Geldbörse mit einem Fünftel dessen belastet, was das Wacom aktuell kostet und das ist wohl das Hauptargument für das Gaomon M106K.

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Alternative Lighting Equipment

Ringlicht mit Fluoreszenzlampe 75W


LED-Ringleuchte 19Zoll - Netz und Akkubetrieb möglich


Doppel-Ladegerät mit LCD Anzeige + 2 x Akku NP-F550


2 x Akku NP-F550


Ultraleichtes kompaktes Lampenstativ - perfekt für Unterwegs


Günstiger jedoch stabiler Schirm bzw. Blitzneiger inkl. Spigot


Yongnuo YN 360 Lichtstab 

Ultracoole alternative Lichtquelle, erhältlich bei Foto Morgen

 


Cactus V6 II HSS Test

Immer wieder höre und lese ich, dass so mancher sich nicht so ganz für Fuji entscheiden kann weil es für Fuji weniger Unterstützung, vor allem von den bekannten Blitzherstellern gibt - dies vor allem im Hinblick auf HSS und evtl. TTL Übertragung. Nun, es stimmt schon, für Canon und Nikon wird zur Zeit noch bevorzugt Zubehör produziert, wobei man schon recht deutlich merkt, dass Fuji für die Fremdhersteller immer attraktiver wird. Viele bekannte Blitzhersteller wie Profoto oder Elinchrom haben längst eigene Fuji-Auslöser angekündigt.  

 

Im Studio nutze ich ja schon seit längerem Multiblitz Geräte und unterwegs schwöre ich mittlerweile auf den Jinbei HD610 - für diesen gibt es TTL Auslöser mit HSS Funktion für Canon und für Nikon, für Fuji leider nicht. Cactus verspricht mit seinen Auslösern systemübergreifend HSS oder zumindest erzwungenes HSS - TTL hab ich bei externen Blitzen noch nie benötigt, aber HSS macht schon Sinn wenn man einen dramatischen Himmel möchte ohne auf Blende 22 abblenden zu müssen und damit schon deutlich in den Bereich der Beugungsunschärfe zu kommen - natürlich auch dann, wenn man offenblendige Portraits mit Blitz im Freien realisieren möchte ohne einen Graufilter verwenden zu müssen. 

Cactus V6 II HSS Test © Michael Schnabl
Cactus V6 II HSS Test © Michael Schnabl

Also hab ich mir die Cactus Wunderteile gleich mal bestellt - die Lieferung von Amazon dauerte ca. 10 Tage, es war nur mehr ein Stück auf Lager und man benötigt ja zumindest zwei Stück um los legen zu können. Der Cactus V6 II ist Sender und Empfänger zugleich, mittels Schiebeschalter wählt man ob das Gerät als Sender oder Empfänger dienen soll.

 

Der Sender muss erst mal lernen mit welcher Kamera man arbeitet, in meinem Fall erkannte er problemlos alle drei Kameras die ich mit dem System testen wollte - die Fuji X-T2, X-T20 und die X-Pro 2 - der Empfänger wiederum muss den Blitz erkennen, dann lässt sich dieser auch vom Funkauslöser aus steuern - nun, als erstes Blitzgerät nahm ich mir den Nissin i40 vor und geriet dabei fast zum Verzweifeln - der Blitz wurde zwischendurch erkannt, dann wieder nicht, er lies sich zwischendurch normal auslösen ohne, dass die Regelung vom Sender aus funktioniert hätte und dann wieder nicht - irgendwann bekam ich dann die Verbindung doch so halbwegs hin, aber HSS funktionierte bei mir nur mit 1/500 - ok. für diesen Blitz würde ich mir die Cactus-Auslöser nicht kaufen - kann aber auch daran liegen, dass ich kein wirklicher Fan von entfesselten Aufsteckblitzen bin und mir ein vernünftiges portables Blitzgerät einfach lieber ist. Nach der Frustrunde mit dem Nissin folgte der für mich entscheidende Test mit dem Jinbei HD 610, dem Blitz den ich tatsächlich am meisten verwende.

Cactus V6 II mit Fuji X-T2 © Michael Schnabl
Cactus V6 II mit Fuji X-T2 © Michael Schnabl

Um den Jinbei mit dem Cactus-Empfänger zu verbinden benötigt man ein 3,5mm Klinkenkabel, welches leider nicht beigepackt ist - der Empfänger erkannte dann auch sofort, dass dies ein Blitz ist der manuell angesteuert werden muss - am Auslöser "forced HSS" einstellen und am Jinbei ebenfalls den HSS-Mode - bingo, auf Anhieb funktionierten hier die Belichtungen bis zu 1/8000 völlig problemlos - der Jinbei kann sogar noch einige Blendenstufen herunter geregelt werden - lt. Anzeige 5 (grob geschätzt dürften es von der Lichtwirkung her eher echte 3 sein) - hammer, auch herunter geregelt Belichtungen mit 1/8000 kein Problem - kein Anzeichen von irgend einer Abdunklung im unteren Bereich und das blieb auch so nach 50 Testauslösungen - ganz egal ob mit X-T2, X-T20 oder X-Pro 2, der Jinbei HD610 harmoniert perfekt mit den Cactus Auslösern

  1/8000 Belichtungszeit war in mit der Fuji X-T2, X-T20 und auch X-Pro2 und dem Jinbei HD 610 kein Problem © Michael Schnabl
1/8000 Belichtungszeit war in mit der Fuji X-T2, X-T20 und auch X-Pro2 und dem Jinbei HD 610 kein Problem

Nach dem es mit dem Jinbei so gut funktioniert hatte, kam der Walimex Light Shooter an die Reihe. Bei voller Leistung des Blitzes funktionierte HSS ebenfalls bis zu 1/8000 problemlos - allerdings sobald ich die Leistung des Blitzes auch nur um eine Blende reduzierte war bereits 90% vom Bild schwarz - Leistungsregelung funktioniert hier also nur durch Entfernungsänderung vom Blitz zum Motiv - aber zumindest erweitert der Cactusden Light Shooter, um HSS wenn auch etwas eingeschränkt.

 

Die Tests mit einem älteren Walimex VC300 und einem Multiblitz X-Lite - beides reguläre Studioblitzgeräte verlief etwas enttäuschend - es kam zwar bei beiden Geräten kein schwarzer Streifen - auch bei 1/8000 nicht - die Bilder hatten allerdings bei beiden Geräten einen gleichmäßigen hell-dunkel-Verlauf im Bild, und zwar von unten nach oben dunkler werdend - von einem zufriedenstellenden Blitzergebnis kann man da nicht sprechen - wie es technisch zu diesem Phänomen kommt ist mir mir ebenfalls relativ unklar.

 

Zusammenfassung

  • Die Cactus V6 II Funkauslöser -Empfänger sind für Fuji-User oder User anderer Kameramarken für die es keine HSS Auslöser gibt sicher eine gute Lösung, allerdings mit einigen Einschränkungen.
  • Ob HSS tatsächlich und zufriedenstellend funktioniert hängt weniger von der Kamera als vielmehr von den Blitzen ab - im Test funktionierte es mit drei Fuji Kameras, allerdings nicht mit allen Blitzen.
  • Mit dem Nissin Aufsteckblitz konnte ich zwar eine kürzere Verschlusszeit heraus holen - allerdings nur 1/500 - Verbindung war nicht wirklich stabil.
  • mit dem Jinbei HD610 funktionierte HSS absolut fehlerfrei und zwar mit jeder getesteten Kamera - die Blitzleistung lies sich dabei noch herunter regeln!
  • mit dem Walimex Light Shooter funktionierte es ebenfalls sehr gut - allerdings nur mit voller Blitzleistung was sehr lange Nachladezeiten verursachte - aber für Zwischendurch auch eine gute Lösung
  • Mit den Walimex und dem Multiblitz - Studio-Blitzgeräten kam es zu einem seltsamen hell-dunkel-Verlauf im Bild - bedingt funktionerte HSS allerdings - aber keine Empfehlung für diese Kombinationen.
  • lt. Netz funktioniert HSS auch sehr gut mit vielen anderen Blitzen in Verbindung mit den Cactus Auslösern - im Zweifelsfall kommt man nicht darum herum es selbst zu testen
  • Es macht Sinn sich vor Inbetriebnahme eine Bedienungs-Tutorial auf You-Tube anzusehen - nach kurzer Einarbeitungszeit erscheint dann die Bedienung recht logisch und man kommt gut mit den Auslösern klar.
  • Normales manuelles Blitzauslösen ohne HSS funktioniert natürlich mit praktisch allen Blitzen - der Mehrpreis zu günstigen Auslösern lohnt sich allerdings nur wenn man auch wirklich HSS nutzen kann bzw. wenn man mehrere Aufsteckblitze verschiedener Marken steuern will.
© Michael Schnabl

Tipp zur Befestigung des Funkempfängers!

Die meisten Funkempfänger, so auch die von Cactus, haben auf der Unterseite einen Gewindeanschluss - Studioklemmen mit Spigot sowie Gewinde gibt es für ein paar Euro z.b. bei Amazon -  damit kann man auf relativ elegante Weise die Funkempfänger stabil und einfach ans Lampenstativ anklemmen. Auch sonst erweisen sich diese Klemmen immer wieder als praktisch.



Eine sehr gute Bezugsquelle für Jinbei Blitze und Lichtformer mit herausragendem Service ist Foto Morgen.


Fujifilm X-T20 Erfahrungsbericht

Fuji X-T20 with XF 27mm © Michael Schnabl
Fuji X-T20 with XF 27mm © Michael Schnabl

Die Fuji X-T10 galt als die Mini-Version der X-T1 und war der Verkaufsschlager des Fujifilm X-Kamera Sortiments - seit kurzem ist nun der Nachfolger am Markt und auf den ersten Blick, bis auf die Modellbezeichnung kaum von der X-T10 zu unterscheiden. Wenn man sich näher mit der Kamera beschäftigt merkt man sehr schnell, dass unter dem fast unveränderten Gehäuse fast alles neu und gegenüber dem Vorgänger konsequent weiterentwickelt und verbessert ist. Ich hatte die Gelegenheit die Kamera auf einem Kurztrip nach Slowenien ausführlich im Praxiseinsatz zu testen.

Die perfekte Reisekamera

Was als erstes auffällt sind die kompakten Abmessungen der Kamera - das Gehäuse hat sich zur X-T10 praktisch nicht geändert und das ist auch gut so. Die meisten Änderungen fanden also unter der Oberfläche statt und hier ist fast alles neu und verbessert worden - Fuji horcht wie kein anderer Hersteller auf die User seiner Kameras und geht merkbar auf Verbesserungsvorschläge und Anregungen ein. Eine kleine Änderung bei den Tasten auf der Rückseite fällt allerdings sofort auf - sie lassen sich nun deutlich besser erfühlen und das Verstellen des Fokus-Punktes klappt dadurch deutlich besser als noch beim Vorgängermodel oder der X-T1 - eine winzige Kleinigkeit, die aber die Handhabung entscheidend erleichtert. Zurück zur Größe, oder besser gesagt zur Kompaktheit der Kamera - in den letzten Jahrzehnten hab ich mich mit den verschiedensten analogen und digitalen Spiegelreflexkameras auf Reisen abgeschleppt, ich wollte ganz einfach die bestmögliche Bildqualität und spiegellose Kameras, die die vorherrschende Meinung, dass die größere Kamera die besseren Bilder macht ad absurdum führten, gab es bis vor ein paar Jahren noch nicht.

 

Die Fuji X-T20 hat in etwa das Volumen von zwei Zigarettenschachteln, klein genug um gemeinsam mit dem 27mm Pancake in eine größere Jackentasche zu passen - auf jeden Fall belastet sie kaum wenn sie umgehängt ist und sie passt in jede noch so kleine Tasche mit hinein. Auf Reisen will ich einfach so wenig wie möglich mitschleppen - Übergepäck auf Flügen gehört mit dieser Kamera auf jeden Fall der Vergangenheit an. Mit einer kleineren Kamera hat man an vielen Orten auch weniger Probleme zu erwarten - man geht als ganz normaler Tourist durch; unbemerkte Street-Fotos gelingen dadurch ebenfalls leichter - in den vergangenen Jahren hatte ich öfters das Problem mit einer großen Spiegelreflexkamera, dass man mich damit als professionellen Fotograf sah und eine Fotografier-Genehmigung von mir verlangt wurde - in Dubai führte das zweimal zu höchst unangenehmen Situationen. 

 

Im Vorjahr war ich noch der Meinung, dass die X-T2 als Reisekamera bereits perfekt ist - in den paar Tagen in Slowenien musste ich meine Meinung revidieren - die X-T20 liefert mir die gleiche Bildqualität bei deutlich kleinerer Gehäusegröße und weniger Gewicht - damit ist sie für mich eine zumindest ebenso gute Kamera für unterwegs.

 

Für welche Einsatzzwecke eignet sich die X-T20

Nun, die kompakten Abmessungen sind in vielen Bereichen von großem Vorteil - die Kamera ist eine perfekte Reisebegleiterin, ist sehr gut geeignet für Street-Photography, sie eignet sich wunderbar für Produkt- und Food-Photography und ist auf Grund des schnell aktivierbaren Vollautomatik-Modus und der leichten Bedienbarkeit eine Kamera für die ganze Familie mit exzellenter Bildqualität. Wer allerdings mit langen Brennweiten, d.h. größeren Teleobjektiven fotografiert wird wahrscheinlich auf Dauer weniger Freude haben - eine Kamera für Sport und Wildlife-Photography ist die X-T20 daher eher nicht - auch für den überwiegenden Studioeinsatz ist sie nicht gebaut, obwohl sie hier ebenfalls hervorragende Ergebnisse abliefert, hier liegt aber die X-T2, vor allem mit Batteriegriff, doch deutlich besser in der Hand. 

 

Die kompakte Größe macht die Fuji X-T20 zur idealen Reisekamera © Michael Schnabl
Die kompakte Größe macht die Fuji X-T20 zur idealen Reisekamera © Michael Schnabl

Ausstattung und Funktionen

Es ist schon erstaunlich was Fuji alles in das kleine Gehäuse gepackt hat - die kompakte Systemkamera begeistert mit ihrem Funktionsumfang und wird ihrem Ruf als verkleinerte X-T2 auch durchaus gerecht wenn man mit ein paar kleinen Einschränkungen leben kann. Wie man es schon von anderen Kameras aus dem X-System kennt, lässt sich fast jede Taste individuell konfigurieren und auch das Quick-Menü lässt sich beliebig zusammen stellen - somit hat man die Möglichkeit, die Kamera sehr genau an seine eigenen Bedürfnisse anzupassen; ein Punkt den ich an den Fujis besonders schätze. Der Sucher ist etwas kleiner als bei der XT2, in der Praxis erwies er sich aber als absolut ausreichend - die Qualität des Sucherbilds ist tadellos. Der Monitor ist nach oben und unten schwenkbar - einen um 3 Achsen schwenkbaren Monitor wie bei der größeren Schwester bekommt man aber nicht; dafür ist er allerdings als Touchscreen ausgeführt was wiederum die X-T2 nicht bieten kann. Es gibt noch ein paar weitere Unterschiede zur größeren X-T2 - die X-T20 hat nur ein Speicherkarten-Fach und das unterstützt den schnellen UHS-II Standard nicht - damit ist die Kamera bei der Bildabspeicherung langsamer als die X-T2 was für die meisten Einsatzbereiche aber ohne Belang ist - bei Serienaufnahmen ist auf Grund dieses Umstands aber etwas schneller Schluss. Auch der gegenüber den Fuji-Spitzenmodellen fehlende Joystick lässt sich verschmerzen, zumal die Tasten zur Fokus-Punkt-Verstellung ja nun deutlich besser zu bedienen sind. Der einzige Punkt der allerdings vor allem beim Einsatz als Reisekamera abgehen könnte ist, dass die X-T20 nicht gegen Spritzwasser abgedichtet ist. 

 

Nun, dass die Kamera nicht alles kann was die deutlich teurere X-T2 zu bieten hat ist eigentlich klar - im tatsächlichen Einsatz unterwegs ging mir eigentlich nichts ab - auch einen leichten Regen hat die Kamera bereits völlig unbeschadet überstanden. Jedoch hat die X-T20 auch eine Funktion, die man bei den Fuji-Flaggschiff-Modellen vergeblich sucht - mittels eines kleinen Hebels kann man in den Vollautomatik-Modus wechseln, der dann auch so einiges an Motivprogrammen bereithält - stellt man den Hebel zurück, ist man wieder exakt bei den selben Einstellungen die man zuvor hatte - ein Funktion, die das kleine High-End-Wunderwerk auch zur Familienkamera macht. Auch sonst bleiben bei der Ausstattung kaum Wünsche offen - neben den genialen Fuji-Filmsimulationen mit denen sich perfekte JPG's out of the cam realisieren lassen, kann man sich verschiedenste Arten von Aufnahmereihen konfigurieren, Schwenkpanoramen erstellen oder auch in 4K filmen - alle technischen Daten findet ihr auf der Herstellerseite.

 

Geschwindigkeit / Autofokus

Hier lässt das kleine Schmuckstück eigentlich keine Wünsche offen, sieht man von den begrenzten Serienbildern am Stück, durch den langsameren Speicherkarten-Standard ab. Sofort nach dem Einschalten ist die Kamera betriebsbereit, der Autofokus, den sie von der X-T2 hat, reagiert selbst bei weniger Licht schnell und treffsicher - eine Auslöse-Verzögerung ist subjektiv nicht wahrnehmbar - das macht sie zu einer sehr guten Schnappschuss-Kamera, das kleine Gehäuse unterstreicht diesen Anspruch. Geschwindigkeit und kompaktes Format sind auch im Bereich der Street-Photography von enormen Vorteil - ein Fotografie-Bereich der bei mir mit der Reisefotografie Hand-in-Hand geht. Mit 91 bzw. 325 Autofokus-Messfeldern die bis ziemlich an den Rand reichen und vielen Konfigurations-Möglichkeiten hält das Autofokus-Modul der X-T20 mit den meisten Profi-Klasse-DSLR's ganz gut mit - den meisten Kameras im selben Preissegment ist der Autofokus deutlich überlegen.

 

Bildqualität / Rauschverhalten

Die X-T20 hat den gleichen Sensor wie die Premium APS-C Kameras von Fuji - den 24MP X-Trans 3 Sensor - dieser Sensor liefert eine unglaubliche Bildqualität und in Verbindung mit den Filmsimulationen von Fuji auch extrem angenehme Farben - die Schärfe die in Kombination mit den erstklassigen Fuji XF-Objektiven erzielt wird ist immer wieder unglaublich für mich.  Da das Wetter in Slowenien am zweiten Tag recht regnerisch war, habe ich zumeist höhere ISO-Stufen benutzt - bis 1600 ISO ist die Bildqualität exzellent - bis 3200 ISO sehr gut - nun, wer schon mit einer X-T2 oder X-Pro2 fotografiert hat kennt das - in dieser Preisklasse, von knapp 900 Euro für den Body, gibt es derzeit denke ich, keine einzige Kamera die mit dieser Bildqualität und diesem hervorragenden Rauschverhalten mithalten kann. Das ist wahrscheinlich auch die allergrößte Stärke der X-T20 - eine unglaublich gute Bildqualität mit herausragendem Rauschverhalten in einem kleinstmöglichen Gehäuse zu einem leistbaren Preis.

 

Empfehlenswerte Objektive für die X-T20

Eine kleine Auswahl an Fuji-Objektiven die für mich perfekt zu dieser Kamera passen.

Wer das Fuji XF 18-55mm f/2.8-4.0 LM OIS noch nicht sein eigen nennt, sollte die Kamera unbedingt im Kit mit diesem Objektiv kaufen - es ist denke ich das schärfste Kit-Objektiv das es gibt und besitzt zusätzlich einen gut funktionierenden Stabilisator. Ich habe vor allem auf Reisen schon eine Unzahl an Bildern mit dieser Ausnahme-Kit-Linse gemacht und bin nach wie vor beeindruckt von der Abbildungsleistung. 

 

Das XF 27mm 2.8 Pancake ist für mich das absolute must-have zu dieser Kamera - es passt nicht nur von der Größe her perfekt zu ihr, die Kamera sieht in Kombination mit diesem Objektiv auch richtig klasse aus. Für Street und Reportage eine perfekte Kombination die wirklich Spaß macht.

 

Mit dem XF 14mm f/2.8 R hat man einen großartigen Partner wenn es um Architektur und Landschaft geht - das Objektiv ist unglaublich gut korrigiert, es verzerrt also fast überhaupt nicht und passt größenmäßig ebenfalls sehr gut zur Kamera.

 

Portraits gelingen besonders gut mit dem neuen XF 50mm f/2.0 R WR - ebenfalls relativ kompakt und mit einer herausragenden Abbildungsleistung gelingen mit dieser Optik schöne Freistellungseffekte.

 

Fazit

Diese Kamera macht vor allem eines - Bilder mit einer bestechenden Qualität - dazu kommt der große Fun-Faktor, es macht ganz einfach Spaß mit dieser Kamera zu fotografieren. Vor allem unterwegs spielt sie ihre großen Vorteile aus, wenn man Bilder von höchstem Niveau möchte und sich dabei aber nicht halb zu Tode schleppen will. Vom Funktionsumfang her kann sie mit jeder Top-DSLR mithalten - die Ausstattung ist gegenüber den Fuji-Spitzenmodellen leicht abgespeckt, wirklich vermisst habe ich für Street und Reisefotografie aber nichts - wenn man einen Wunsch für die nächste Generation dieser Kamera äußern dürfte, dann wär meiner, ein abgedichtetes Gehäuse um absolut sorgenfrei unterwegs sein zu können. Die kurze Einschaltzeit in Verbindung mit einem hervorragenden und schnellen Autofokus machen die Kamera auch Schnappschuss-tauglich - das geniale Konzept für die Vollautomatik stellt sicher, dass die ganze Familie mit dem kleinen Wunderwerk gut zurecht kommt. Das umfangreiche und ausgezeichnete Objektiv-Sortiment und unglaublich viele Produkte von Fremdfirmen, die mittlerweile eine Riesenfülle an Zubehör für die Fujis herstellen, sorgen für die Möglichkeit, die Kamera für jeden Zweck zu erweitern, oder mit hübschen Accessoires  zu verschönern. Ja und ganz zum Schluss noch etwas was zwar jeder sieht, ich aber ebenfalls für einen wichtigen Punkt halte - die X-T20 ist wie die meisten Fujis eine ausgesprochen stylische Cam - nicht nur ein nüchternes Werkzeug, sondern ein Schmuckstück, das man gerne mitnimmt.

 

Beispielbilder

Die Bilder der ersten Galerie sind als RAW aufgenommen und mit Lightroom entwickelt - weiter unten befindet sich noch eine Galerie mit JPG's straight out of cam - bei allen Bildern stehen die EXIF-Daten dabei.

Die Bilder der folgenden Galerie sind JPG's straight out of cam; sie wurden nur fürs Internet etwas verkleinert.

Zu guter Letzt, noch ein paar Zubehör-Tipps ...


Der Cactus V6II Funkauslöser und Empfänger ermöglicht HSS mit einer Vielzahl an Aufsteckblitzen, mobilen Blitzsystemen und sogar Studioblitzen - die erste Wahl für all jene die mit kurzen Verschlusszeiten blitzen möchten. 



Der Drahtauslöser-Anschluss der meisten Fujis ermöglicht es den Auslöse-Knopf zu verschönern - gibt auch ein besseres Gefühl beim Fotografieren - diese Knöpfe gibt es in den verschiedensten Farben und Ausführungen.



Ich liebe dieses Teil - nicht nur, dass ich zwei Akkus damit zur selben Zeit aufladen kann, im Display wird auch der Ladezustand der Akkus angezeigt.



Die Bücher von Rico Pfirstinger sind für mich die erste Wahl wenn es um Fuji-Kameras geht. Der Inhalt geht weit über die Bedienungsanleitung hinaus und ist gut lesbar sowie verständlich erklärt. Für alle die das Maximum aus ihrer Fuji heraus holen möchten.



People & Portrait - Workshop Wien März 2017

People & Portrait Workshop Wien © Michael Schnabl
People & Portrait Workshop Wien © Michael Schnabl

Das erste Mal gab es den Workshop "People & Portrait" direkt in Wien und es war auch der die erste Veranstaltung von mir im neu bezogenen Wiener Gemeinschaftsstudio. Am Vortag des Workshops habe ich noch eine Wand in grau gestrichen, als perfekten Hintergrund für meine Art von Portraits und perfekte Ausgangssituation für eingefügte Hintergründe. Das neue Studio mit seinen hohen Räumen stellte sich als perfekte Location für den Workshop heraus. Neben ein wenig Theorie und Tipps für die Bildbearbeitung wurde natürlich auch wieder ausreichend fotografiert - Theresa und Lena, unsere beiden Workshop-Models legten eine tolle Leistung hin und wie ihr an den Bildern sehen könnt, war das Niveau der Teilnehmer diesmal auf einem besonders hohen Niveau. Natürlich hatten wir auch jede Menge Spaß, die zwei Tage vergingen wie im Flug - ich freu mich schon ganz gewaltig auf meinen nächsten Workshop in Wien.  

 

Alle aktuellen Workshop-Termine findet ihr hier.

Fuji X70 - Test - Erfahrungsbericht

Fujifilm X70 © Michael Schnabl
Fujifilm X70 © Michael Schnabl

Es werden sich jetzt sicher einige fragen - warum schreibt jemand einen Test bzw. Bericht über eine Kamera deren Produktion eingestellt ist? - nun, ich habe mir selbst diese Frage gestellt, aber zum Einen gibt es noch Restbestände bei vielen Händlern und zum Anderen ist es die Kamera ganz einfach wert, ein paar Worte darüber zu schreiben.

 

Als ich die X70 vor fast einem Jahr das erste Mal sah, war ich auf Anhieb von ihrem edlen kompakten Design fasziniert - für mich ist sie auch nach wie vor die hübscheste Edelkompakte in dieser Preisklasse - zugegeben, mit knapp 700 Euro reißt sie schon ein gewisses Loch in die Brieftasche, um weniger Geld bekommt man schließlich auch schon eine Einstiegs-Spiegelreflex-Kamera samt zoom-barem Kit-Objektiv. Die Fuji X70 kommt da schon recht puristisch rüber - ohne Sucher und mit einer Fix-Brennweite - eine Spiegelreflex- oder Systemkamera will sie aber auch gar nicht sein, sondern ein Schmuckstück, das man immer dabei hat, mit grandioser Bildqualität.

 

Ausstattung

Wer unbedingt einen Sucher braucht, vorwiegend Portraits fotografiert und sich unmöglich mit nur einer Brennweite zufrieden geben kann, der findet in der X70 ganz sicher nicht die richtige Kamera - ich selbst nutze sie als Kamera für unterwegs, für den Stadtbummel für ein schnelles Gruppenfoto mit Freunden, im Urlaub wenn ich mich nicht mit einem Fotorucksack abschleppen will - sie ist ganz einfach fast immer dabei und liefert bei weitem bessere Bilder als dies mit einem Smartphone oder einer gängigen Kompaktkamera möglich wäre. Selbst diese Kleine hat einen Blenden-Ring wie man es von Fuji gewohnt ist - das macht ganz einfach Spaß beim Fotografieren - und ein Rad für die Belichtungskorrektur sowie ein weiteres für die Belichtungszeit auf der Kameraoberseite - somit sind die wichtigsten Einstellungen direkt und schnell erreichbar. Der Monitor lässt sich nach unten und nach oben neigen - nach oben sogar um 180 Grad, das macht sie zur perfekten Selfie-Cam - eine Funktion, die ich an einer Kamera dieser Art sehr schätze und die auch immer wieder gebraucht wird. Ach ja, natürlich ist es ein Touch-Screen - macht das Festlegen des Fokus-Punktes sehr einfach - man kann sogar mittels Touch-Funktion auslösen - mir persönlich ist der gute alte Auslöse-Knopf lieber - aber man kann es sich in dem Fall aussuchen. Im Prinzip hat man über Menü, Quick-Menü und Direkt-Zugriffstasten die selben Funktionen wie mit einer X-T1, es ist auch der selbe Sensor verbaut und die Kamera verfügt über einen vollwertigen Blitzschuh. Die Kamera lässt sich voll manuell, in den bekannten Halb-Automatiken oder auch vollautomatisch bedienen - will man schnell in den Vollautomatik-Modus reicht es einen kleinen Hebel zu bedienen - stellt man ihn zurück, ist man wieder exakt bei den Einstellungen die man vorher hatte - eine in der Praxis unglaublich nützliche Funktion. Die X70 lässt sich durch das intelligente Bedien-Konzept sehr schnell bedienen, der Autofokus ist ausreichend schnell und die Auslöse-Verzögerung gefühlt nicht wahrnehmbar.

 

Für viele mag die Festbrennweite, die auf Kleinbild gerechnet 28mm entspricht, ein Grund sein die Kamera nicht zu kaufen, für Puristen wiederum macht vielleicht gerade das den Reiz aus. In der Praxis erweist sich die Brennweite als perfekt für die Urlaubsreportage oder den City-Trip. Als Besonderheit kann man ein Digitalzoom wählen, welches die Bilder dann kameraintern wieder auf die selbe Bildgröße rechnet - so zwischendurch ein nettes brauchbares Feature.

Bildqualität

Der APS-C Sensor der Kamera gehört nach wie vor zu den Besten, auch wenn 16Megapixel nicht nach übermäßig viel klingen - wer nicht plant die Bilder aufwendigst zu bearbeiten oder Drucke von 1 Meter Größe in Fine-Art-Print Qualität anfertigen möchte, der findet ganz locker damit sein Auslangen. Der X-TransII Sensor, der unter anderem auch in der Fuji X-T1 verbaut wird ist zudem extrem rauscharm auch in hohen Empfindlichkeitsstufen - bis 2500 ISO lässt sich die Kamera bedenkenlos verwenden - bei den meisten APS-C Kameras von Nikon oder Canon lässt die Bildqualität bei schlechten Lichtverhältnissen schon spürbar früher nach.

 

Die verbaute Festbrennweite erinnert ein wenig an das XF 18mm Pancake - sie liefert recht gute Auflösungswerte aber halt nicht so ganz das, was die meisten anderen Fuji-Linsen bringen - mit dem verbauten Sensor wäre noch ein klein wenig mehr möglich - aber, das ist Jammern auf sehr hohem Niveau - die Kamera liefert definitiv und deutlich erkennbar auch mit diesem Objektiv eine bessere Bildqualität als eine Einstiegs-Spiegelreflexkamera mit Kitobjektiv von z.B. Canon oder Nikon.

 

Die Farbdarstellung ist, wie man es von Fuji gewohnt ist einzigartig und lässt sich mittels Filmsimulationen, die individuell konfigurierbar sind, sehr gut an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

 

Fazit

Die Fuji X70 liefert dank großem Sensor, eine beeindruckende Bildqualität bis in hohe ISO-Stufen, in einem stylischen besonders kompakten Gehäuse. Sie ist dadurch die perfekte Zweitkamera für ambitionierte Fotografen und auch Profis, wird aber auch Gelegenheits- oder Urlaubsknipser, die auf hohe Bildqualität wert legen begeistern. Das wohl durchdachte Bedien-Konzept und das Retro-Design machen einfach Spaß und durch ihre Kompaktheit ist sie ganz einfach immer dabei - wer allerdings auf einen Sucher nicht verzichten will und bevorzugt Portraits fotografiert,  sollte sich eher eine Systemkamera zulegen - die X-T10 oder der Nachfolger X-T20 sind ein klein wenig größer bieten aber die Möglichkeit das Objektiv zu wechseln und einen großen hochwertigen Digitalsucher.

 

Anmerkung

Die Produktion der Fujifilm X70 wurde eingestellt weil Sony die Produktion des 16MP Sensors stoppte - lt. Fuji Rumors kommt noch in diesem Jahr ein Nachfolgemodel für die X70 auf den Markt - dann wahrscheinlich mit dem X-TransIII sensor den wir aus der X-T2 oder X-Pro2 kennen - wünschenswert wäre dies auf jeden Fall, derzeit ist es mal ein Gerücht - im Herbst wissen wir sicher mehr.

 

Beispiel-Bilder aufgenommen mit der Fuji X70

Fine Art Portrait Workshop in Villach

Fine ArtPortrait Workshop in Villach © Michael Schnabl

Erstmalig fand der Workshop Fine Art Portrait im wunderschönen Villach statt - zu Gast bei Simone Attisani, einem der bekanntesten Kärntner Fotografen.

 

Im Studio von Simone fühlt man sich auf Anhieb wohl, ein Hauch von Italien und südländischem Flair liegt über allem und die herzliche Art des Italieners verbreitet eine vertraute angenehme Atmosphäre. Aber nicht nur unser Gastgeber sorgte für internationale Anmutung - unser erstes Model Lisa Ivanova kommt aus der Ukraine, Federica Martinazzo, unser Model für den zweiten Shooting-Part hat italienische Wurzeln und Sauro Pezzolla, der für das perfekte Make up und Hairstyling sorgte, ist ebenfalls Italiener. Die Nähe zu Italien spürt man in Villach einfach überall - so machte der Workshop besonders viel Spaß, weil ein wenig Urlaubsfeeling mit dabei war. Der Workshop war wieder ausgebucht, diesmal waren sogar zwei überaus sympathische Teilnehmer aus dem Ländle dabei - wie üblich wurde am ersten Tag an zwei verschiedenen Sets fotografiert und der zweite Tag stand ganz im Zeichen der Bildbearbeitung. 

 

Ich wünsch euch viel Spaß beim Betrachten der Making of's und der ersten Ergebnisse des Workshops - ich selbst freu mich schon auf das nächste Event bei Simone - sobald es einen Termin gibt, findet ihr ihn wie üblich neben den anderen Fotoevents in der Workshopübersicht.

Fujifilm GFX 50S - erste Eindrücke

Seit 2015 gab es immer wieder Gerüchte Fujifilm würde an einer Mittelformat-Kamera arbeiten - nichts konkretes, aber es wurde immer wieder darüber spekuliert. In der ersten Hälfte von 2016 verdichteten sich diese Gerüchte, um dann wieder von anderen, die völlig glaubhaft vertraten, dass es für Fuji keinerlei Sinn machen würde, in einem insgesamt rückläufigen Kameramarkt ein solches Wagnis einzugehen, ersetzt wurden. Im Sommer 2016 hatte man eher das Gefühl, dass von Fuji in absehbarer Zeit, keinerlei Kamera im Mittelformat-Segment zu erwarten sei. Dann plötzlich, ein paar Tage vor der Photokina tauchten plötzlich wieder Gerüchte zum Fuji Mittelformat-System auf, die täglich konkreter wurden und pünktlich zum Start der Photokina 2016 wurde die Fujifilm GFX 50S offiziell vorgestellt. Fuji hatte es tatsächlich geschafft die Entwicklung des Mittelformat-Systems über zwei Jahre geheim zu halten. Ich kann mich nicht erinnern, dass jemals bei irgendeiner anderen Kamera im Vorfeld so wenig nach außen drang ... 

Auf der Photokina 2016 hatten die Besucher dann erstmalig die Möglichkeit die Kamera samt Objektiven in der Glasvitrine zu betrachten - für den normalen Besucher gab es keine Möglichkeit die Kamera auch mal in Händen zu halten. Hinter den Kulissen durften Händler, Vertreter der Presse und X-Photographer die Kamera auch kurz probieren - so hatte auch ich die Gelegenheit die Kamera zu diesem Zeitpunkt erstmals in Händen zu halten und einige schnelle Testfotos zu machen. Was sofort auffiel war das Bedien-Konzept, mit dem man sich sofort zurechtfand wenn man bereits mit einer Kamera aus dem X-System fotografiert hatte, die für eine Mittelformat-Kamera kompakten Abmessungen und nach ein paar Testfotos mit 12.800 ISO, das unglaublich gute Rauschverhalten. 

 

Kurz vor Weihnachten 2016 bekam ich dann ein Vorserien-Modell mit drei Objektiven zugeschickt um die Kamera etwas eingehender testen zu können. Im folgenden habe ich meine ersten Eindrücke und Gedanken zu der Kamera zusammen gefasst - einen ausführlichen Test werde ich erst schreiben wenn ich die Gelegenheit bekomme ein finales Model ausführlich zu testen und wenn wenn auch die RAW-Files von Lightroom unterstützt werden.

 

Größe und Gewicht

 

Nun, die Fuji GFX ist deutlich kleiner und leichter als die bekannten Spiegelreflex-Mittelformat-Modelle von Hasselblad, Phase One oder Pentax, aber größer als die ebenfalls spiegellose Hasselblad X1D. Von Gewicht und Größe her kann man die Fuji mit einer Canon 5D oder Nikon D810 vergleichen - die 5D ist sogar noch etwas schwerer - man bekommt also nun Mittelformat-Qualität in der Größe einer klassischen Kleinbild-Spiegelreflex-Kamera. Zum Vergleich hab ich die Fuji GFX mit montiertem 63mm Objektiv (entspricht nach Einberechnung des Crop-Faktors von 0,79 in etwa 50mm in KB) neben meine Canon EOS 5DSr mit 50mm Sigma Art Objektiv gelegt - in dieser Kombination ist die Fuji doch deutlich kleiner und leichter und das bei einem 1,7 fach so großen Sensor.

Größenvergleich Fujifilm GFX 50S und Canon EOS 5DSr © Michael Schnabl
Größenvergleich Fujifilm GFX 50S und Canon EOS 5DSr © Michael Schnabl

Bei längeren Brennweiten sind die Objektive für das Mittelformat-System natürlich größer wenn man sie mit Objektiven mit selbem Wirkungsgrad für das Kleinbild-System vergleicht, das ist rein rechnerisch auch gar nicht anders möglich.

 

Verarbeitung

Die GFX ist excellent verarbeitet wie man das eben von Fuji gewohnt ist, das Gehäuse ist gegen Staub und Spritzwasser geschützt. Die Kamera macht einen äußerst soliden Eindruck, man traut ihr auch ganz locker Außeneinsätze unter raueren Bedingungen zu.

 

Ergonomie und Bedienung

Durch den wulstigen Griff liegt die GFX sehr gut in der Hand und ist mit allen drei Objektiven (63mm, 120mm und 32-64mm) die ich testen konnte, ausgezeichnet ausbalanciert. Die kompakten Abmessungen erlauben ein entspanntes Fotografieren aus der Hand. Alle wichtigen Einstellungen lassen sich mittels Knöpfen und Rädern schnell und direkt vornehmen, auch das kennt man ja schon aus der bisherigen X-Serie. Hier liegt wohl auch der allergrößte Unterschied zur Hasselblad X1D, die sehr menülastig ist und daher auch nicht so schnell und bequem zu bedienen. Man findet sich auf der GFX sofort zurecht, alle Bedienelemente erscheinen logisch angeordnet und leicht erreichbar. Das zusätzliche Schulter-Display informiert über alle vorgenommenen Einstellungen und das sogar um ausgeschaltetem Zustand. Einzig den etwas kleinen Knopf für die Belichtungskorrektur hätte ich mir etwas größer gewünscht - das von mir bereits lieb gewonnene Rad für die Belichtungskorrektur der anderen Kameras aus dem X-System musste hier eben dem vorher erwähnten Schulter-Display weichen. 

 

Die Menüstruktur kennt man ja schon von der X-T2 oder X-Pro 2 - das Quick-Menü kann wie bei den anderen Fuji-Kameras individuell angepasst werden, es gibt die selben Filmsimulationen - ja, alle die schon mit dem X-System gearbeitet haben, finden sich mit der GFX sofort zurecht.

 

Ausstattung

Ein in drei Achsen schwenkbarer hochauflösender 3,2 Zoll Touchscreen, ein abnehmbarer großer Sucher, viele Direktzugriffstasten und Einstellräder für alle wichtigen Funktionen uvm... aber ich will hier nicht aufzählen, was nun alles verbaut ist und was die Kamera an Funktionen zu bieten hat - wer sich dafür interessiert findet das alles im Datenblatt der GFX.

 

Autofokus

Was sofort auffällt sind die fast unendlich vielen Autofokus-Messfelder die auch wirklich bis an den Rand des Bildfeldes gehen - da kommt bisher keine Mittelformat-Kamera mit und auch aktuelle Vollformat-Kameras sind nicht mit so vielen Messfeldern ausgestattet. Bereits in der Standardeinstellung bietet die Kamera 117 Autofokus-Messfelder - dies lässt sich dann noch auf 425 AF-Punkte erweitern. Von der Geschwindigkeit her, zeigten erste Test bei gutem Licht, dass die Kamera durchaus mit Kameras aus dem Vollformat-Spiegelreflex-Segment mithalten kann - bei schlechterem Licht wird der AF dann doch etwas langsamer - wobei ich hier mit keiner finalen Firmware gearbeitet habe und endgültige Aussagen dazu noch nicht möglich waren - als Lowlight-Reportage-Kamera oder für Sportaufnahmen wird die Kamera wohl auch weniger eingesetzt werden - fürs Studio, Landschaft, Architektur und Still Life ist die Autofokus-Geschwindigkeit aber mehr als ausreichend und für eine Mittelformat-Kamera sehr schnell - gerade bei Still-Life Aufnahmen ist die Möglichkeit den Autofokus-Punkt an jede beliebige Stelle im Bildfeld zu setzen geradezu genial.

 

Bildqualität

Wow, einfach nur wow - ich denke der Hauptgrund sich eine Mittelformat-Kamera anzuschaffen ist sicher die gute Bildqualität bei einer hohen Auflösung - das was die Fuji GFX hier aus dem Kasten zaubert ist einfach unglaublich. Ich besitze ja auch eine Canon 5DSr mit der in etwa gleichen Auflösung - nun bei gutem Licht und im Studio liefert auch die Canon eine Top-Auflösung, gar keine Frage - die GFX liefert dann aber auch bei weniger Licht mit hohen ISO-Werten noch immer Bilder die unglaublich sind - bei 6.400 in sehr guter Qualität, aber auch Bilder mit 12.800 ISO aufgenommen, kommen mit einer bisher nicht da gewesenen Qualität aus dem Kasten - bei allen anderen Mittelformat-Kameras die ich bisher in Händen hatte waren die Bilder schon bei 3.200 ISO mit deutlichen Qualitätseinbußen versehen - über 51MP Auflösung gekoppelt mit solch einer ISO-Performance ist auf jeden Fall etwas Neues und absoluter Weltrekord. Noch einen gewaltigen Unterschied zur Canon konnte ich auf Anhieb ausmachen - die Farben out of the cam - was man schon von den anderen Kameras des X-Systems kennt setzt sich auch hier fort - Fuji produziert einfach die schöneren Farben und die JPG's sehen schon richtig gut aus.  Da ich die RAW's noch nicht entwickeln konnte habe ich es ganz einfach mit ein paar JPG's versucht - unglaublich, selbst diese haben bereits einen höheren Dynamikumfang als z.B. RAW's einer 5DMKIII.  Ich plane auf jeden Fall in Zukunft ein paar Vergleichstests zu machen wenn ich ein finales Serienmodell in Händen halte und RAW's entwickeln kann - der Dynamik-Umfang muss dann einfach gigantisch sein.

 

Das folgende Bild ist mit der GFX mit Dauerlicht und 400ISO ohne Stativ aus der Hand aufgenommen - mit dem 120mm Macro bei Blende - der Stabi des Objektivs funktioniert übrigens hervorragend. 

 

Still-Life mit der Fuji GFX und dem 120mm 4.0 Macro, freihand ohne Stativ, Blende 5.0  400ISO © Michael Schnabl
Still-Life mit der Fuji GFX und dem 120mm 4.0 Macro, freihand ohne Stativ, Blende 5.0 400ISO © Michael Schnabl

Der Detailausschnitt aus dem oberen Bild zeigt sehr schön die enorme Auflösung und Schärfe - wohlgemerkt, das Bild ist aus der Hand geschossen! Dieser kleine Ausschnitt aus dem Oberen Bild hat noch immer über 1900 Pixel - klickt einfach mal darauf, dann könnt ihr es in der 100% Ansicht betrachten.

 dieser 100% Ausschnitt aus dem voran gehenden Bild zeigt sehr schön die unglaubliche Detailauflösung der Fuji GFX
dieser 100% Ausschnitt aus dem voran gehenden Bild zeigt sehr schön die unglaubliche Detailauflösung der Fuji GFX

 

Fazit

Für wen ist nun diese Kamera - das Gehäuse kostet ja nun doch fast 7.000 Euro - ich hab die interessantesten Meinungen dazu gehört in den letzten Monaten seit man weiß, das Fuji mit einer Mittelformat-Kamera kommt. Aber es lässt sich aus meiner Sicht recht einfach beantworten:

- für all jene die mit Mittelformat fotografieren möchten, denen aber eine Hasselblad oder Phase one zu teuer ist

- für all jene denen eine Mittelformat-Kamera bisher zu klobig und zu langsam war

- all jene die ein Maximum an Bildqualität möchten

- Berufsfotografen, die sich mit der Kamera neue Kundenschichten z.B. in der Werbefotografie erschließen möchten

- Architektur, Still-Life-Fotografen, Werbefotografen

- Portrait-Fotografen die gerne die schönste Unschärfe im Hintergrund haben möchten die möglich ist uvm. ...

... ganz einfach, die Kamera macht Mittelformat erschwinglich, wobei sie technisch und von der Bildqualität her den Modellen der Mitbewerber in vielen Punkten sogar überlegen ist - wenn Fuji in Zukunft auch noch Objektive mit Zentralverschluss nachlegt dann ist die Kamera ganz einfach perfekt - wobei die Vorteile des Schlitzverschlusses überwiegen, z.b. die Möglichkeit mit Adapter eine Vielzahl von Objektiven verwenden zu können, um nur einen zu nennen.

 

Sobald ich ein finales Serienmodell für ausführlichere Tests bekomme werde ich einen umfassenderen Bericht nachlegen - die ersten Eindrücke waren mal ziemlich überzeugend und ich denke die Kamera wird sehr viele Käufer finden und auch absolut zufrieden stellen - Mittelformat-Fotografie ist ab sofort nicht mehr eine elitäre Sparte die sich nur wenige Fotografen leisten können, sondern eine leistbare Erweiterung der Möglichkeiten für viele Berufs- und Amateurfotografen.

 

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Gewinner des fotopraxis Fotowettbewerbs 2016

and the winner is ...

2016 gab es erstmals einen Fotowettbewerb für alle Teilnehmer meiner Workshops - teilnahmeberechtigt waren Bilder die auf Workshops von fotopraxis.at und Michael Schnabl im Jahr 2016 entstanden sind. 

 

Die Siegerbilder wurden nun von einer fünfköpfigen Jury ermittelt und für die ersten drei Plätze gibt es Workshop-Gutscheine von fotopraxis.at. Vielen Dank für die zahlreichen Einsendungen und an die Jury!

 

Die Jury bestand aus:

Simone Pfleger - Fotomone

Jens Derndorfer - jensderndorfer.at

Elisabeth Kirk - elisabethkirk.at

Dieter Sajowitz - Die Abbilderei

Michael Schnabl - michaelschnabl.com

Ich darf den Gewinnern in meinem Namen und im Namen der Jury herzlich zum verdienten Erfolg gratulieren - für all jene Einsender, die diesmal nicht unter den ersten drei waren, wird es auch 2017 wieder die Chance geben.

1. Platz - Mathias Völkl

1. Platz fotopraxis Fotowettbewerb 2016 Mathias Völkl
1. Platz fotopraxis Fotowettbewerb 2016 Mathias Völkl

Mathias Völkl erhält einen Gutschein in Höhe von € 300,00 für alle Workshops von fotopraxis.at.

2. Platz - Klaus Lamprecht

2. Platz fotopraxis Fotowettbewerb 2016 Klaus Lamprecht
2. Platz fotopraxis Fotowettbewerb 2016 Klaus Lamprecht

Klaus Lamprecht erhält einen Gutschein in Höhe von € 300,00 für alle Workshops von fotopraxis.at.

3. Platz - Evgenia Rieger

3. Platz fotopraxis Fotowettbewerb 2016 Evgenia Rieger
3. Platz fotopraxis Fotowettbewerb 2016 Evgenia Rieger

Evgenia Rieger erhält einen Gutschein in Höhe von € 300,00 für alle Workshops von fotopraxis.at.

Aktuelle Workshops mit Michael Schnabl

Die Wildpferde von Livno / Bosnien Teil 2

 

hier gehts zu  Die Wildpferde von Livno / Bosnien Teil 1

  

Beim nächsten Parkplatz machten wir halt - wir hatten von unserem Fahrzeug aus, einige Wildpferde direkt unter diesem gesehen. Wir schnappten uns unsere Fotorucksäcke und ich montierte mir das XF 50-140mm 2.8 auf meine Fuji X-T2. Ich hatte mir für diesen Tag auch den Batteriegriff auf die Kamera geschraubt um ohne Akku-Wechsel durch zu kommen. Mit einsatzbereiter Fotoausrüstung stapften wir nun durch den Schnee um über die Kuppe zu kommen hinter der wir die Pferde gesehen hatten und nach circa zweihundert Meter konnten wir eine kleine Herde sehen, die sich allerdings von uns fort bewegte. An eine Verfolgung war in dem unwegsamen Gelände nicht zu denken, also ging es zurück zum Auto. An der der höchsten Stelle der Bergstraße bog unser Guide nun auf eine Schotterstraße in Richtung Hochebene ab - mit einem normalen Fahrzeug wäre ab hier nichts mehr gegangen - der Weg war schneebedeckt und voller Löcher, immer wieder mussten wir großen Steinen ausweichen. Plötzlich blieb unser Fahrer stehen und sagte uns, dass wir von nun an zu Fuß weiter müssten. Mir war nicht ganz klar warum, zumal ich von unserem Haltepunkt aus kein einziges Tier sehen konnte. Wir stapften nun durch circa fünfzehn Zentimeter hohen Schnee einen Hang hinauf, nach in etwa zehn Minuten erreichten wir eine Kuppe von der sich uns eine atemberaubende Aussicht bot und keine hundert Meter von uns graste eine kleine Herde von geschätzten dreißig Wildpferden.

Wildpferde in Bosnien
Wildpferde in Bosnien

Ich nahm sofort meine Kamera zur Hand und machte einige Aufnahmen. Mein Herz pochte wie wild, wir hatten sie gefunden. Vorsichtig gingen wir weiter in Richtung der Herde, die nun ebenfalls Notiz von uns nahm. Einige Tiere hatten ihre Köpfe in unsere Richtung gestreckt um kurz darauf in unsere Richtung los zu traben. Anscheinend wollten sie feststellen ob wir etwas zu fressen dabei hatten - binnen weniger Minuten waren wir völlig von den Pferden eingekreist. Konnte ich es zu erst kaum erwarten die freilegenden Tiere aus nächster Nähe zu sehen, war es nun doch schon etwas unheimlich als so viele dieser wunderbaren Lebewesen sehr eng um standen und mir kaum noch Platz ließen. Ein lauter Ruf und einige fuchtelnde Handbewegungen unseres Führers ließen die Tiere ein paar Meter zurückweichen und Gott-sei-Dank war nun auch wieder ein Korridor nach hinten frei, so dass auch ich mich etwas entfernen konnte. Allerdings kamen die Pferde sofort wieder bedrohlich nahe und mussten immer wieder durch Rufe und Handbewegungen auf Abstand gehalten werden

Wildpferde auf der Hochebene von Livno in Bosnien
Wildpferde auf der Hochebene von Livno in Bosnien
Wildpferde auf der Hochebene von Livno in Bosnien

Als ich meinen Rucksack abnehmen wollte, um das 50-140mm durch eine kürzere Brennweite zu ersetzen, riet mir unser Führer dies in diesem Moment nicht zu tun. Die Pferde könnten annehmen, dass wir darin Futter hätten und würde durch diese Geste eventuell noch unruhiger werden. So versuchte ich etwas Abstand zu gewinnen um einige gute Aufnahmen zu bekommen. Das XF 50-140mm erwies sich nun als sehr gute Wahl. In Verbindung mit der Kamera mit Batteriegriff hatte ich das perfekte Arbeitsgerät für diesen Einsatzzweck. Um bei leicht wechselnden Lichtverhältnissen angenehm fotografieren zu können wählte ich Zeitautomatik als Belichtungsprogramm. Zu lange Belichtungszeiten vermied ich, indem ich die ISO-Automatik mit einer minimalen Verschlusszeit von 1/200 wählte. Zu hohe ISO-Werte würden sich bei Tageslicht oder auch beginnender Dämmerung nicht ergeben, zumal ich je nach Motiv mit einer eher offeneren Blende von 2.8 bis maximal 5.6 arbeitete. Den Bildstabilisator im Objektiv hatte ich während des ganzen Tages eingeschaltet - in Verbindung mit einer maximalen Verschlusszeit von 1/200 waren somit verwackelte Bilder durch mich ausgeschlossen. Da die Pferde sich zu dieser kalten Jahreszeit etwas langsamer bewegen sollte diese Verschlusszeit für alle Fälle ausreichen. 

Wildpferde auf der Hochebene von Livno in Bosnien
Wildpferde auf der Hochebene von Livno in Bosnien

Nach einiger Zeit hatte die Herde das Interesse an uns weitgehend verloren und hilt nun etwas Abstand ein. Anscheinend war ihnen klar geworden, dass kein Futter von uns zu erwarten war. Nun bot sich endlich die Möglichkeit die Pferde in Ruhe zu fotografieren, auf die Komposition bei den Bildern zu achten und die ersten guten Bilder waren sehr schnell im Kasten. Kurz darauf setzte sich die Leitstute in Bewegung und die Herde machte sich durch unwegsames Gelände davon. Obwohl wir hier nur grob geschätzt eine viertel Stunde hatten bevor unsere Motive das Interesse an uns verloren, war ich unglaublich glücklich, die Gelegenheit gehabt zu haben, diese wild lebenden majestätischen Lebewesen, aus nächster Nähe fotografieren zu können.

 

Wir gingen nun zurück zu unserem Jeep um tiefer in die Wildnis einzudringen, die Herde eventuell an anderer Stelle wieder zu finden oder auf eine andere zu stoßen. Jetzt war es von großem Vorteil, dass unser Fahrer die Gegend so gut kannte - nach kürzester Zeit hatte ich die Orientierung komplett verloren. Immer wieder drehten wir um um einen neuen Weg einzuschlagen und entfernten uns dabei immer weiter von der befestigten Straße. Als wir die Hoffnung schon fast aufgegeben hatten, nochmals an diesem Tag auf Wildpferde zu treffen sahen wir eine weitere Herde. Je näher wir kamen, desto mehr Exemplare dieser wundervollen Tiere konnten wir sehen - kein Zweifel, diesmal hatten wir eine weitaus größere Herde entdeckt. Wir machen uns sofort bereit um mit dem Fotografieren zu beginnen, in der Hoffnung, dass wir diesmal etwas mehr Zeit hätten bevor sich die Pferde wieder entfernen. Wir hatten unglaubliches Glück. Die Pferde dieser Herde waren unglaublich ruhig und verhielten sich annähernd so, als wären wir nicht vorhanden. Nur wenige Tiere erkundeten Interesse an uns und näherten sich vorsichtig. Die Atmosphäre war einfach unglaublich schön - wir hatten die Gelegenheit uns mitten unter gut zweihundert Wildpferden zu bewegen, sie ließen uns ohne Aggression zu zeigen sogar nahe an die Jungtiere heran. Wir fotografierten an dieser Stelle gut zwei Stunden. Zwischendurch kam es zu kleineren eher verspielten Kämpfen zwischen den Hengsten - ernsthafte Kämpfe würde es erst wieder zur Paarungszeit im Frühjahr geben. Niemals hatten wir das Gefühl, dass die Situation bedrohlich würde, ganz im Gegenteil wir fühlten eine starke Verbindung zu den Tieren - ein unbeschreiblich schönes Gefühl. Als die Herde nach gut zwei Stunden, sich der Leitstute folgend aufmachte um woanders weiter zu grasen war ich überglücklich. Ich hatte sechshundert Bilder gemacht und war mir bereits zu dem Zeitpunkt sicher, dass sehr sehr viele ausgezeichnete dabei waren.

Wildpferde auf der Hochebene von Livno in Bosnien
Wildpferde auf der Hochebene von Livno in Bosnien
Wildpferde auf der Hochebene von Livno in Bosnien
Wildpferde auf der Hochebene von Livno in Bosnien

Wildpferde auf der Hochebene von Livno in Bosnien
Wildpferde auf der Hochebene von Livno in Bosnien
Wildpferde auf der Hochebene von Livno in Bosnien
Wildpferde auf der Hochebene von Livno in Bosnien
Wildpferde auf der Hochebene von Livno in Bosnien
Wildpferde auf der Hochebene von Livno in Bosnien
Wildpferde auf der Hochebene von Livno in Bosnien
Wildpferde auf der Hochebene von Livno in Bosnien
Wildpferde auf der Hochebene von Livno in Bosnien

Die Fuji hatte sich auch in dieser Situation als unschlagbar erwiesen - das deutlich geringere Gewicht gegenüber der Canon 5DMKIII, die ich vorher verwendetet erwies sich als wahrer Segen, was sich vor allem dadurch äußerte, dass ich auch nach mehreren Stunden intensiven fotografieren mit Batteriegriff und Teleobjektiv, keine Verspannung wie sonst üblich im Rücken verspürte. Der große elektronische Sucher war wieder einmal eine große Hilfe - fehlbelichtete Bilder hat man mit der spiegellosen Kamera fast nie, zumal man die Belichtungskorrektur schon bequem vor der Aufnahme vornehmen kann.

Am nächsten Tag ging es zurück nach Österreich, mit einer unglaublich großen Bildausbeute und der Gewissheit wieder zu kommen. Die Wildpferde von Livno haben mich in ihren Bann gezogen. Für das Frühjahr 2017 ist die nächste Reise in die Region geplant - mitten in der Paarungszeit wenn die Herden zwar unruhiger sind, aber sich dadurch auch völlig neue Motive bieten. Ich freue mich bereits auf ein Wiedersehen mit diesen wundervollen Geschöpfen in freier Natur.

die Hochebene von Livno in Bosnien

hier gehts zu  Die Wildpferde von Livno / Bosnien Teil 1

 

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Fujilove Magazin Dezember 2016

In der Dezember Ausgabe von 2016 des FUJILOVE Magazins ist der Artikel in englischer Sprache publiziert worden. Das Magazin erscheint monatlich und veröffentlicht vor allem Berichte rund um die Entstehung von Fotos bzw. Artikel über die Arbeitsweise von Fuji X-Fotografen aus aller Welt. Jeder Beitrag ist mit unzähligen erstklassigen Bildern illustriert.

 

 

Die Wildpferde von Livno / Bosnien Teil 1

Wildpferde von Livno

 

 

 

Auf  der Hochebene von Livno in Bosnien leben ungefähr vierhundert Wildpferde in einer atemberaubend schönen Landschaft. Vor mehr als fünfzig Jahren wurden Arbeitspferde, die durch Traktoren ersetzt wurden, in der Gegend ausgesetzt. Sie überlebten die harten Winter, überstanden Angriffe durch Wölfe und ihre Population wuchs sogar noch über die Jahre. Für die meisten Menschen in Mitteleuropa ist Bosnien ein Land in dem vor einundzwanzig Jahren ein fürchterlicher Krieg tobte, aber es ist auch Land mit einer wunderschönen, in vielen Gebieten, fast unberührten Natur, in der heute noch Bären, Wölfe, Luchse, Füchse, Wildscheine und auch wilde Pferde leben.

 

Zum ersten Mal hörte ich von den bosnischen Wildpferden vor einigen Monaten - der Entschluss nun noch im November, nicht gerade der bevorzugten Reisezeit, hinzufahren kam völlig spontan. Ich erzählte einer Freundin von den Pferden die auf der Hochebene von Livno in Bosnien leben und eine Woche darauf saßen wir bereits im Auto. In der kurzen Zeit ließ sich zwar recht einfach ein Apartment direkt in Livno finden, einen Guide mit Allrad-Fahrzeug, den wir ganz sicher brauchen würden um zu den Pferden zu gelangen konnte ich im Internet nicht auftreiben. Wir fuhren ganz einfach auf Gut-Glück sechshundert Kilometer in das Land am Balkan, getrieben von unserer Hoffnung, möglichst schnell jemanden zu finden der uns zu den Wildpferden bringt. Ich persönlich liebe diese Art von spontanen Reisen mit ungewissem Ausgang, sie verstärken ganz einfach den Eindruck sich auf ein wahres Abenteuer zu begeben.

 

Ausgangspunkt unserer kleinen Expedition war Graz, von da ging es auf der gut ausgebauten Autobahn recht flott über Slovenien nach Kroatien, vorbei an Zagreb und weiter nach Karlovac. Ab dort ging es weiter über die Bundesstraße Richtung bosnische Grenze. Von meiner letzten Bosnien-Reise wusste ich, dass man in diesem Land nicht besonders schnell voran kommt. Es gibt kaum Autobahnen und die Landstraßen führen durch jeden Ort. Mehr als fünfzig Kilometer pro Stunde legt man kaum zurück, der Zustand der meisten Straßen ist allerdings sehr gut. Die letzten zweihundert Kilometer gingen durch extrem dünn besiedeltes Gebiet, über mehrere Berge, auf wenig befahrenen Straßen. Es ist schon etwas unheimlich wenn das einzige Licht was man über eine Strecke von fünfzig Kilometern sieht, das Licht vom eigenen Auto ist. 

in Bosnien findet man sehr viele Ruinen dieser Art

In Livno angekommen, hatten wir vorerst einige Mühe unser Quartier zu finden. Ein Anruf beim Vermieter half schließlich weiter, sorgte aber gleichzeitig für etwas Verwirrung als er uns erklärte, dass er selbst nicht vor Ort ist aber jemanden schickt der weder deutsch noch englisch spricht - tatsächlich hat dann aber alles perfekt funktioniert und das Apartment war überraschend komfortabel und gut ausgestattet. Unter unserer Unterkunft wohnte der Vater des Vermieters, er kam sofort vorbei und lud uns zu Schnaps und Bier ein, ein Ritual das sich noch mehrfach wiederholen sollte. Oft sind genau diese Situationen der Schlüssel zu dem was man sucht, so auch diesmal. Es war noch ein weiterer Herr anwesend und es wurde erst mal der selbst gebrannte Schnaps verkostet. Wir erzählten von unserem Plan die Wildpferde zu suchen und Fotos zu machen und dass wir auf der Suche nach einem Guide samt Allrad-Fahrzeug wären. Der weitere Besucher sprach nicht nur deutsch weil er fünfunddreißig Jahre in Deutschland gearbeitet hatte, er hatte auch ein Geländeauto und erklärte sich bereit mit uns auf die Suche zu gehen. Im folgenden Gespräch erzählte er uns auch, dass er früher Jäger war und das ganze Gebiet auf der Jagt zu Fuss durchkämmt hat - manchmal hat man auch eine gehörige Portion Glück.

die Hochebene von Livno - unendliche Weiten fiel mir als erstes dazu ein

Am nächsten Morgen saßen wir im Jeep unseres neuen Bekannten und das Abenteuer begann. Unser Weg führte uns hinaus aus dem Ort nach Osten in Richtung Kupres. Bereits kurz nach Livno ging es bergauf in Richtung Berge, die Besiedelung wurde immer dünner, bald war da nur noch die Straße die sich den Berg hinauf schlängelte und sonst nichts als Natur. Da wir am Vortag bei Dunkelheit ankamen, sahen wir nicht, wie schön und weitläufig die Landschaft hier ist - es verschlug uns fast die Sprache, wir blickten hinab auf eine fast endlose Ebene, begrenzt von mächtigen schneebedeckten Bergen. Mittlerweile fuhren wir durch eine verschneite Berglandschaft und auf der Straße waren immer wieder große Kothaufen zusehen. Unser Führer erklärte uns, dass dies von den Pferden sei, die in der kalten Jahreszeit immer wieder an die Straße kämen um Salz zu lecken. Unsere Anspannung war nun bereits Riesengroß, wann würden wir die ersten Wildpferde sehen, oder würde unsere Suche vergeblich sein. Die Pferde bewegen sich in einem Gebiet von fünfundzwanzig bis dreißig Kilometern und sind ständig in Bewegung erläuterte unser Fahrer, man braucht etwas Glück um sie zu finden. Im Winter sei es einfacher weil sie sich öfter in der Nähe der Straße aufhalten, im Sommer sind sie meist in höheren Gegenden. Als wir fast den höchsten Punkt der Straße erreicht hatten, wurde unser Fahrer plötzlich langsamer und zeigte auf einen uns gegenüberliegenden Berghang. Wir hatten richtig Glück - nach nur dreißig Minuten Fahrt   sahen wir die ersten Pferde am gegenüberliegenden Berghang. Mein Pulsschlag hatte sich vor Aufregung merklich erhöht - die Tiere waren noch viel zu weit weg um gute Fotos zu schießen, aber sie waren da und Wahrscheinlichkeit sie auch tatsächlich näher vor die Linse zu bekommen war deutlich gestiegen.

erster Sichtkontakt zu den Bosnischen Wildpferden

hier gehts weiter zu Die Wildpferde von Livno / Bosnien Teil 2

 

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Fine Art Portrait Workshop - Graz, September 2016

Fine Art Portrait © Michael Schnabl
Fine Art Portrait © Michael Schnabl

Wieder einmal ein Workshop ganz im Zeichen künstlerischer etwas anderer Portraitfotografie - bei den zweitägigen Fine Art Portrait Workshops erstelle ich gemeinsam mit den Teilnehmern zwei komplett fertige künstlerische Portraits - das beginnt bei der Bildkonzeption und endet beim finalen Bildlook. Wir kreierten bei diesem Workshop ein etwas dunkleres Setting, ganz im Dark Beauty Look und ein lieblicheres, in dem Stil wie man ihn von mir gewohnt ist. Die Models Theresa und Matea schlüpften perfekt in ihre Rollen und wir hatten auch jede Menge Spaß an den zwei Workshoptagen - die Teilnehmer waren mit sehr großer Begeisterung und Motivation dabei - ein paar Bilder von diesem Workshop gibt es auch - viel Spaß beim Betrachten - ich für meinen Teil freu mich schon riesig auf den nächsten Fine Art Portrait Workshop in Wien - für alle die in dieses Thema nur mal hinein schnuppern möchten, gibt es auch eine eintägige Variante über die Fujifilm School - beim eintägigen Workshop gibt es nur einen Set und keinen Hands on Bildbearbeitungsteil, dafür ein paar Goodies von Fujifilm.

Photokina 2016 - on stage für Fujifilm

Alle zwei Jahre findet in Köln die weltweit bedeutendste Messe für Fotografie statt - diesmal durfte ich erstmals aktiv daran teilnehmen - mit drei Demo-Shoots auf der Fuji-Bühne. Neben mir waren viele weitere prominente X-Photographer von überall auf der Welt am Start - Zack Arias, Jens Burger, Trevor Yerbury, David Hobby um nur einige zu nennen - bie Fuji wurde also die ganze Woche richtig was geboten. 

 

Mit der Vorstellung der spiegellosen Mittelformatkamera GFX stahl Fuji den anderen Ausstellern ein wenig die Show - die neue Fuji wurde auch zur besten Neuvorstellung auf der Photokina 2016 gekürt. So langsam spürt man auch am Publikumsinteresse, dass den spiegellosen Kameras die Zukunft gehört - auf den Ständen von Canon und Nikon war es niemals richtig voll - ganz anders bei Fuji und Sony - hier war immer extrem viel los - für mich war es besonders schön, sehr viele Freunde und Bekannte aus Österreich und Deutschland auf der Messe zu treffen und für ein so cooles Team, wie das von Fuji, tätig sein zu dürfen. Ein paar Bilder hab ich euch von diesem Event mitgebracht - viel Spaß beim Betrachten.

 

Fuji X-T2 JPG sample images out of cam (SOOC)

Fuji X-T2, XF 14mm 2.8, f/2.8, 1/80, 200 ISO, Filmsim. Provia © Michael Schnabl
Fuji X-T2, XF 14mm 2.8, f/2.8, 1/80, 640 ISO, Filmsim. Provia

Seit meinem Testbericht zur X-T2 werde ich immer wieder nach Bildbeispielen gefragt, die nicht nachbearbeitet sind - nun, diesem Wunsch möchte ich gerne nachkommen - in dieser Galerie befinden sich ausschließlich Bilder der Fuji X-T2 die absolut nicht bearbeitet sind. Alle Bilder sind in JPG aufgenommen, mit verschiedenen Filmsimulationen und mit verschiedenen Kameraeinstellungen - die EXIF-Daten findet ihr jeweils unter dem Bild. Um die Bilder fürs Web tauglich zu machen, wurden sie etwas verkleinert.

In this gallery are some image samples of the new Fuji X-T2 - all the pictures are JPG's straight out of cam (SOOC) with absolutely no additional editing. Taking this pictures I used different film-simulations and various camera-settings - you'll find the EXIF-Data below the pictures. The only thing I did was to resize the pictures a little bit for the web.

Zum Rauschverhalten der X-T2 habe ich zusätzlich einen ausführlichen Artikel mit vielen Beispiel-Bildern verfasst sowie einen ersten Erfahrungsbericht zur Fuji X-T2.

Der Beitrag kann natürlich auch gerne geteilt werden:

High-ISO Test Fuji X-T2

Fuji X-T2 - Rauschverhalten
Fuji X-T2 - Rauschverhalten

Immer wenn eine neue Kamera erscheint, ist das Rauschverhalten ein heißes Thema, vor allem dann, wenn es sich um eine Kamera des gehobeneren Segments handelt. Das Rauschverhalten der Fuji X-T1 war bereits sensationell gut - lag im Vergleich in etwa auf dem Niveau der Canon 5D MK3 - allerdings mit einer deutlich geringeren Auflösung von 16MP. Die Fuji XT-2 bietet nun eine um 50% höhere Auflösung als das Vorgänger-Modell und damit sogar etwas mehr als die 5d MK3 - die 24MP als Auflösung findet man derzeit bei sehr vielen Modellen, egal ob im Vollformat- oder APS-C Segment - in der Praxis hat sich diese Auflösung als sehr brauchbar erwiesen - einerseits hat man genug Pixel zur Verfügung um auch einmal einen Bildausschnitt zu machen und andererseits explodieren die Datenmengen noch nicht übermäßig - auch für die Bildbearbeitung bzw. Retusche ist die Größe von 24MP sehr gut geeignet. 

 

Allerdings haben die Pixel auf einem APS-C Sensor nur knapp den halben Platz, im Vergleich zu einem Vollformat-Sensor - ein Fakt der natürlich erhöhtes Bildrauschen, auf Grund der erhöhten Pixeldichte, vermuten lässt - zumindest dann, wenn man in höhere ISO-Bereiche vorstößt. Wenn es die Fuji X-T2 nun schaffen würde, bei einer um 50% erhöhten Auflösung, nicht mehr zu rauschen als die X-T1, dann wäre die Kamera damit locker auf dem Niveau der noch immer aktuellen Canon 5D MK3 und somit auf Vollformat-Niveau was das Rauschverhalten betrifft. Ich habe bei meinem Test diesmal das Vorgängermodel X-T1 und die Canon EOS M3 zum Vergleich genommen - die EOS M3 deshalb weil sie den aktuellsten APS-C Sensor von Canon nutzt mit exakt der selben Auflösung wie die X-T2 - den selben Sensor nutzen übrigens auch die Canon EOS 750D und die eben erschienene EOS 80D - für mich war in dem Fall interessant wie die aktuellen Canon Modelle mit APS-C Sensor im Vergleich mit der Fuji abschneiden.


Die ersten drei Bilder dieses Tests sind als JPG's mit 1600 ISO aufgenommen - v.l.n.r. Canon EOS M3, Fuji X-T1 und Fuji X-T2 - sehr deutlich sieht man, dass die Fuji Farben sehr deutlich von der Canon abweichen - das liegt nicht nur am Weiß-Abgleich wie ich dann bei den RAW's festgestellt habe - der X-Trans Farbfilter der Fuji liefert ein etwas harmonischeres Farbbild. Alle drei Kameras lassen sich mit 1600 ISO sehr gut verwenden, die Canon zeigt ein etwas kräftigeres Rauschen als die Fujis, wobei das nicht wirklich störend ist - was allerdings sehr gut zu sehen ist, die Fuji's haben etwas mehr Zeichnung in den Lichtern als die Canon, d.h. der Dynamik-Umfang im hellen Bereich ist bei den Fuji's bei den JPG's etwas besser.


Die nächsten drei Bilder sind Ausschnitte aus den RAW's - mit 1600 ISO aufgenommen - v.l.n.r. Canon EOS M3, Fuji X-T1 und Fuji X-T2 - auffällig ist, das die Canon RAW's unnatürlich kontraststark und irgendwie nachgeschärft wirken - die Fuji RAW's sind weitaus sanfter in der Zeichnung und haben ein feineres Rauschen welches im Gegensatz dazu,  bei Canon ohne kamerainterne JPG-Verarbeitung schon deutlich gröber wirkt.


Bei jenen zwei RAW Ausschnitten von der Canon EOS M3 und der neuen Fuji X-T2 habe ich mir angesehen wie sich die RAW entwickeln lassen - die Farben der Fuji sind auch bei den RAWs deutlich anders - man bekommt den gleichen Farblook bei Canon und bei Fuji auch nicht hin - was sofort beim Bearbeiten auffällt ist, dass die Canon RAW-Files bereits viel aggressiver aufbereitet sind bzw. die Bilder - der Klarheitsregler in Lightroom wurde bei Fuji um +12 angehoben während er bei Canon bei 0 blieb - trotzdem wirkt das Canon-Bild knackiger, aber für meine Empfindung einen Ticken zu viel - die Fuji Bilder sind weitaus natürlicher und wirken etwas harmonischer. Die RAW's der Fuji haben etwas mehr Feinzeichnung und lassen sich leichter bearbeiten - wie schon bei den JPGs haben auch die RAWs der Fuji mehr Zeichnung - es lässt sich somit auch im RAW mehr aus den Lichtern heraus holen.


Vergleich bei 3200 ISO aufgenommen in JPG - v.l.n.r. Canon EOS M3, Fuji X-T1 und Fuji X-T2 - was auffällt, die Fuji X-T1 tut sich beim Scharfstellen auf die Ähren im Vordergrund relativ schwer - ich muss immer wieder von neuem Fokussieren bis der Autofokus endlich trifft - die Canon hat weniger Probleme - sie stellt zwar nicht gerade flott scharf, bei dem nunmehr geringen Umgebungslicht und den feinen Strukturen, aber es gelingt zumindest ohne Pumpen und ohne Fehlfokussierungen - die X-T2 hat überhaupt keine Probleme, der Autofokus stellt schnell und treffsicher scharf - eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Autofokus der X-T1.


100 % Ausschnitt, Bilder aufgenommen in RAW bei 3200 ISO, entwickelt in Lightroom ohne weitere Anpassungen und ohne Rauschfilter - v.l.n.r. Canon EOS M3, Fuji X-T1 und Fuji X-T2 


Vergleich bei 6400 ISO aufgenommen in JPG -  v.l.n.r. Canon EOS M3, Fuji X-T1 und Fuji X-T2 


100 % Ausschnitt, Bilder aufgenommen in RAW bei 6400 ISO, entwickelt in Lightroom ohne weitere Anpassungen und ohne Rauschfilter


Die folgenden Bilder sind alle mit der Fuji X-T2 als JPG aufgenommen - sie entstanden bei einem abendlichen City-Walk durch Graz - es wurden ISO Stufen von 3200 - 12800 verwendet - die Bilder zeigen recht eindrucksvoll, dass sich mit der Kamera mit 3200 ISO mit sehr guter Qualität fotografieren lässt - Bilder mit 6400 ISO sind ebenfalls für die meisten Zwecke noch gut zu verwenden. Danach nimmt die Bildqualität rapide ab - bei 12800 ISO gehen bereits sehr viele Details verloren und das Rauschen wird deutlich sichtbar. 

Die Schwarz-Weiß-Bilder sind übrigens mit der der Acros Filmsimulation aufgenommen.

Ein 100% Ausschnitt aus jeweils einem RAW zeigt recht deutlich das deutlich bessere Rauschverhalten der Fuji X-T2 gegenüber der Canon EOS M3 - das Fuji Bild ist sogar mit einer höheren ISO Stufe aufgenommen und rauscht deutlich weniger (Canon 2500 ISO, Fuji 3200 ISO)

Fazit

Fuji gelingt es bei der X-T2 die Auflösung gegenüber der X-T1 deutlich zu steigern, bei zumindest gleichbleibend gutem Rauschverhalten in der 100% Ansicht bei höheren ISO-Werten - im tatsächlichen Fotoalltag bedeutet ein gleiches Rauschverhalten in der 100% Ansicht, dass das visuell wahrnehmbare Rauschen bei gleich großen Ausdrucken oder bei Bildschirmansicht deutlich niederer ist - das ergibt sich aus der höheren Auflösung - wie gut die High-ISO Performance tatsächlich ist, sieht man sehr deutlich im direkten Vergleich mit dem aktuellen Canon-Sensor mit selber Auflösung. Die Canon kann ab 1600 ISO weder mit der Fuji XT-2 noch mit dem Vorgängermodell X-T1 mit halten. Zudem wirken die Canon-RAW's überschärft und zu kontrastreich, was den Bearbeitungsspielraum deutlich einschränkt. Was beim Test ebenfalls sehr deutlich zu Tage trat, war der stark verbesserte Autofokus der X-T2 im Vergleich zur X-T1 - bei schlechtem Licht hatte der Autofokus an der X-T1, vor allem im Nahbereich und bei feinen Strukturen, immer wieder Schwierigkeiten sein Ziel zu finden - die selben Motive wurden vom Autofokus der X-T2, problemlos schnell und ohne lästiges Pumpen scharf gestellt. Wer mit 16MP auskommt, auf verbesserte Bedienbarkeit durch Joystick, einen stark verbesserten Autofokus und die weitaus höhere Geschwindigkeit der X-T2 in allen Bereichen verzichten kann, findet mit der X-T1 nach wie vor einen Kamera die den Vergleich vor allem in den Bereichen Bildqualität und Rauschverhalten nicht zu scheuen braucht - die X-T2 ist allerdings eine Kamera die sich in ihrer Gesamtkonzeption als Universalkamera auch an professionelle Fotografen richtet - ich persönlich habe meine Canon EOS 5D MK3 durch die Fuji X-T2 ersetzt - die Bildqualität ist locker auf dem selben Niveau, die Geschwindigkeit von Autofokus und Bildverarbeitung nun auch, die Serienbild-Geschwindigkeit vor allem mit dem Batteriegriff weit darüber, der Joystick erlaubt nun auch ein sehr schnelles Arbeiten, vor allem dann, wenn man den Fokus-Punkt oft verschieben muss und die Kamera hat nun auch zwei Speicherkarten-Fächer - alles was bei der X-T1 für mich noch fehlte, um die Kamera für den Profieinsatz uneingeschränkt nutzen zu können ist nun vorhanden und ich schleppe bei der Arbeit on location nur noch das halbe Gewicht mit mir herum.

 

Weitere Artikel zur Fuji X-T1 und X-T2:

Fuji X-T2 Erfahrungsbericht / Test

Fuji X-T1 Erfahrungsbericht / Test

Hochzeitsfotografie mit der Fuji X-T1

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Fuji X-T2 Erfahrungsbericht / Test

die neu Fuji X-T2 sieht einfach stylisch aus

Das Nachfolgemodel der beliebten Fuji X-T1, die Fuji X-T2 wurde am 07.07.2016 offiziell vorgestellt - ich bekam die Kamera bereits einige Wochen davor um sie gründlich testen zu können - ein Vorserienmodell welches innerhalb des Testzeitraums mit Fimware-Updates ständig verbessert und an die Serienreife heran geführt wurde.

 

Als ich erfuhr, dass ich die Fuji X-T2 noch vor dem offiziellen Vorstellungstermin zum Testen bekomme, war ich schon ziemlich aus dem Häuschen - die Fuji X-T1 hatte mir ja bereits unterwegs und bei Hochzeiten sehr gute Dienste geleistet - immer öfter blieb meine Canon im Studio, vor allem weil ich die Gewichtsersparnis unterwegs sehr zu schätzen lernte. Von der Bildqualität der Fuji Objektive und der X-T1 war ich sofort begeistert, aber es gab für mich noch so ein paar kleine Kritikpunkte von denen ich hoffte,  dass sie mit dem Nachfolgemodell behoben sein würden. Der eine Kritikpunkt war die Geschwindigkeit der RAW-Verarbeitung - wenn man mehrere RAW schoß, dauerte es dann immer ein klein wenig bevor man ein Bild auf den Monitor bekam - der zweite Kritikpunkt war die auf Grund der kleinen Tasten etwas mühselige Verstellung des Fokus-Punktes - bei Portrait-Shootings mit dem Auge am Sucher war das blind fast nicht möglich - nun, ich würde es als Jammern auf hohem Niveau bezeichnen - Dinge die vor allem einen schnellen Workflow betrafen - die Bildqualität, das wertige Gehäuse im edlen Retro-Design und die hervorragende Objektiv-Palette von Fuji fand ich von Anfang an klasse.

Fuji X-T2
Fuji X-T2

Gehäuse/Haptik

Als ich die Fuji XT-2 auspackte und ich sie zum ersten Mal in die Hand nahm fiel mir sofort auf, dass sie etwas größer und schwerer als die XT-1 ist - sie fühlt sich auch noch etwas hochwertiger an - ich hatte sofort den Gedanken: „die XT-1 ist erwachsen geworden“ - das ist nicht einfach ein Nachfolger im selben Gehäuse - da hatte sich einiges mehr getan. Das größere Gehäuse macht die XT-2 zu einer viel ernstzunehmenderen Konkurrentin von klassischen DSLR’s - sie liegt satter in der Hand, es macht noch mehr Spaß sie anzugreifen. Der Joystick erlaubt nun eine super schnelle Verstellung des Fokuspunkts, ohne das Auge vom Sucher zu nehmen - der erste Kritikpunkt war nach ein paar Minuten herum probieren völlig ausgeräumt - Die Einstellräder sind nun etwas höher - gut anzugreifen und ein neuer Mechanismus schützt vor versehentlichem Verstellen. Der Monitor lässt sich mit einem ziemlich ausgefeilten Mechanismus nun auch im Hochformat schwenken - das erlaubt nun das Fotografieren aus völlig neuen Winkeln. Die XT-2 macht den Eindruck noch besser verarbeitet zu sein als die XT-1 - das liegt wohl einerseits am höheren Gewicht, andererseits wohl auch an den Tasten und Einstellrädern die teilweise vergrößert wurden und einen besseren Druckpunkt bzw. bessere Griffigkeit bieten. 

Der neue Joystick an der Fuji X-T2
Der neue Joystick an der Fuji X-T2

Bedienung

 Der Joystick ist für mich das absolute Highlight der Neuerungen - er verbessert die Bedienbarkeit der Kamera enorm und erlaubt nun ein unglaublich schnelles Verstellen des Fokus-Punktes während dem Fotografieren - gerade in der People-Fotografie ein wichtiger Punkt - Das Menü ist neu gestaltet und klar strukturiert und orientiert sich an der ebenfalls dieses Jahr erschienenen X-Pro2 - die vielen Tasten und Einstell-Räder, welche fast alle frei konfigurierbar sind, erlauben es die Kamera genau auf die eigenen Bedürfnisse abzustimmen. Das frei gestaltbare Quick-Menü ist eine weitere Möglichkeit sich die Kamera exakt an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Der Sucher der Kamera ist zur X-T1 nicht mehr gewachsen - was auch nicht notwendig ist, man hatte schon bei der X-T1 das Gefühl auf eine Kinoleinwand zu blicken - er hat aber nun eine höhere Bildwiederholrate - selbst Motive die sich schnell bewegen werden ruckelfrei und und ohne Zeitverzögerung dar gestellt - die Augenmuschel wurde neu geformt, was den Vorteil hat, dass nun kein Streulicht mehr von hinten auf den Sucher fallen kann während man durch blickt - ebenfalls eine Verbesserung die sich vor allem im Outdoor-Fotoalltag bezahlt macht.

 

Geschwindigkeit und Autofokus

Bereits das erste Shooting mit der Kamera räumte meinen zweiten Kritikpunkt völlig aus - das Ding ist wirklich schnell - wow, eine Spiegellose, die gefühlt gleich schnell ist wie meine 5d MKIII - selbst nach einer ganzen Reihe von RAW Aufnahmen sieht man nach einem Druck auf die Wiedergabe-Taste die Bilder ohne Verzögerung,  der Autofokus war ja auch schon bei der XT-1 recht schnell, der Autofokus wie auch die Auslöse-Verzögerung sind nun aber gefühlt noch deutlich schneller geworden - auch der Verfolger-AF wurde deutlich aufgewertet, was die Kamera mit den richtigen Objektiven, nun auch für Sportfotografen interessant macht - ja das Fotografieren macht nun richtig Spaß, der gesamte Workflow läuft spürbar flüssiger und schneller als beim Vorgänger-Modell - richtig schnell, so schnell, dass ich keinen Unterschied zu einer Profi-DSLR erkennen kann.

 

Der größte Vorteil zu einer klassischen digitalen Spiegelreflexkamera, liegt wohl darin, dass die Fokuspunkte bis an den Rand des Bildfelds reichen - ein Verschwenken der Kamera nach dem Fokussieren ist dadurch nicht nötig - das erlaubt ein sehr genaues Arbeiten und ist vor allem bei Nahaufnahmen und Portraits mit offener Blende ein großer Vorteil - zudem bietet die die XT-2 bis zu 325! Fokuspunkte - mehr braucht wirklich kein Mensch. Der Autofokus bietet eine Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten - zusammen mit der hohen Geschwindigkeit ein wichtiger Punkt für Sport- und Wildlife-Fotografen.

 

Bildqualität

Wenn man das erste Mal ein Bild der XT-2 am Rechner öffnet, dann  kann es leicht sein, dass man es fast nicht glauben möchte; denn diese Bildqualität würde man sich wohl eher von einer Vollformat-Kamera erwarten - unglaublich was Fuji aus dem APS-C Sensor Format heraus holt - Die Schärfe legt durch die erhöhte Auflösung, im Vergleich zum Vorgängermodell,  deutlich zu - im Verbund mit den hervorragenden Fuji Objektiven liefert die Kamera eine grandiose Bildqualität auf dem Niveau einer Vollformatkamera. Die Farben sind wie man es von Fuji kennt wehr harmonisch, wirken sehr edel und das Rauschverhalten ist in dieser Sensorklasse einzigartig - selbst aktuelle Vollformat-Kameras sind hier nicht besser. Die Filmsimulationen machen richtig Spaß - der neu hinzu gekommene Acros Filter liefert schwarz-weiß Bilder von unglaublicher Anmut - vor allem für Fotografen die Bilder out of the cam machen möchten, ein besonderer Vorteil.

 

Fazit: 

 

Mit der XT-2 ist es Fujifilm gelungen eine echte Alternative selbst zu hochwertigen DSLR’s zu liefern. Die Kamera liefert mit einem APS-C Sensor eine Bildqualität auf Vollformat-Niveau, ist unglaublich schnell und lässt sich auf Grund der freien Konfigurierbarkeit der vielen Tasten und Einstellräder, sehr gut an die eigenen Bedürfnisse anpassen - das erlaubt eine sehr schnelle und effiziente Arbeitsweise. Alle Kritikpunkte die ich an der XT-1 hatte sind nun behoben - es fällt unglaublich schwer irgend etwas zu finden was man bemängeln könnte. Mit dem neu dazu gekommenen zweiten Karten-Slot ist die Kamera nun auch für Profis eine echte Alternative. Die enorme Gewichtsersparnis gegenüber eines klassischen Spiegelreflex-Systems ist vor allem unterwegs ein enormer Vorteil - zudem sieht die Kamera mit ihrem Retro-Look sehr gut aus, ist sehr gut verarbeitet und gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet. Man hat das Gefühl, dass Fuji die Kamera wirklich für Fotografen gebaut hat, denn all die Wünsche an eine Kamera die sich aus langjährigen Erfahrungen im tatsächlichen Fotografen-Alltag ergeben, wurden erstklassig berücksichtigt - kurz gesagt, es macht einfach Spaß mit der Kamera zu arbeiten und die Ergebnisse die sie liefert sind grandios. 

Beispielbilder

Ein paar Portraits aufgenommen mit der X-T2 unter verschiedensten Bedingungen - Mit Studioblitz, indoor mit natürlichem Licht, outdoor mit natürlichem Licht sowie outdoor mit mobiler Blitzanlage. Diese Bilder sind als RAW aufgenommen in Lightroom entwickelt und mit Photoshop retuschiert.

Ich habe auch recht viele Bilder als Jpg's geschossen - die Jpg-Qualität der Fuji X-T2 ist herausragend - die folgenden Bilder sind als Jpg aufgenommen mit geringfügigen Anpassungen in Lightroom - die Schwarz-Weiß Bilder sind übrigens mit der Acros Filmsimulation aufgenommen.

Zum Rauschverhalten der X-T2 habe ich zusätzlich einen ausführlichen Artikel mit vielen Beispiel-Bildern verfasst.

Eine Galerie mit vielen Beispiel-Bildern der Fuji X-T2 die völlig unbearbeitet sind findet habe ich ebenfalls online gestellt.

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Hochzeitsfotografie Workshop Juli 2016

Workshop Hochzeitsfotografie © Michael Schnabl
Workshop Hochzeitsfotografie © Michael Schnabl

Seit über fünf Jahren veranstalte ich mittlerweile die Workshops für Hochzeitsfotografie, um interessierten Teilnehmern und Berufsfotografen diese Sparte der Fotografie, mit all ihren Facetten näher zu bringen - bei den Workshops gibt es immer einen Theorietag, an dem auch sehr viel über das notwendige Marketing und den richtigen Kundenumgang gesprochen wird - darauf folgt ein Praxistag mit einem Brautpaar an einer schönen Hochzeits-Location.

 

Der Workshop fand nun bereits zum zweiten Mal im verträumten Schloss Greißenegg in Voitsberg statt - einfach ein perfekter Ort für außergewöhnlich schöne Hochzeitsbilder. Schlossherrin Sylvia Steirer betreibt direkt im Schloss eine liebevoll geführte Buschenschenke welche wir gerne für unsere Pause nutzten, um uns mit Spezialitäten aus der Region zu stärken. Unser Models Romina und Christoph sind auch im real-life ein Paar, was es leichter machte, authentische Hochzeitsfotos zu erstellen. Wie schon beim letzten Workshop gingen sie geduldig auf alle Fotografenwünsche ein - was soll ich noch weiter dazu schreiben, schaut euch ganz einfach die Bilder vom Workshop an - ich denke, die sprechen für sich.

Erster "Natural Light Portraits" Workshop

Viele Fotografen haben weder ein Studio noch teure Blitzsysteme - sie möchten einfach gute Portraits ohne allzu großen Aufwand machen. Viele meiner Portraits sind ebenfalls nur mit natürlichem Licht entstanden und so war es für mich einfach die logische Konsequenz, einen Workshop zu kreieren, an dem keine künstliche Lichtquelle zum Einsatz kommt.

 

Wir haben am Vormittag outdoor an einer entzückenden Location fotografiert und nachmittags dann indoor, um möglichst viele unterschiedliche Situationen durch zu spielen. Theresa und Lisa, unsere beiden Workshop-Models. lieferten eine grandiose Leistung ab und die Teilnehmer waren von Anfang bis zum Schluß, mit unglaublicher Motivation dabei. 

 

Im September findet der Workshop wieder statt, diesmal für die Fujifilm School, zu einem vergünstigten Preis mit vielen Zusatzleistungen für die Teilnehmer. Anbei erste Resultate, sowie einige Making of Bilder - ich freue mich schon auf den nächsten Natural Light Portraits Workshop.

Workshop - Akt im Luftfahrtmuseum / Juni 2016

Workshop - Akt im Luftfahrtmuseum © Michael Schnabl
Workshop - Akt im Luftfahrtmuseum © Michael Schnabl

Ein wahrlich heißer Workshop - nicht nur weil es an diesem Tag über 34 Grad hatte. Unser Model Dominika Kissova lieferte trotz der extremen Temperaturen eine grandiose Leistung ab - ich denke die Fotos sprechen für sich. Das Luftfahrtmuseum Graz war auch ganz einfach die perfekte Location für unseren Aktworkshop - nackte Haut und alte Flieger bilden einfach eine klasse Kombination. Das Museum bot uns eine Vielzahl an ansprechenden Fotohintergründen - für abwechslungsreiche Fotos in und vor den Flugzeugen war auf jeden Fall gesorgt. Von sagafoto.at wurde uns ein Profoto B1 zur Verfügung gestellt und so konnten wir zum Abschluss des Workshops noch einige spektakuläre Bilder mit HSS machen, die aussehen als wären sie lange nach Sonnenuntergang entstanden. Dominika war aber nicht nur ein Garant für tolle Motive - mit ihrer sympathischen, humorvollen und natürlichen Art sorgte sie für eine angenehme Atmosphäre und dafür, dass die Zeit wie im Flug verging.

Erster Workshop für die Fujifilm School

Workshop "People & Portrait" für die Fujifilm School
Workshop "People & Portrait" für die Fujifilm School

Am Samstag den 11.06.2016 fand mein erster Workshop für die Fujifilm School statt. Der seit Jahren erfolgreich laufende Workshop "People & Portrait" wurde für Fuji neu überarbeitet und auf einen Tag gekürzt. Am Vormittag zeigte ich den Teilnehmern viele Beispiele meiner Arbeit mit Fuji-Kameras, mit der Erklärung dazu, wie die Bilder entstanden sind - danach gab es noch etwas Theorie zur Portraitfotografie und viele Tipps zum Einrichten von Posen. Nach dem Mittagessen, welches von Fuji übernommen wurde, ging es zum Praxisteil mit zwei hübschen Models. An verschiedenen Sets wurde gezeigt wie mit Studio-Blitzlicht oder natürlichem Licht ansprechende Portraits entstehen. Alle Teilnehmer erhielten zudem ein Goodie Pack von Fuji mit schneller UHS-1 Speicherkarte, Reinigungstuch und Prospekten zu den wichtigsten Fuji Produkten - was aber denke ich noch viel wichtiger ist, wir hatten alle Riesenspaß und dabei auch noch so einiges gelernt - freu mich schon auf den nächsten Fuji Workshop.

Die richtige Kamera finden ...

Seit ich Workshops anbiete, erreichen mich regelmäßig Zuschriften in welchen ich gefragt werde, welche Kamera man kaufen solle.  Oft schaffe ich es ganz einfach zeitlich nicht, so ausführlich zu antworten, wie es eigentlich notwendig wäre, oft stelle ich auch fest, dass die Jenigen die mich fragen, vor allem wenn es die erste hochwertigere Kamera werden soll, ganz falsche Vorstellungen davon haben was sie nun brauchen oder möchten.

 

Meist ist ziemlich fix im Kopf verankert, dass es eine Digitale Spiegelflexkamera (DSLR) sein muss, ganz einfach aus dem Grund, weil man damit bessere Bilder macht. Nun selbst wenn man "das bessere Bilder machen" auf die rein technischen Voraussetzungen beschränkt, stimmt diese Aussage so nicht mehr. Vor einigen Jahren noch, hätte ich das unterschrieben, mittlerweile gibt es eine ganze Reihe an spiegellosen Systemen, die selbst einer Vollformat-Spiegelreflexkamera in Punkto Bildqualität um nichts nachstehen.

Unterwegs mit der Fuji XT-1
Unterwegs mit der Fuji XT-1

Spiegellose Systemkamera oder klassische Spiegelreflexkamera - entscheidend ist der Einsatzzweck
Spiegellose Systemkamera oder klassische Spiegelreflexkamera - entscheidend ist der Einsatzzweck

Anscheinend gibt es in diesem Bereich so einige fest verankerte Glaubenssätze - der erste, den ich da sehr oft höre ist "eine Spiegelreflexkamera macht bessere Bilder" und der zweite "mit einer größeren Kamera macht man bessere Bilder" was so ziemlich auf das Selbe hinaus läuft - nun beide Annahmen sind wie schon eingangs erwähnt nicht richtig und sollten nicht die Grundlage dafür sein hunderte oder gar tausende Euros für Kamera und Zubehör auszugeben, denn wenn man eine, nicht zu seinen Anforderungen passende Kamera kauft, läuft man natürlich Gefahr, dass man die Freude am fotografieren verliert. Zur Enttäuschung, dass aus dem vermeintlichen Hobby Fotografie nun doch nichts geworden ist, kommt dann noch der Ärger über die finanzielle Fehlinvestition.

 

Mit der passenden Kamera ist die Wahrscheinlichkeit weit höher, dass die Freude lange erhalten bleibt und man auch viel mehr schöne Bilder macht. Sich im Vorfeld zu überlegen, was man tatsächlich braucht, macht also wirklich Sinn.

 

Eine Anforderung die so ziemlich alle, an die neue hochwertige Kamera stellen, ist eine deutlich bessere Bildqualität als man es vom Smartphone oder der günstigen Kompaktkamera kennt - nun was sind Faktoren die zu besserer Bildqualität führen?

 

Faktoren für die Bildqualität

1. Die Sensorgröße - ein größerer Sensor bedeutet stark vereinfacht ausgedrückt fast zwingend auch eine bessere Bildqualität - wobei auch das Baujahr entscheidend ist - eine aktuelle Kamera mit APS-C bzw. Halbformat- Sensor hat locker die selbe Bildqualität wie ein Vollformat Sensor vor fünf Jahren - die Entwicklung schreitet in diesem Bereich schnell voran - vergleicht man Kameras aus dem selben Entwicklungszeitraum, so kann man mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass der größere Aufnahmesensor auch zu einer besseren Bildqualität führen wird. Die Sensorgröße finden Sie bei jedem Hersteller auch online, unter Technische Daten bzw. Datenblatt.

2. Die Kamerainterne Signalverarbeitung  - der Bildprozessor spielt dabei eine wichtige Rolle um die Daten die der Sensor liefert zu einem Bild zu verarbeiten - auch hier gilt natürlich, dass mit jeder neuen Modellgeneration ein weiterer Fortschritt erzielt wird.

3. Das Objektiv - die verwendete Optik hat sehr großen Einfluss auf die Bildqualität, deshalb sollte man auf diesen Punkt besonderes Augenmerk legen.

 

Aber was ist nun mit der Spiegelreflexkamera - hat das denn keinen Einfluss auf die Bildqualität? Nein und zwar überhaupt keinen - der Spiegel in einer Spiegelreflexkamera leitet den Strahlengang des Lichts einfach nur so um, dass es möglich ist, mit einem optischen Sucher durch das Objektiv zu schauen - und das ist alles, schlicht und ergreifend. - die einst großen Vorteile einer digitalen Spiegelreflexkamera  nehmen durch Fortschreiten der Technik, vor allem im Bereich der elektronischen Sucher,  ständig ab.

 

Eigenschaften einer digitalen Spiegelreflexkamera

Eine Spiegelreflexkamera ist so konstruiert, dass man mittels eines optischen Suchers über einen Spiegel durchs Objektiv schaut - das hat den Vorteil ein sehr klares Sucherbild zu erhalten, welches völlig ohne Zeitverzögerung, dargestellt wird - mit dem Nachteil, dass der Spiegelkasten in der Kamera Platz braucht - allein schon aus diesem Grund sind Spiegelreflexkameras bauartbedingt größer und schwerer. Einstiegsmodelle haben hier auch meist einen kleineren Sucher der oft keine völlige Bildfeldabdeckung bietet - d.h. wenn die angegebene Bildfeldabdeckung 95% beträgt, sieht man ganz einfach nur 95% davon, was letztendlich am Bild ist - Modelle des gehobeneren Segments und vor allem Vollformat-Spiegelreflexkameras bieten hier einen deutlich größeren Sucher mit 100% Bildfeldabdeckung. 

Die Vorteile des optischen Suchers zeigen sich recht deutlich, wenn man unter schlechteren Lichtverhältnissen fotografiert - das Sucherbild bleibt hier wunderbar klar im Gegensatz zu spiegellosen Kameras die einen elektronischen Sucher haben. Ein weiterer Vorteil ist, dass kein Bild aufgebaut werden muss, was z.B. bei schnellen Bewegungen also Sport zu leicht verwischten zeitversetzt dargestellten Bildern führt - dazu muss man aber sagen, dass Spiegelreflexkameras des Einstiegssegments ebenfalls nur bedingt für Sportfotos geeignet sind - das liegt vor allem daran, dass erst die richtig teuren Boliden ein Autofokus-System zur Verfügung stellen, welches diesen Anforderungen gewachsen ist - hängt natürlich auch immer von der Geschwindigkeit der Sportart ab die man fotografieren will.

 

Einer der größten Vorteile einer digitalen Spiegelreflexkamera ist, das schier unglaubliche Zubehörangebot - derzeit bekommt man ganz einfach am meisten an Objektiven, Blitzen, Funkauslösern usw. für die Kameras dieser Bauart, vor allem bei den Marken Canon und Nikon - Sony hat den Bau von Spiegelreflexkameras vor einiger Zeit eingestellt und widmet sich nur noch der Entwicklung von spiegellosen Systemen. 

 

Für wen ist eine digitale Spiegelreflexkamera empfehlenswert?

Nun, da man keine Spiegelreflexkamera braucht um eine bessere Bildqualität zu erzielen bleiben eigentlich nur ein paar Argumente über, die für dieses Kamerasystem sprechen:

1. Optischer Sucher - dieser spielt seine Vorteile vor allem dann aus wenn das Umgebungslicht schwach ist, im Studio oder natürlich in der Sportfotografie.

2. Haptik - für viele ist es angenehmer eine größere griffigere Kamera zu haben - auch ich schätze das im Studio - vor allem mit größeren Objektiven liegt eine größere Kamera auch besser in der Hand.

3. Geschwindigkeit - hier holen die spiegellosen Kameras enorm schnell auf - aber derzeit gilt noch, dass vor allem der Nachführautofokus bei Spiegelreflexkameras schneller ist, was allerdings wirklich nur in der Fotografie von sich schnell bewegenden Motiven zum Tragen kommt.

 

Somit empfiehlt sich eine digitale Spiegelreflexkamera derzeit noch für die Sport- und Tierfotografie und auch für Personen die sehr viel im Studio fotografieren - auch wenn jemand gerne eine größere Kamera in der Hand hat ist die Spiegelreflexkamera die richtige Wahl. Welches Modell man sich hier kauft hängt natürlich vom Budget ab, für mehr Geld bekommt man natürlich auch mehr geboten - ob man sich nun eine Canon oder Nikon kauft, hängt am ehesten davon ab, was besser in der Hand liegt - beide bauen großartige Kameras, bieten jede Menge an Zubehör an - Fremdhersteller produzieren auch bevorzugt für diese beiden Marken - ich empfehle hier ganz einfach zu einem Fachhändler zu gehen und die verschiedenen Modelle in die Hand zu nehmen - was ich nicht empfehle ist, eine Kamera aus einer älteren Modellgeneration zu kaufen - vor allem die Elektrogroßmärkte bieten oft Sonderangebote an, die bei näherer Betrachtung, den Abverkauf einer längst ersetzten Kamerageneration dar stellen - preislich versuchen die Fachhändler immer mit den großen Elektrohandelsketten mit zu halten, bei meist stark erweitertem Serviceangebot, wie Sensorreinigung usw. - die Beratung ist bei den Fachhändlern auch fast immer deutlich brauchbarer.

 

Für die meisten Anwender ist eine spiegellose Kamera die bessere Wahl !

Nun es wird so manche geben die hier sofort aufschreien - eine Spiegelreflexkamera ist doch seit eh und je das Maß der Dinge und so eine kleine Kamera kann da ja nicht mit halten - sorry, die Welt dreht sich nun mal weiter und gerade in diesem Bereich hat sich sehr viel getan - es gibt mittlerweile spiegellose Systemkameras mit Halbformat- und sogar Vollformat-Sensoren - die Objektivpalette  für diese Kameras wächst ständig, ist mittlerweile ausgezeichnet und die elektronischen Sucher werden immer besser. Die Bildqualität ist den Spiegelreflexkameras teilweise sogar überlegen.

 

Vorteile eines spiegellosen Systems

Durch den Wegfall des Spiegelkastens können Kameras dieser Bauart deutlich kleiner konstruiert werden - auch die Objektive sind meist kleiner - das bedeutet einen enormen Vorteil, vor allem dann, wenn man unterwegs ist. Viele spiegellose Kameras passen in eine ganz normale Handtasche und liefern dabei eine uneingeschränkte Bildqualität. Wenn jemand also eine handliche Kamera möchte, die leichter mitzunehmen ist, dann ist die erste Wahl ein spiegellose Systemkamera.

 

Systemkamera mit oder ohne Sucher?

Das ist eine entscheidende Frage vor dem Kauf - der Sucher macht die Kamera auf jeden Fall größer und auch teurer - aber benötigt man ihn überhaupt? Nun, ja und nein - wenn man es gewohnt war mit dem Smartphone zu fotografieren oder mit einer günstigen sucherlosen Kompaktkamera, wird man ihn wahrscheinlich nicht vermissen. Ich persönlich liebe als Reisekamera die Canon EOS M3 - sie ist wunderbar kompakt und liefert mit dem richtigen Objektiv eine grandiose Bildqualität  - zum Fotografieren von Landschaften, Architektur oder Makros habe ich noch nie den Sucher vermisst - auch auf dem Stativ arbeite ich lieber mit dem Monitor - natürlich ist der Monitor bei sehr hellem Umgebungslicht nicht das Gelbe vom Ei, aber für die meisten Aufnahmesituationen für mich ausreichend. Allerdings würde ich den Sucher bei einem Portraitshooting nicht missen wollen und auch für Sportfotografie ist er von Vorteil - die elektronischen Sucher der Systemkameras bieten zudem die Möglichkeit die aufgenommenen Bilder durch den Sucher zu betrachten - ein enormer Vorteil wenn man die Bilder auch mal im prallen Sonnenlicht betrachten oder kontrollieren will. Die elektronischen Sucher der Systemkameras werden ständig besser - vor allem die hochwertigeren Kameras dieses Segments wie z.B. die Fuji XT-1 bieten Sucher, die in manchen Bereichen (z.B. Größe) sogar die klassischen Spiegelreflexkameras übertreffen. 

 

Vor allem unterwegs ist die geringere Größe der spiegellosen Kameras ein enormer Vorteil
Vor allem unterwegs ist die geringere Größe der spiegellosen Kameras ein enormer Vorteil

 

Muss es überhaupt eine Systemkamera sein?

Eine Systemkamera, egal ob klassisch mit Spiegel ausgeführt, oder in der Variante als spiegellose Systemkamera, bietet die Möglichkeit das Objektiv zu wechseln - im Gegensatz zu Kompaktkameras wo das Objektiv fix verbaut ist. D.h. sich eine Kamera dieser Art anzuschaffen macht vor allem dann Sinn, wenn man auch vor hat sich weitere Objektive zu kaufen - ja und jetzt kommt noch ein Punkt dazu den man auch wissen sollte - die meisten Kitobjektive die mit Systemkameras mitverkauft werden, liefern keine hohe Bildqualität und sind zumeist noch relativ lichtschwach - wenn man also glaubt, man kann diese hübschen Portraits damit machen, wo der Hintergrund so wunderschön cremig unscharf ist - Fehlanzeige, das gelingt hauptsächlich mit lichtstarken Festbrennweiten (Objektiven ohne Zoom) oder auch mit sehr teuren lichtstarken Zoomobjektiven im Telebereich - die mitverkauften Kitobjektive sind dazu nicht geeignet. Also wenn man sich die Anschaffung einer Systemkamera überlegt, macht es falls man auch wirklich die Bildqualität erleben will die die Kamera liefert, ganz großen Sinn sich im Budget auch die Anschaffung einer Fixbrennweite mit einzuplanen - die 50mm Optiken von Canon oder Nikon z.B. gibt es schon relativ günstig und sie liefern eine grandiose Bildqualität - und damit gelingen auch die Portraits in der Weise die man sich wünscht.

 

Mittlerweile gibt es auch Kompaktkameras mit großen Sensoren und exzellenten fix verbauten Objektiven - sogenannte Edelkompakte - wer also so und so nicht vor hat, weitere Objektive zu kaufen, kann ruhig auch mal in diese Richtung blicken - wie schon erwähnt - nur weil die Kamera größer ist, macht sie nicht unbedingt bessere Bilder.

 

Auf den Abbildungen oben seht ihr ganz links die Canon EOS M3 - eine Vertreterin der spiegellosen Systemkameras ohne Sucher - in der Mitte eine spiegellose der gehobeneren Preisklasse, die Fuji XT-1 welche über einen ganz ausgezeichneten großen elektronischen Sucher verfügt und ganz rechts die Canon EOS 5DsR eine klassische Vollformat Spiegelreflexkamera, deren Besonderheit die enorme Auflösung von 50 Megapixel ist. Alle drei Kameras kann ich uneingeschränkt empfehlen, auch wenn sie unterschiedlicher nicht sein könnten - aber diese Unterschiede betreffen hauptsächlich die Bedienung und die Größe - wenn ich Bilder im Urlaub mache und diese dann am Computer oder iPad betrachte und selbst bei hochqualitativen Ausdrucken bis A3 sind kaum Unterschiede erkennbar - für Unterwegs ist deshalb die kleine Canon EOS M3 eine gute Wahl - sobald ich unterwegs auch vor habe Menschen zu fotografien dann kommt die Fuji XT-1 in die Fototasche und die Canon EOS 5Dsr ist meine Studiokamera oder wenn es Fotos mit extremer Detailauflösung werden sollen.

 

Bilder aufgenommen mit, v.l.n.r.: Canon EOS M3, Fuji XT-1, Canon EOS 5 DsR

 

Abschließend möchte ich euch noch ein paar Kameraempfehlungen geben von denen ich selbst absolut überzeugt bin - natürlich habe ich diese Kameras auch ausgiebig getestet. 

 

Fujifilm X70 (Premium Kompaktkamera)

die Fuji sieht nicht nur unglaublich gut aus, sie liefert auch eine absolut bestechende Bildqualität. Wer auf Wechselobjektive und optische Zoomfunktion verzichten kann bekommt mit der Fuji eine kompakte Kamera, die mit ihren sonstigen Funktionen, einer Spiegelreflexkamera in nichts nachsteht - perfekt geeignet für Reise, Reportage, Familie und durch ihre Westentaschen-Tauglichkeit ganz einfach immer mit dabei. Nicht billig aber jeden Cent wert, wenn es darum geht, exzellente Bilder mit der kleinstmöglichen Cam zu machen. Chip hat die Kamera getestet - zum Test gelangt ihr hier.


Canon EOS M3 (Systemkamera ohne Sucher)

Meine persönliche Immerdabei- und Reisekamera, vor allem dann, wenn ich nicht allzu viel schleppen möchte. Wenn man den Sucher eines Tages doch vermisst, gibt es einen sehr guten aufsteckbaren als Zubehör. Die Bildqualität ist Top, vor allem mit dem schlanken EF-M 22mm und dem genialen Superweitwinkel-Zoom EF-M 11-22mm. Mit dem Superweitwinkel hat man die optimale Kombi für Landschafts- und Städtefotografie - mit der 22mm Festbrennweite wird die EOS M3 super kompakt und passt dann in jede Handtasche.


Fujifilm X-Pro2 (Premium Systemkamera)

Die X-Pro2 ist das derzeitige Flaggschiff von Fuji - das Design und Bedienkonzept ist absolut genial, die Bildqualität auf Vollformat-Niveau. Die Kamera ist gegen Spritzwasser abgedichtet, hat einen Hybridsucher, der sich von optisch auf elektronisch umschalten lässt, der Autofokus ist rasend schnell und die Auslöseverzögerung nicht mehr wahrnehmbar - zudem bietet Fuji das mit Abstand beste Objektivsortiment für seine Systemkameras. Eine echte Alternative zu einer Vollformat-Spiegelreflexkamera, vor allem dann, wenn man an Gewicht und Größe einsparen möchte.


 

Man könnte diese Liste endlos fort setzen, denn es gibt mitterweile sehr viele empfehlenswerte Kameras - wenn man sich das erste Mal eine Kamera aus einem gehobenen Segment kauft, ist es vor allem dann, wenn es eine Systemkamera ist, eine Entscheidung für ein ganzes System - also auch auch für die Objektive und sonstiges Zubehör. Für die meisten Nutzer, vor allem im Privatbereich, ist eine spiegellose Systemkamera wahrscheinlich die bessere Wahl - für jene die nicht allzu viel herum schleppen möchten auf jeden Fall. All jene die lieber eine große Kamera in der Hand haben, die Sport oder Wildlife fotografieren möchten, werden wahrscheinlich eher zu einer klassischen Spiegelreflexkamera greifen - wer allerdings gar nicht vor hat, weitere Objektive zu kaufen und nur auf maximale Bildqualität setzt, wird wahrscheinlich mit einer Premium Kompaktkamera mit großem Sensor am ehesten glücklich.

 

Was man sich auf jeden Fall überlegen sollte, ob man einen Sucher benötigt, einen klappbaren Monitor und mit welchem Bedienkonzept man sich am besten zurecht findet. Canon bietet bei all seinen Systemkameras ob mit oder ohne Spiegel ein sehr einfaches Bedienkonzept, das noch dazu bei jeder Kamera fast identisch ist - Fuji hat, vor allem bei seinen Kameras des gehobenen Segments, ein geniales klassisches Bedienkonzept mit vielen Einstellrädern und Knöpfen - dies erlaubt einen schnellen Direktzugriff und macht unglaublich viel Spaß beim Fotografieren - zudem sind die Fuji Kameras mit ihrem Retro-Look extrem stylisch - Sony baut Kameras mit exzellenter Bildqualität, das Menü erfordert allerdings eine gewisse Einarbeitungszeit und ist teilweise umständlich. Ganz wichtig ist, sich darüber klar zu werden, für welche Bereiche man die Kamera hauptsächlich einsetzen möchte - eine Kamera die alles gleich gut kann gibt es nun mal nicht - die "eierlegende Wollmilchsau" ist auch in diesem Bereich noch nicht erfunden. Die allgemein verbreitete Meinung, dass eine Spiegelreflexkamera oder eine große Kamera die besseren Bilder macht, stimmt ganz einfach nicht mehr und so lohnt es sich im Vorfeld abzuklären, welche Art von Kamera für die eigenen Ansprüche am ehesten Sinn macht.

 

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Workshop - Moderne Hochzeitsfotografie

Workshop Hochzeitsfotografie
Workshop Hochzeitsfotografie

Es dürften mittlerweile mehr als zehn Hochzeits-Fotografie-Workshops die ich in den letzten fünf Jahren abgehalten habe und es macht mir immer noch ganz besonders viel Freude Fotografen auf die Aufgabe als Hochzeitsfotograf vorzubereiten. 

 

Am ersten Tag gab es wie üblich so Einiges an Theorie zum Thema Hochzeitsfotografie und natürlich auch so einiges über Marketing, Preisgestaltung und viele weitere nützliche Tipps für das Handwerk des Hochzeitsfotografen.

 

Am zweiten Tag ging es dann ins Schloss Greißenegg in Voitsberg, eine wundervolle Location für gediegene Hochzeitsbilder, um ein hübsches Brautpaar zu fotografieren. Viele Tipps zu Posing und Auswahl geeigneter Locations konnten mit Romina und Christoph, die auch im realen Leben ein Paar sind, umgesetzt werden. 

 

Ich wünsche euch viel Freude beim Betrachten der Bilder die im Zuge des Workshops von den Teilnehmern und von mir gemacht wurden. Vielen Dank an dieser Stelle an unser Brautpaar - ihr ward einfach wunderbar.

 

Nächster Termin Workshop "Moderne Hochzeitsfotografie"

 

Workshops für die FUJIFILM School

Es freut mich ganz besonders, dass ich ab sofort auch Workshops im Rahmen der FUJIFILM School anbieten kann. Die Workshops sind über Fuji buchbar und werden zu einem besonders günstigen Preis angeboten, ohne dabei auf höchste Qualität zu verzichten - sogar die Verpflegung der Teilnehmer ist inkludiert. 

 

Da die Workshops der FUJIFILM School derzeit jeweils auf einen Tag ausgelegt sind, sind sie vom Inhalt her nicht gleich aufgebaut wie meine zweitägigen Workshops, die ich über fotopraxis.at anbiete - die Fuji Workshops haben ein etwas gestraftes Programm mit sehr viel Info konzentriert auf einen Tag - der Fokus liegt natürlich auf der Arbeit mit dem Fuji X-System und den Vorteilen die es dem Fotografen bietet - viele Tipps und Tricks, wie man die Fuji Kameras für den jeweiligen Einsatzzweck bestmöglich einsetzt, gehören zum Workshop-Programm - aber auch Benutzer anderer Kamerasysteme sind herzlich willkommen und können zusätzlich, die Gelegenheit nutzen, kostenfrei eine Kamera aus dem Fuji-Sortiment zu testen.

 

Zum Start gibt es zwei Workshops vom Michael Schnabl im Rahmen der Fujifilm School. Für weitere Infos klickt einfach auf die Links - ja und ich freue mich jetzt schon, euch auf dem Ein- oder Anderen Fuji-Workshop begrüßen zu dürfen.

 

People & Portrait - Graz, 11.06.2016

Fine Art Portrait - Graz, 09.07.2016

Fujifilm School Workshops mit Michael Schnabl

Alle hier gezeigten Bilder sind natürlich mit dem Fuji X-System aufgenommen - was mir an den Fuji Kameras ganz besonders gefällt, sind die Farben die sich damit generieren lassen, ganz egal ob man in RAW oder JPG fotografiert.

Hochzeitsfotografie mit der Fuji X-T1

Ich fotografiere nun schon seit einigen Jahren Hochzeiten - zuerst mit der Nikon D700, dann nach meinem Umstieg auf Canon, mit der Canon EOS 5D MKIII - mit beiden Kamerasystemen war ich grundsätzlich zufrieden, wobei die Canon, bereits einen ganz gewaltigen Fortschritt zur älteren Nikon D700 darstellte - weitaus schnellerer Autofokus, ein angenehmeres diskreteres  Auslösegeräusch und eine für mich bessere Haptik, erleichterten die Arbeit im stundenlangen Hochzeitseinsatz ganz enorm. Zwei Dinge allerdings störten mich beim Nikon- sowie auch Canon- Vollformat System ganz enorm - einerseits das große Gewicht und Packvolumen, welches man mit einigen Objektiven mit sich herum schleppt und andererseits konnte ich weder mit Nikon noch mit Canon Jpg's "out of the cam" produzieren die meinen Ansprüchen gerecht wurden.

Hochzeitsfotografie mit der Fuji X-T1

Ende 2014 kam zu meinen Canons die Fuji X-T1 dazu - ich gebe es gerne zu, einer der Hauptgründe warum ich mir die Fuji anschaffte war ihr hübsches Retro-Design - dass ich diese Kamera einmal bei Hochzeiten einsetzen wurde, soweit dachte ich damals noch gar nicht. In erster Linie wollte ich sie privat verwenden - kein Vollformat-Sensor und ein doch deutlich kleineres Gehäuse - so etwas nimmt doch niemand ernst, dachte ich zu dieser Zeit - Kunden erwarten doch, dass der Fotograf mit einer großen Kamera und gewaltigen Objektiven auftaucht - diese Show muss man beim Fotografieren einfach bieten - viel großes und schweres Equipment, welches den klar erkennbaren Unterschied zum Amateur aufzeigt - mit dem nicht zu unterschätzenden Nachteil, dass man sich dann bei einer Hochzeit, fast zu Tode schleppt.

 

Ich begann 2015 dann so nach und nach, die Fuji zu meinen Hochzeitsaufträgen mit zu nehmen - nicht nur als reine Backup-Kamera, sondern als Zweit- bzw. Drittkamera, die ich auch tatsächlich mehr und mehr einsetzte. Es machte mir von Mal zu Mal mehr Spaß mit der kleinen Spiegellosen zu arbeiten - und für meinen Rücken der nach einer Ganztages-Begleitung mit der 5D MKIII immer ziemlich beleidigt war, stellte sich das weitaus geringere Gewicht der Kamera als echte Erholung zwischendurch heraus.

 

"Die Farben der Fuji sind einfach genial"

 

Beim Bearbeiten der Hochzeitsbilder stellte ich recht schnell fest, dass die Farben der Fuji-Bilder immer einen Ticken angenehmer waren als die der Canon - mit der Fuji war es sogar möglich Jpg's out of the cam zu produzieren die kaum einer Bearbeitung bedurften - aber auch die RAW-Bilder aus der Fuji haben eine andere Farbanmutung als die aus der Canon - irgendwie harmonischer, edler - mit der Canon kam ich in Lightroom nicht auf den selben Look. Als besonderes Feature lassen sich in der Kamera Filmsimulationen wählen, die teilweise klassischen Fuji-Filmen nachempfunden sind und teilweise neue Kreationen sind, wie z.B. der Classic Chrome Look. Diese Filmsimulationen lassen sich dann auch noch weiter anpassen - so kann man die Tiefen und Lichter getrennt regeln sowie die Farbintensität und Schärfe einstellen - selbst angepasste Looks lassen sich sehr einfach als Custom-Settings abspeichern - vor allem für User die fertige Jpg's mit einem einzigartigen Farb- bzw. Schwarz-Weiss-Look kreieren möchten ein sehr großer Vorteil. Apropos Schwarz-Weiss - das kann die X-T1 richtig gut - die monochromen Bilder aus der Kamera sehen wirklich sehr gut aus - kenne keine andere Kamera die da mithalten könnte, außer die Leica Monochrome, aber da sprechen wir dann von ganz anderen Anschaffungskosten.

Für Hochzeitsfotografen ist es ein enormer Vorteil wenn keine bis wenig Arbeit im Nachhinein anfällt - die Fuji ist bis jetzt die einzige Kamera die ich kenne, mit der es möglich ist, wirklich fertige Bilder out of the cam für eine Hochzeitsreportage zu produzieren - vor allem dann, wenn man knackige Schwarz-Weiss Bilder liebt, oder einen klassischen Filmlook - ich denke, jeder der bereits einige Hochzeiten fotografiert hat, weiß welch enormen Aufwand es darstellen kann, alle Bilder eines solchen Ereignisses mit dem passenden Look zu versehen und wie aufwändig es teilweise ist, eine schöne Schwarz-Weiss Umwandlung zu machen, mit der man dann wirklich zufrieden ist - nun bei den Fuji SW-Bildern habe ich bis jetzt kaum etwas verändert - die gefallen mir wirklich so, wie sie aus der Kamera kommen.

An der Bildqualität und auch am Rauschverhalten gibt es wirklich nichts zu meckern - diesen Part meistert die Fuji mit Bravour - die Systemkamera kann hier locker mit weitaus größeren Spiegelreflex-Systemen mithalten und durch die besondere Architektur des Fuji-Sensors liefert die Kamera einzigartig schöne Farben.   

 

"Bei der Geschwindigkeit gibt es noch Verbesserungspotential"

 

Das klassische Bedien-Konzept mit vielen manuellen Einstellrädern und Direktzugriff mittels Tasten auf alle wichtigen Funktionen ist gut durchdacht und macht eine Menge Spaß - die Blende mittels Blenden-Ring am Objektiv einzustellen lässt echtes Retro-Feeling aufkommen - die Haptik und Materialanmutung der Kamera ist sehr hochwertig, aber wo Licht ist, ist auch Schatten - im Fall der Fuji sehr viel Licht und ein klein wenig Schatten. Autofokus- sowie Auslöse-Verzögerung wünscht man sich ein wenig schneller - da ist die 5D MKIII doch deutlich schneller - auch die Verarbeitungszeit für die RAW-Bilder ist teilweise lähmend - mit ultraschnellen Speicherkarten lässt sich das etwas verbessern, aber der Pufferspeicher der Kamera ist anscheinend relativ klein und auch der Bildprozessor nicht gerade eine Rakete - in der Praxis ist dies für Hochzeitsfotografie zwar nicht unbedingt ein großer Nachteil, aber manchmal etwas lästig. Was für mich der einzig echte Kritikpunkt an der Kamera ist, ist das Verschieben des Fokus-Punktes - die Tasten dazu sind relativ klein und schlecht zu erfühlen da sie relativ tief ins Gehäuse eingelassen sind - man vermisst hier den Joystick wie man ihn von den Canons her kennt. Wenn man sich die neue Fuji X PRO 2 ansieht, so merkt man sofort, dass Fuji sich dieses Problems angenommen hat - die X PRO 2 hat nun diesen genialen Joystick mit dem man den Fokuspunkt rasch verschieben kann ohne das Auge vom Sucher zu nehmen - glaubt man den Rumors-Seiten im Netz, so wird auch der Nachfolger der X-T1 damit ausgestattet sein.

 

"Der neigbare Monitor erleichtert die Arbeit ungemein"

 

Was ich an der Fuji X-T1 sehr schätze ist der nach oben und unten neigbare Monitor - ich selbst bin ja nicht gerade der Größte, da ist es unglaublich praktisch mal die Kamera hoch halten zu können und über den nach unten geneigten Monitor ganz leicht den 'Bildausschnitt wählen zu können - das Gleiche gilt natürlich für Aufnahmen aus einer sehr tiefen Perspektive und die Kleidung bleibt dann auch sauber wenn man sich nicht auf den Boden legen muss - ein gewaltiger Vorteil gegenüber der 5D - Übersichtsfotos mit hochgehaltener Kamera verlangten immer mehrere Aufnahmen mit der schweren Kamera - ein Glücksspiel das noch dazu Zeit kostet.

 

Die kleinere Kamera hat natürlich auch den Vorteil, dass man beweglicher ist - ein nicht zu unterschätzender Vorteil in dicht gedrängten Menschenmengen - ich habe auch immer wieder festgestellt, dass eine kleinere Kamera auf viele Personen weniger bedrohlich wirkt - man tut sich leichter ins Geschehen einzutauchen und kommt dadurch leichter zu lebendigen Hochzeitsbildern.

 

"Hochzeitsreportagen ausschließlich mit dem Fuji X-System"

 

Vor kurzem kam die neue Fuji X Pro 2 auf den Markt - sie ist deutlich schneller, hat nun 24 MP Auflösung, bei verbessertem Rauschverhalten, einen zusätzlichen Joystick, der eine ultraschnelle Verstellung des Fokuspunktes erlaubt und eine neue geniale Schwarz-Weiss-Filmsimulation (Acros) - der Nachfolger der X-T1 wird noch vor dem Herbst erwartet und wird hoffentlich auch all diese Attribute aufweisen, aber eben mit einem Spiegelreflex-ähnlicherem Aussehen und Bedien-Konzept - da ich Hochzeiten immer mit zwei von der Bedienung her ziemlich gleichen Kameras fotografiere, um einen möglichst schnellen Workflow sicher zu stellen,  werde ich wohl auf den Nachfolger der X-T1 warten (obwohl die X PRO 2 ebenfalls grenzgenial ist und supercool aussieht) - sobald ich dann zwei Kameras aus dem Fuji X-System habe, werde ich Hochzeiten in Zukunft wohl ausschließlich mit den Fujis fotografieren.

 

"Die Gewichtsersparnis ist ein Riesenargument"

 

Der Hauptgrund für mich, bei Hochzeitsreportagen komplett auf Fuji umzusteigen, ist auf jeden Fall die enorme Gewichtsersparnis gegenüber einem herkömmlichen Spiegelreflex-System - statt zwei schweren, bis zum Bersten vollgepackten Taschen, reicht dann locker eine - auch wenn vielleicht manch einer der Hochzeitsgäste sich wundern mag, warum man keine größere Kamera mit hat, im Endeffekt überwiegt für mich der Vorteil, dass ich nach der Hochzeit ohne Rückenschmerzen nach Hause fahren kann - von der Bildqualität her sehe ich keinen Nachteil, ganz im Gegenteil, die Farben der Fuji erlauben es große Teile der Hochzeit als Jpg zu fotografieren und viel an Nachbearbeitungszeit einzusparen.

 

+ Design der Kamera

+ klassisches wohl durchdachtes Bedien-Konzept

+ hochwertig verarbeitetes und abgedichtetes Gehäuse

+ sehr hochwertige Objektive 

+ Bildqualität und Rauschverhalten

+ Filmsimulationen und Bildlooks "out of the cam" - wunderschönes Schwarz-Weiss

+ Gewichtsersparnis gegenüber herkömmlichem DSLR-System

+ nach oben und unten neigbarer Monitor

 

- Geschwindigkeit

- Knöpfe zur Verstellung des Fokuspunktes schwer zu ertasten

 

"Fazit"

 

Die Fuji X-T1 stellt eine echte Alternative zu herkömmlichen DSLR-Systemen für die Hochzeitsfotografie dar - Top Bildqualität bei sehr gutem Rauschverhalten - die Filmsimulationen ermöglichen es, auch ohne aufwändige nachträgliche Bildbearbeitung, ansprechende Bildlooks out of the cam zu produzieren. Die Gewichtsersparnis ist ein sehr großes Argument - vor allem bei Hochzeitsreportagen, wo man sein Equipment den ganzen Tag herum schleppen muss. Zudem sieht die Kamera sehr schick aus und ist äußerst hochwertig verarbeitet - bei der Geschwindigkeit ist sie professionellen DSLR-Systemen unterlegen - damit ist sie ganz sicher keine Kamera für die Sportfotografie, auf Hochzeiten fällt dies wohl weniger ins Gewicht.

Anmerkung: Alle Bilder in diesem Blogartikel wurden mit der Fuji X-T1 aufgenommen - viele davon als Jpg - alle Bilder nur mit sehr geringfügigen Anpassungen in Lightroom.

 

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Digitale Fotografie Grundlagen, April 2016

Digitale Fotografie Grundlagen Kursteilnehmer - Graz, April 2016
Digitale Fotografie Grundlagen Kursteilnehmer - Graz, April 2016

Mittlerweile habe ich über vierzig Fotografie Grundkurse abgehalten und es macht immer noch Spaß wie beim ersten Mal - ganz besonders dann wenn ich so toll motivierte Teilnehmer habe wie letztes Wochenende in Graz. Der Workshop "Digitale Fotografie Grundlagen" ist auch für mich jedes mal eine große Herausforderung - gilt es einerseits so einiges an nüchterner Theorie zu vermitteln und andererseits den Spaß an der Fotografie nicht zu kurz kommen zu lassen - wenn dann am Schluss die Teilnehmer zu mir sagen, dass die zwei Tage Spaß machten und sie dabei auch viel gelernt haben, ist für mich mein Ziel erfüllt. Seit über fünf Jahren wird der Kurs immer wieder überarbeitet und verbessert um den Teilnehmern das bestmögliche Lernerlebnis zu bieten - ich freue mich bereits auf viele weitere gelungene Grundlagen-Workshops dieser Art. 

 

Hier ein paar Impressionen vom Workshop - viel Spaß beim Betrachten.

Rollei Compact Traveller Reisestativ Test

Das Rollei Reisestativ trägt auch eine schwere DSLR
Das Rollei Reisestativ trägt auch eine schwere DSLR

Für meinen letzten Dubai Aufenthalt habe ich mir nach langen Überlegungen das Rollei Compact Traveller Reisestativ angeschafft - Packmaß, Gewicht und Preis waren genau das wonach ich suchte - für rund 100 Euro bei Amazon im Angebot und in mehreren hübschen Farben erhältlich habe ich es einfach mal auf gut Glück bestellt - falls es gar nicht passt kann man es ja immer noch zurückschicken, so mein Gedanke.

 

Drei Tage nach Bestellung war das Teil geliefert - gut verpackt in einem schönen Überkarton kommt das Stativ mit Transporttasche - und wow, es ist wirklich klein und leicht, sieht in der bestellten Farbe blau auch richtig gut aus - aber trägt dieses filigrane Ding auch eine Canon 5D MK III mit z.B. dem 16-35mm 4.0, meiner meist verwendeten Kombination für Landschafts- und Architekturfotografie - ja es tut - und gar nicht mal so schlecht - groß Gewachsene werden sich zwar mit der etwas niederen Stativ-Höhe anfreunden müssen, aber das Stativ passt halt locker auch innen in einen durchschnittlichen Fotorucksack hinein. Nach einer Woche Dubai habe ich das geringe Gewicht von 1,2 kg richtig schätzen gelernt - das Stativ hat seine Funktion als Reisestativ perfekt erfüllt - das Preis-Leistungs-Verhältnis ist erstklassig und auch die Verarbeitungsqualität top.

 

Natürlich kann man auch deutlich mehr Geld ausgeben wenn man möchte - für ein nobles Gitzo z.B. - ob das dann wirklich um so viel besser ist sei dahin gestellt - meiner Meinung nach wird das Rollei in den meisten Fällen allen Anforderungen gerecht die man an ein Reisestativ stellt - vom mir daher auch eine volle Kaufempfehlung mit ruhigem Gewissen.


Filmsimulationen und Kreativfilter der Fuji XT-1

Miniatureffekt mit Fuji XT-1
Miniatureffekt mit Fuji XT-1

Eine Besonderheit des Fuji X-Systems ist es, dass man verschiedene Filmsimulationen direkt an der Kamera einstellen kann. Es werden zum Teil klassische Fuji Analogfilme simuliert, daneben gibt es auch noch neu kreierte Voreinstellungen wie z.B. den Bildstil Classic Chrome und Kreativ-Filter. Man kann sich einen Kreativ-Filter vorwählen welchen man dann mittels dem Einstellring unter dem ISO-Rändelrad direkt anwählen kann - das spart sehr viel Zeit - zumeist gibt es ja einen Favoriten - dieser ist dann in Sekundenschnelle einsatzbereit.

Filmsimulationen der Fuji XT-1

Provia/Standard - liefert sehr schöne ausgewogene Farben - passt für die meisten Situationen

Velvia/Lebendig - liefert knackige Farben - für Landschaft und Natur eine gut geeignete Voreinstellung

Astia/ Weich - gut geeignet für sanfte Portraits mit schönen Hauttönen

Classic Chrome - stark entsättigt - gibt dem Bild eine klassische melancholische Anmutung

Pro Neg. Hi undPro Neg. Std sind ebenfalls für die Portraitfotografie gedacht

Schwarz/Weiß gibt es auch mit Gelb-, Rot- und Grünfilter

Sepia - Monochrom mit Gelb/Brauntonung

 

Was die Filmsimulationen zum Highlight werden lässt, ist die Möglichkeit, die Lichter Tiefen Farbe und Schärfe noch jeweils individuell anzupassen - man kann sich dann seine eigenen Filmlooks als Voreinstellung abspeichern und bei Bedarf schnell wieder über das Quickmenü abrufen. Schwarz/Weiß mit Einstellung +2 bei den Tiefen (S Tone) sieht vor allem bei available light Portraits richtig schick aus. Classic Chrome mit + 2 bei den Tiefen und +1 bei der Farbe ist ebenfalls ein persönlicher Favorit.

 

Kreativ-Filter der Fuji XT-1

Miniatur - macht aus jeder Landschaft ein Spielzeugmodell - sieht ein wenig nach Legoland aus

Pop - Comicartige Farben und Kontraste

High Tone - für ausgewaschene Bilder mit wenig Kontrast

Low-Key - für einen gesamt dunklen Bildlook

Dynamische Farbtiefe - gibt einen kontrast- und farbstarken dramatischen Bildlook

Weichzeichner - David Hamilton lässt grüßen

Partielle Farbe - Color Key out of cam - für die die es mögen

Lochkamera - stark vignettierter düsterer Look 

 

Die Kreativ-Filter gehen schon sehr stark ins künstlerische und sind sicher nicht Jedermanns Geschmack - mich persönlich hat der Miniatur-Filter ziemlich fasziniert - ein richtig cooler und farbenfroher Legoland-Effekt der Spaß macht.

 

In der folgenden Galerie könnt ihr euch einen Eindruck verschaffen wie die einzelnen Voreinstellungen sich aufs Bild auswirken. Alle Bilder, bis auf das erste welches mit Lightroom aus einem RAW entwickelt wurde, sind Jpg's ohne Nachbearbeitung (wurden nur fürs web verkleinert).

 

Anmerkung: Die Filmsimulationen greifen nicht auf die RAW-Bilder - ich speichere mir hier zusätzlich ein Jpg ab um danach die Entscheidung zu haben, ob ich das von der Fuji produzierte Jpg nehme, oder ob ich doch das RAW selbst bearbeiten möchte - die Kreativ-Filter speichern immer nur ein Jpg ab, auch wenn ihr RAW eingestellt habt.

 

Google Nik Collection ab sofort gratis!

Nik Collection gratis
Nik Collection gratis

Die einzelnen Produkte der Nik Collection werden seit vielen Jahren von unzähligen Fotografen genutzt, um Bildern den letzten Schliff bzw. einen ansprechenden Bildlook zu verleihen. Mit der Übernahme durch Google im Herbst 2012 wurde die Nik Collection nur mehr als Gesamtprodukt angeboten - Einzelne Bestandteile daraus wie Color Efex, Silver Efex oder Viveza waren nicht mehr einzeln erhältlich - gleichzeitig wurde der Preis drastisch gesenkt.

 

Seit 24.03.2016 stellt nun Google die gesamte Collection, bestehend aus Color Efex Pro, Silfer Efex Pro, Viveza, Sharpener pro, HDR Efex Pro, Analog Efex Pro und Dfine völlig kostenfrei zur Verfügung. 

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Fuji X-T1 Erfahrungsbericht / Test

Fuji XT-1 mit Fujifilm MHG-XT Large Handgriff
Fuji XT-1 mit Fujifilm MHG-XT Large Handgriff

Eigentlich stand ich den ganzen Systemkameras relativ skeptisch gegenüber - oft ohne Sucher und wenn einer vorhanden war, dann zumeist relativ klein und bei schlechtem Licht kaum ernsthaft zu verwenden. Trotzdem war ich lange auf der Suche nach einer Kamera diesen Typs - vor allem für unterwegs - die Canon 5D MKIII mit ein paar Objektiven sorgte schon so einige Male für Probleme am Flughafen mit zu schwerem Handgepäck. Die Sonys liefern zwar eine sehr gute Bildqualität aber mit dem Bedienkonzept der Alphas konnte ich mich nie anfreunden - Olympus und Panasonic bauen sicher tolle Kameras aber der Micro-four-thirds Sensor ist mir einfach zu klein - zumindest APS-C sollte es schon sein. Als dann eines Tages ein Bekannter von mir mit einer Fuji X-T1 aufkreuzte und ich die Kamera das erste Mal in Händen hielt, war ich mehr als positiv überrascht.

Es war so ein bisschen Liebe auf den ersten Blick - oder auf das erste Fühlen - denn, die Fuji fühlte sich einfach gut an - ja und sie sah auch deutlich besser aus als die vergleichbaren Kameras der Mitbewerber. Nun, Schönheit alleine macht noch keine gute Kamera - aber der erste Blick durch den großen digitalen Sucher der Fuji machte mich nun aber wirklich neugierig - so ein großes und gutes Sucherbild hatte ich bei einer spiegellosen Kamera bis dahin noch nicht gesehen. Die Größe des Suchers entspricht einer Top-Vollformat-Kamera - für mich ein nicht unwesentliches Detail - People-Aufnahmen mache ich ganz einfach lieber mit der Kamera am Auge - während ich bei Architekturaufnahmen sehr gerne mit dem Monitor arbeite, weil sich so für mich die Linien leichter ausrichten lassen.

Unterwegs mit der Fuji XT-1 - Foto: Imiak Khan
Unterwegs mit der Fuji XT-1 - Foto: Imiak Khan

Nach kurzem Überlegen wurde die XT-1 angeschafft und dazu das 56mm 1.2 für meine Portrait-Shootings und das 10-24mm 4.0 für Landschafts und Reisefotografie. Später kamen auch noch die Pancakes  mit 18 und 27mm dazu sowie kurzzeitig auch das exzellente 23mm 1.4. Selbiges gab ich dann nach einiger Zeit wieder her, da das 10-24 ja diese Brennweite mit abdeckt und es mir etwas mehr Flexiblität bietet.

 

Im Herbst 2015 wurde ich von Jademodels International Management zu einigen Modelshoots nach Mallorca eingeladen und ich entschloss mich diesmal meine Canon 5DMKIII samt schweren Wechselobjektiven zuhause zu lassen. Mit nicht einmal der Hälfte an Gewicht und Packvolumen wie sonst üblich ging es ab auf die Sonneninsel - zum ersten mal kein Zittern mit dem Handgepäck beim Einchecken - im März hatte ich beim Hinflug nach Dubai große Probleme mit dem zu schweren Fototrolley - 15kg wurde beim Abwiegen festgestellt und die Check-In-Mitarbeiterin von Emirates verlangte dass ich ihn als Koffer aufgebe - bei einem Ausrüstungswert von ca. 15.000 Euros samt Mac-Book Pro  ein Ding der Unmöglichkeit für mich - ein wenig Glück hatte ich dann doch - nach Rücksprache mit der Crew dufte er dann doch noch mit - sogar mit Spezialverwahrung in der Bordküche.  Nun, diese Probleme hat man mit der X-T1 samt mehreren Wechselobjektiven in einem leichten Rucksack nicht - ein entscheidender Vorteil wenn man unterwegs ist.

 

Richtig bewusst, wie angenehm es ist, mit einer leichten Ausrüstung unterwegs zu sein wurde es mir dann bei den Shootings selbst. Oft ist man schon ein wenig zu Fuß unterwegs, bis man eine geeignete Location gefunden hat - das war diesmal doch deutlich angenehmer. Ein leichter relativ kleiner Rucksack mit Kameraequipment und eine Umhängetasche mit zwei Blitzen, Funkauslöser, einer kleinen Schirmsoftbox sowie zwei leichten Stativen - der Sherpa konnte diesmal also zuhause bleiben.

 

"Mit der Fuji X-T1 und einigen Wechselobjektiven bin ich mit dem halben Gewicht und Equipment-Volumen unterwegs, im Vergleich zu einem vergleichbaren klassischen Spiegelreflex Kamera-System. Das ist bei der Arbeit on location und auf Reisen ein enormer Vorteil - zudem belohnt die X-T1 mit einer unglaublich schönen Farbdarstellung, die man sonst bei keinem anderen System findet."

 

Am Anfang war es schon etwas ungewohnt für mich mit so einer kleinen Kamera zu arbeiten - man muss sich auch etwas umstellen von der Bedienung her - die Zweifel waren aber recht rasch verflogen als ich mir die ersten Resultate am Monitor ansah - und als ich in die Bilder hinein zoomte und die Schärfe bei jedem Bild dort saß wo es sein sollte wurde aus anfänglichem Zweifel, ob sich das wohl auch alles mit einer Systemkamera realisieren ließe, ehrliche Begeisterung. Die meisten Bilder habe ich mit natürlichem Licht gemacht - das ist der Bereich für den die Fuji wie geschaffen ist - bei einem Shooting arbeitete ich mit einem entfesselten Aufsteckblitz was ebenfalls relativ gut funktionierte. Für Fuji gibt es leider relativ wenig an Blitzzubehör von Fremdherstellern - TTL über Funk soll es zwar mittlerweile über irgend ein Auslöser-System geben welches in den USA erhältlich ist - im deutschsprachigen Raum konnte ich nichts finden - HSS scheint zur Zeit mit der Fuji gänzlich unmöglich zu sein - da die Blitzsynchronzeit mit 1/180 auch nicht gerade berauschend ist kann das in manchen Situationen eng werden - man kann sich natürlich mit Graufiltern behelfen was allerdings die Autofokus-Leistung massiv beeinträchtigt und natürlich eine höhere Blitzleistung verlangt - mit Aufsteckblitzen ist man da sofort am Limit. Gut, das ist natürlich Jammern auf hohem Niveau - in der Praxis funktionierte das Ganze mit ultrabilligen No-Name Funkauslösern und ebenso günstigen Yongnuo Blitzen sehr gut.

 

Nach einer Woche Mallorca, vier Model-Shootings und etwas Landschaftfotografie hab ich die Fuji X-T1 wirklich ins Herz geschlossen - die Bilder haben eine ganz eigene Fuji-typische Anmutung - das liegt einerseits an den wirklich schönen Farben die die Fuji produziert und andererseits auch am wunderbar cremigen Bokeh in den Unschärfebereichen welches jedes von mir verwendete Fuji-Objektiv produziert. Als unglaublich praktisch hat sich, der in der Größe verstellbare Fokuspunkt erwiesen - so läßt sich der Fokus wirklich ganz genau aufs Auge legen - bei offenblendigem Abeiten ein nicht unwesentliches Detail. Im Vergleich dazu die EOS M3 - ebenfalls eine sehr gute Systemkamera, leider ohne Sucher und eben mit einem Fokuspunkt der relativ groß und nicht verkleinerbar ist - hier hat man wirklich das Problem, dass der Fokus auf kürzere Distanzen bei offener Blende oft nicht sitzt weil im erfassten Bereich dann eben nicht nur das Auge, sondern auch Wange und Augenbrauen sind. Bei der Fuji, wie schon erwähnt, hatte ich kaum fehlfokussierte Bilder - eine ausgezeichnete Portraitkamera.

 

Ich fotografiere generell in RAW, weil es mir einfach etwas mehr Bearbeitungsspielraum lässt - die Filmsimulationen sind daher für mich von geringerer Bedeutung auch wenn ich immer auch ein Jpg bei der Fuji mit speichere um auch Bilder zu haben die eventuell sofort weiter gegeben werden können. Als sehr gelungen finde ich hier die Funktion der Filmsimulationsreihe, welche sich sehr schnell über den Ring unter dem ISO-Rändelrad anwählen läßt - so kann man bei jeder Aufnahme drei verschiedene Filmsimulationen mit abspeichern die man vorher ausgewählt hat - bei Landschaften finde ich den Standard Film ausgezeichnet und bei Portraits kommt Astia unglaublich gut - aber auch Schwarz/Weiß mit erhöhten Schwarzwerten eignet sich für Portraits out of cam sehr sehr gut. Selbst-konfigurierte Filmsimulationen bzw. Farbeinstellungen lassen sich in den Custom-Settings abspeichern und über das Quick-Menü sehr schnell aufrufen - überhaupt ist die Fuji eine Kamera die sehr viele Konfigurationsmöglichkeiten, was den Bildlook angeht, erlaubt - diese Einstellungen greifen klarer Weise nur auf das Jpg. 

 

Wenn man Lightroom nutzt wird man etwas enttäuscht - hier lässt sich Adobe unglaublich viel Zeit um die Fuji RAWs endlich entsprechend zu behandeln - es ist zwar innerhalb des letzten Jahres einiges verbessert worden - nur gibt es andere RAW-Entwickler die zeigen was tatsächlich in den Fuji-RAWs steckt - man kann natürlich Lightroom nutzen um die Fuji-RAWs zu entwickeln - auch ich habe es so gemacht weil der Lightroom-Workflow für mich einfach bequem und gewohnt ist - ich gebe hier aber die Hoffnung nicht auf, dass mit einem der nächsten Lightroom Updates auch ein besserer Algorithmus für die Fuji RAF-Files kommt. 

 

Für mich ist die Fuji eine unglaublich gute on Location Cam und perfekt fürs Reisen - ich werde die Fuji demnächst auch ausführlicher im Studio testen und euch natürlich davon berichten.

 

Fazit: Die Fuji X-T1 begeistert mit einem hübschen Retro-Design und sehr guter Verarbeitung - das klassische Bedien-Konzept mit Blendenring und den Rändelrädern für ISO, Verschlusszeit und Belichtungskorrektur macht Spaß und erlaubt eine schnelle Arbeitsweise. Die Farbdarstellung des X-Trans Sensors ist einzigartig - mit Filmsimulationen die weiter konfigurierbar sind gelingen atemberaubende Bilder "out of cam". Bleibt zu Wünschen, dass es in Zukunft mehr Zubehör am Blitzsektor gibt und dass die Fuji-RAWs bald besser von Adobe Lightroom unterstützt werden. Der größte Vorteil ist sicher die enorme Gewichtsersparnis gegenüber einem klassischen Spiegelreflex-Kamerasystem, bei sehr guter Bildqualität - die XF-Objektive für die Fuji sind herausragend - für mich als People-Fotograf ist das absolute Highlight das XF 56mm 1.2 R - die maximale Offenblende von 1.2 ist hier wirklich sehr gut verwendbar - der Bildlook der sich dadurch ergibt einfach genial.

 

++ Verarbeitungsqualität, Design, Bildqualität, Objektivpalette, Farbdarstellung, sehr exakter Autofokus

  + großer Sucher, Handling

  - Raw-Verarbeitungsgeschwindigkeit, wenig Blitzzubehör erhältlich, kein HSS möglich

 

Die Fujifilm-School bietet eine Reihe von Workshops an bei denen man auch die Möglichkeit hat sich eine Fuji-Kamera zum Testen auszuborgen. Das gesamte Workshopangebot von fotopraxis.at findet ihr hier.

 

Im Folgenden einige Beispielbilder die mit der Fuji X-T1 und verschiedenen Objektiven gemacht sind - RAW-Entwicklung mit Lightroom und Beauty Retusche mit Photoshop. Bei allen Bildern sind auch die Exif-Daten angegeben.

 

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Neuerlicher Erfolg bei den FEP Europameisterschaften

Blue © Michael Schnabl
Blue © Michael Schnabl
Mirjam © Michael Schnabl
Mirjam © Michael Schnabl

Bereits in den letzten Jahren konnte ich so einiges an Awards beim European Professional Photographer of the Year Award gewinnen - in diesem Jahr gab es einen Distinction (Silver) Award für das Bild "Blue" mit Model Vanessa Tomaschej sowie einen Merit (Bronce) Award für das Bild "Mirjam" mit Model Mirjam Sadovnik.


Mit diesen zwei Auszeichnungen sind es nun insgesamt zehn Awards bei diesem wichtigsten Europäischen Fotowettbewerb für Profifotografen. In den Jahren 2011 - 2016 konnte ich hier 1 x Gold, 5 x Silber und 4 x Bronze für Einzelbilder gewinnen. In zwei Kategorien, Fashion und Illustration schaffte ich in diesem Jahr den Einzug ins Finale mit der Gesamteinreichung und somit die Nominierung zum European Professional Photographer of the Year. 

Was mich besonders freut ist, dass außer mir zwei weitere Grazer, die ich beide persönlich kenne und sehr schätze, Awards bei diesem Bewerb gewinnen konnten.

Artikel in der Kleinen Zeitung vom 17. März 2016
Artikel in der Kleinen Zeitung vom 17. März 2016

Garfield Trummer wurde mit einem Gold Award in der Kategorie Portrait ausgezeichnet und Mathias Kniepeiss räumte in diesem Jahr richtig ab. Für mich sind Bewerbe dieser Art ein wichtiges Instrument um mich international zu messen und die Qualität meiner Arbeit im Vergleich mit anderen einstufen zu können. Zugleich sind diese Erfolge aber auch Ansporn die Leistung ständig zu verbessern um weiterhin mit den besten Fotografen Europas mit zu halten - auf jeden Fall macht es mir ganz viel Spaß und natürlich ist es auch eine Riesenehre für mich bei internationalen Bewerben ausgezeichnet zu werden.

 

Online Artikel Kleine Zeitung

Gewinner Galerie Kategorie Illustration auf der Seite der FEP

Gewinner Galerie Kategorie Fashion auf der Seite der FEP

 

Die Models von beiden Gewinnerbildern stammen übrigens beide von der selben Modelagentur (Jademodels International Management), sind beide in Kärnten zu Hause und wohnen noch dazu in der selben Gemeinde (Globasnitz).

fotopraxis.at - Fotowettbewerb 2016

In den Workshops von fotopraxis.at entstehen viele grandiose Bilder - wir denken, es wäre fantastisch diese in einer großen Bildergalerie zu sammeln. Deshalb würden wir uns freuen, wenn ihr uns eure besten Bilder, entstanden in Fotoworkshops von fotopraxis.at, sendet. Und damit diese Mühe nicht ganz vergebens ist, wollen wir euch auch einen Anreiz bieten. Für die drei besten Bilder gibt es coole Preise in Form von Workshop-Gutscheinen!

Für die drei besten Workshop-Bilder aus 2016 gibt es folgende Preise.

 

  1. Preis: ein € 300,00 Gutschein*
  2. Preis: ein € 200,00 Gutschein*
  3. Preis: ein € 100,00 Gutschein*

* einlösbar für alle Leistungen von fotopraxis.at !

 

Wie müssen die Bilder eingesendet werden?

  • Format jpg
  • Dateiname: Vorname_Nachname_Bildtitel_laufende Nr.jpg (Beispiel: Max_Mustermann_Sofie_001.jpg)
  • Bildgröße: längere Seite 1300 px
  • max. 700 kb
  • Einsendungen bitte per Mail mit dem Betreff "contest 2016" an workshop@fotopraxis.at
  • kein Logo auf den Bildern - Name des Fotografen wird in der Bildbeschreibung genannt
  • keine Rahmen

Das Thema ist völlig frei. Alle Bilder aus den Workshops und Einzelcoachings 2016 sind zugelassen. Bearbeitete Bilder und Composings können gerne eingereicht werden - einzige Voraussetzung ist, dass das Hauptmotiv auf einem fotopraxis.at Workshop entstanden ist. Lasst eurer Kreativität freien Lauf! Ihr könnt so viele Bilder wie ihr möchtet einreichen, um eure Chancen zu verbessern.

Die Gewinner werden im nächsten Schritt von einer fünfköpfigen Fach-Jury ermittelt.  Die Jurierung findet in der letzten Kalenderwoche 2016 statt. Bis Mitte Jänner 2017 werden die Gewinner dann bekanntgegeben und die Gutscheine verschickt.. 

 

Wir freuen uns schon jetzt auf unglaublich viele atemberaubende Bilder von euch. Einsendungen werden ab sofort entgegen genommen.

 

Einsendeschluss: 23.12.2016

 

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Eine Barablöse der Gutscheine ist nicht möglich. Teilnahmeberechtigt sind alle Bilder, die in Workshops von fotopraxis.at im Jahr 2016 entstanden sind. Die Bilder  dürfen von Michael Schnabl photography und fotopraxis.at auf Websites und sozialen Medien verwendet werden - alle eingesandten Bilder werden in einer Online-Galerie präsentiert - die besten Bilder werden unter Nennung des Fotografen/der Fotografin auch in sozialen Medien präsentiert.

TV-Bericht in ORF Steiermark heute

Nach den Vogue.it Veröffentlichungen, zahlreichen Zeitungsartikeln und mehreren internationalen Awards wurde auch der ORF auf Michael Schnabl aufmerksam. Robert Sturmer brachte im Wetterteil von Steiermark Heute einen kleinen aber sehr feinen Bericht.

Zweite Veröffentlichung in der Vogue.it 

Vogue Italia online Veröffentlichung

Zwei Wochen nach der ersten Veröffentlichung wurde ein zweites Bild aus dem Shooting mit Mirjam Sadovnik auf Mallorca in die elitäre Online Fotogalerie der Vogue Italia aufgenommen. Die fesche Kärntnerin die bei Jademodels unter Vertrag steht wurde gerade auch zu Kärntens nächstem Topmodel gekürt und steht diesen Sonntag im Hotel Panhans im Finale für Österreichs nächstes Topmodel. Agenturchef Dominik Wachta hat ein sehr feines Gespür wenn es um Nachwuchsmodels geht - viele Models brachte er ja schon auf die führenden Fashion-Bühnen dieser Welt; wie z.B. die New York Fashion Week uvm..


Die zweite Veröffentlichung in der Vogue online brachte enormes Medienecho nach sich. Es erschienen Print Artikel in der Kleinen Zeitung Kärnten in der Kärntner Woche und auch in der Kärnten Ausgabe von der Tageszeitung Österreich. Zahlreiche online Magazine und Zeitungen in Österreich und Deutschland berichteten ebenfalls von dem Shooting welches auf Initiative von Dominik Wachta hin, in einer alten Weinfabrik auf Mallorca, statt fand.


Situation in Spielfeld - jeden Tag tausende Flüchtlinge

Flüchtlinge in Spielfeld © Michael Schnabl
jeden Tag kommen tausende neue Flüchtlinge nach Spielfeld

Nach meinen ersten beiden Blog-Artikeln zu meinen Besuchen in Spielfeld bekam ich sehr viele positive Reaktionen, teils von Menschen die ich bis dato nicht kannte - es gab aber auch so einige negative Kommentare und Nachrichten in meinem Posteingang - manche haben mir daraufhin sogar die Facebook-Freundschaft gekündigt. Die negativen Äußerungen gingen vor allem in die Richtung ich wolle die Menschen mit meinen Fotos manipulieren und zeige nicht das tatsächliche Geschehen. Nun, natürlich ist ein Foto immer ein Ausschnitt aus dem Gesamtgeschehen, deshalb versuche ich auch immer Übersichtsfotos einzubauen. Andere beschwerten sich, ich würde zu viele Frauen und Kinder fotografieren und dadurch falsche Informationen vermitteln - möglicherweise ist dies tatsächlich ein Motiv welches mich persönlich bewegt und dadurch von mir öfter fotografiert wird, aber die Anzahl der Frauen und Kinder hier an der Grenze zu Spielfeld ist ungewöhnlich hoch und nach meinem Empfinden von Besuch zu Besuch gestiegen.


Am 31.10.2015 war ich nun zum dritten Mal direkt in Spielfeld an der Grenze um mir weiter ein eigenes Bild zu machen - diesmal in Begleitung von Reporterin Katharina Freidl. Wir wurden am Weg zu den Flüchtlingen diesmal sehr oft von der Polizei kontrolliert - mehrfach wurde nach dem Presseausweis gefragt und von woher wir kommen. die Polizeipräsenz ist zumindest nach meiner Wahrnehmung deutlich gestiegen im Vergleich zu vorangehender Woche. Die Organisation des Grenzübertritts der Flüchtlinge wurde ganz offensichtlich ständig verbessert um Tumulte und Drängerei einzudämmen - im vorderen Bereich sind die Flüchtlinge in ca. busgruppengroße Schleusen unterteilt - kommt man weiter in Richtung slowenische Grenze verschlechtert sich allerdings der Gesamteindruck. Es liegt hier sehr viel Dreck am Boden - unzählige Decken, Speisereste, Plastikbecher - der Geruch der in der Luft liegt ist nicht besonders angenehm und das bei ein paar Grad über null - im Sommer bei 30 Grad würde es wahrscheinlich bestialisch stinken - bei geschätzt weit über 100 Dixie-Klos die herum stehen und tausenden Menschen die sich seit vielen Tagen nicht waschen konnten auch nicht weiter verwunderlich. Der äußerliche Zustand der Menschen hier hat sich seit meinem letzten Besuch stark verschlechtert - sah man vor einer Woche noch recht viele die fast schon gut gekleidet und relativ sauber waren so ist nun die Kleidung der Flüchtlinge zumeist stark verschmutzt und schäbig - in vielen Gesichtern sieht man Verzweiflung, in anderen Lethargie - die wenigsten machen einen hoffnungsvollen Eindruck. Hier im hinteren Bereich ist die Stimmung etwas aufgeladener als vorne wo die Flüchtlinge dann schon mitbekommen, dass es nicht mehr so lange dauern wird, bis sie einem Bus zugewiesen werden. Hier müssen die Flüchtlinge stundenlang am kalten Boden sitzen - wenn sie aufstehen werden sie von den Polizisten sofort wieder im Befehlston aufgefordert sich hinzusetzen. Man merkt den Polizisten die Anspannung in diesem Bereich an - wir sprechen mit einigen von ihnen die uns sagen dass die Situation zwar großteils ruhig ist, aber man nie wissen könne was im nächsten Augenblick passiert - wenn 1000 Menschen oder mehr plötzlich anschieben, mit unzähligen kleinen Kindern darunter, dann kann man dieser Situation nicht mit sturer Gewalt gegenüber treten - um dies zu vermeiden wird jede kleinste aufkeimende Unruhe unter den Wartenden im Keim erstickt.


Hauptsächlich kommen Syrer und Afghanen


Die Einsatzkräfte erzählen uns dass ein normaler Dienst 24h dauert - manche berichten auch, dass Dienste teilweise über 30h dauerten - viele von ihnen wirken leicht gereizt, versuchen aber trotz Müdigkeit und Dauerstress ihre Arbeit möglichst korrekt zu verrichten. Sie erzählen uns dass hauptsächlich Syrer und Afghanen kommen - aber auch Iraker und Iraner - die Syrer seien die vorbildlichste Flüchtlingsgruppe, zumeist gebildet, fast alle sprechen Englisch und es gibt mit ihnen keinerlei Probleme - anders verhalte es sich mit der Gruppe der Afghanen - hier spricht fast niemand englisch und sie treten offensichtlich teilweise aggressiver auf - kleinere Gruppen von Afghanen sorgen immer wieder für brenzlige Situationen - so gibt es teilweise Raufereien unter ihnen aber auch vereinzelte Schlägereien zwischen Afghanen und Syrern - die Nerven liegen also teilweise blank - großteils sei die Situation aber unter Kontrolle und diesen Eindruck hat man auch an diesem Tag. Wenn man beobachtet wie der Großteil dieser Menschen völlig ruhig die unangenehme Wartesituation in der Kälte erträgt dann bekommt man eher den Eindruck, dass hier alles völlig friedlich verläuft - aber natürlich muss man auch verstehen, dass manche Menschen in Extremsituationen ausrasten und dass sich daraus eine gefährliche Gruppendynamik entwickeln kann.


Für viele ist der Flüchtlingsanstrom ein willkommenes Geschäft


Wir hören, dass Taxifahrer teilweise bis zu 1600 euro für eine Fahrt nach Salzburg kassiert haben - hier wollten sich einige auf Kosten der Not anderer eine goldene Nase verdienen - mittlerweile gibt es Fixpreise die auf notdürftig angefertigten Plakaten auch ausgehängt sind. Die Flüchtlinge die selbst für ihren Transport aufkommen wollen, werden von der Polizei und dem Bundesheer durch eine eigene Schleuse zu den wartenden Taxis gebracht - es wird kontrolliert ob sie auch Geld haben - eine Frau zieht aus ihrem BH einen dickes Bündel 50 euro Scheine - ja, viele Flüchtlinge haben Geld bestätigt uns ein Polizist, sie haben auch Handys oder teilweise für eine Flucht völlig sinnlose Dinge wie Haarglätter im Gepäck. Für die Taxifahrer sind die Flüchtlinge, nach vielen Jahren mit schlechten Einnahmen, ein willkommenes Geschäft. Ein junger Mann vom Bundesheer erzählt uns von einem Pizza-Lieferservice auf slowenischer Seite der seine Pizzas um 25 Euro pro Stück verkaufte - manche schrecken anscheinend vor nichts zurück. Ja und die Firma welche die Dixie-Klos hier aufstellt und betreibt wird sich in diesen Wochen wohl den Umsatz ihres Lebens erwirtschaften.


Immer mehr Frauen und Kinder unter den Flüchtlingen


Der Anteil der Frauen und Kinder unter den Flüchtlingen ist in den letzten Monaten ständig gestiegen - das sieht man ganz offensichtlich und es wird auch so von offizieller Stelle bestätigt. Die Bilder machen betroffen - manche Kinder lachen und spielen so als wäre alles in bester Ordnung - tiefe Ringe unter ihren Kinderaugen machen aber schnell klar, dass auch sie unter den Belastungen gelitten haben - es gibt aber auch weinende Kinder, sehr viele Babys - ihre Mütter versuchen sie mit Decken warm zu halten - sehr viel Elend wenn man genauer hin schaut - wir kommen mit einer Familie näher ins Gespräch - eher mit Händen und Füßen als verbal - sie sprechen kaum englisch - aber ein Lächeln versteht man immer und die zwei Mädchen lächeln uns unentwegt an - auch die Mutter schenkt uns immer wieder ein schüchternes Lächeln - Katharina gibt den beiden ein paar Süßigkeiten und wird mit strahlenden Kinderaugen belohnt - die Mutter bürstet im Anschluss einem der Mädchen die Haare - selbst in den schlimmsten Situationen wird noch versucht ein wenig Normalität zu bewahren. Indessen beginnt eine ältere Frau die daneben sitzt bitterlich zu weinen - man spürt die Verzweiflung und die Ohnmacht.  Wenn man nur ein wenig auf diese Menschen zugeht merkt man, dass sie unglaublich freundlich darauf reagieren - fast schon dankbar - etwas das man hier nicht mehr kennt - ich habe in Österreich noch keinen Menschen erlebt der dankbar ist nur weil ich in anblicke oder mit ihm spreche - niemand begegnet uns mit Aggression. Als wir gehen ruft das eine Mädchen Katharina zu sich und schenkt ihr ein kleines Plüschherz auf dem mit großen Buchstaben "KISS" steht. 


Meine Eindrücke aus drei Besuchen an der Grenze und unzähligen Gesprächen mit Einsatzkräften, Helfern und Flüchtlingen - die überwiegende Mehrheit der Flüchtlinge verhält sich absolut ruhig und diszipliniert selbst in schwierigen Situationen - es gibt laut den Einsatzkräften vereinzelt kleinere Schlägereien wobei diese angeblich nie von den Syrern ausgehen die als vorbildlichste Gruppe bezeichnet werden. Wenn man mit den Flüchtlingen den Kontakt sucht stößt man nur auf freundliche Reaktionen und die Kinder sind absolut offen und kontaktfreudig. Die Einsatzkräfte von Polizei und Bundesheer sowie das rote Kreuz, Caritas und andere Hilfsorganisationen leisten vorbildliche Arbeit sind aber teilweise ausgelaugt und gestresst - die Gesamtsituation ist geordnet und gut organisiert - gröbere Zwischenfälle wie das Ausbrechen größerer Flüchtlingsgruppen wurden in der letzten Woche keine mehr verzeichnet.

Flüchtlingskinder in Spielfeld

Bereits gestern hatte ich ja beschlossen heute wieder nach Spielfeld zu fahren um weitere Eindrücke von der Situation vor Ort zu sammeln. Die Reaktionen auf meinen ersten Blogartikel waren in der Mehrzahl positiv - es gab aber auch einige Anfeindungen weil ich nichts von chaotischen Zuständen berichtete - diese waren laut Erzählungen am Donnerstag und am Freitag - an diesen Tagen war ich nicht vor Ort und ich will mich darauf beschränken das zu berichten was ich tatsächlich persönlich wahrnehme.

Nun heute musste ich zwei Polizeikontrollen passieren um bis an die Grenze vor zu kommen - am Weg dorthin waren mehr Bundesheerfahrzeuge zu sehen und schon aus einiger Entfernung war klar, dass die Situation um ein vielfaches besser war als am Samstag.

 

Große Bereiche an denen gestern noch hunderte Flüchtlinge standen und die vor Müll strotzten waren wie leergefegt - kaum noch Müll und deutlich weniger Flüchtlinge direkt vor der Grenze - die Einsatzkräfte hatten von einem Tag zum nächsten das Schleusensystem um ein vielfaches verbessert - der ganze Platz wirkte nun gut organisiert und fast schon aufgeräumt. Die Flüchtlinge selbst, wie schon am Vortag überraschend ruhig - keine Tumulte, keine Aggression - ich denke die gute Organisation wie sie mittlerweile herrscht kommt mit den derzeit ankommenden Flüchtlingen gut klar - auf der slowenischen Seite soll es weitaus schlechter aussehen - nur da war ich nicht deshalb kann ich darüber auch nichts Genaueres berichten. Ich habe wieder mit einigen Leuten vor Ort gesprochen - einem italienischen Fernsehteam, mit einem Türken der freiwillig hilft und mit Bundesheer Soldaten - sie alle bestätigten mir dass die verbesserte Schleusenorganisation gut funktioniere und das die Situation derzeit ruhig und unter Kontrolle ist. Für Mitte der Woche werden wieder größere Flüchtlingszahlen erwartet - ob das System auch dann noch funktioniert bleibt abzuwarten. Die Taxiarmada ist inzwischen verschwunden - das Ministerium hat diese Möglichkeit der Privatbeförderung für Flüchtlinge abgestellt - man sieht hier überall, dass mit großem Aufwand versucht wird Struktur und Ordnung in die Situation zu bringen und derzeit gelingt es; zumindest hier in Spielfeld. 

 

Ich habe heute besseres Fotoequipment mit und schieße ein paar Fotos - ein paar spielende Flüchtlingskinder sehen mich und kommen auf mich zu - sie wollen fotografiert werden, haben großen Spaß daran für mich zu posieren - danach kommen sie an die Absperrung und schauen sich die Bilder bei mir am Kameramonitor an - sie lachen laut vor Vergnügen - wie leicht ist es doch diesen Kindern eine Freude zu bereiten - sie strahlen mich an, ein kleiner Junge sagt "thank you" zu mir. Ich kämpfe mit den Tränen - das waren auch wundervolle Augenblicke für mich - am liebsten hätte ich an Ort und Stelle ein Kind aufgenommen - natürlich geht das nicht und so verabschiede ich mich von den Kindern. Auch heute konnte ich keine negativen Erfahrungen von Spielfeld mit nehmen - es war sicher ein besonders ruhiger Tag hier. Für Mitte der Woche wenn wieder ein größerer Ansturm erwartet wird habe ich mir bereits vor genommen wieder vorbei zu schauen.


Hier gehts zum Bericht vom Vortag ...

Flüchtlinge in Spielfeld

© Michael Schnabl
Es sind viele Kinder und Frauen unter den Flüchtlingen

Seit vielen Wochen Wochen verfolge ich alle Nachrichten zur Flüchtlingssituation - war es in den vergangenen Wochen vor allem Nickelsdorf wo die Flüchtlinge zu tausenden über die Grenze kamen, so hat sich dieser Ansturm nun auf Spielfeld an der steirischen Grenze zu Slowenien verlagert.

 

Da die Berichte zur Situation sehr widersprüchlich waren, wollte ich mir einmal selbst ein Bild über die Situation machen und bin ganz einfach nach Spielfeld gefahren. Zeitungsberichte und Facebook-Meldungen sind eine Sache - es mit eigenen Augen zu sehen und zu beurteilen eine ganz andere - ja und für mich die einzig ausschlaggebende nachdem den Medien entweder ein Hang nach Rechts oder Links anzumerken ist und ich immer das Gefühl hatte, dass so mancher Artikel ganz einfach Stimmung in die eine oder andere Richtung machen wollte.

 

Auf meinem Weg nach Spielfeld fuhr ich bereits in Leibnitz ab um die letzten Kilometer auf der B67 zurück zu legen - hier gab es ja in den letzten Tagen so einige Meldungen von auf der Straße laufenden Flüchtlingsgruppen bis hin zu Schreckensmeldungen über Geschäftsplünderungen (diese stellten sich in kürzester Zeit als einfach erfunden heraus). Südlich von Leibnitz kamen mir vereinzelt erste kleinere Flüchtlingsgruppen entgegen - zumeist Männer - auch ein Gruppe von ca. zehn unbegleiteten Kindern im Alter von 12-14 Jahren war unterwegs - auf der Straße ging niemand an diesem Tag - die Leute gingen dahin wie bei einem Volkswandertag - vor einem Geschäft hatten ein paar Einheimische einen Stand aufgebaut mit Bananen und Wasser - wie eine Labestation bei eben einer solchen Veranstaltung - das Bild wirkte fast schon bizarr auf mich. 

 

Angekommen im Spielfeld fuhr ich etwas im Ort herum - hier war ja ständig in den Medien von herumirrenden Gruppen die Rede - ok, ich konnte diese nicht finden - ein einziger Flüchtling war im Bereich des Bahnhofs - als er mich sah machte er sich sofort davon - der Ort selbst war eher gespenstisch ruhig - hie und da ein Taxi welches vorbeifuhr und nach Flüchtlingen Ausschau hielt - ein Hubschrauber der über der Gegend kreist und alle paar Minuten ein Polizeiauto. Ich machte mich dann weiter auf den Weg zum alten Grenzübergang, die netten Polizeibeamten ließen mich am Kreisverkehr Richtung Grenze ohne Schwierigkeiten durch nachdem ich ihnen kurz erklärte, dass ich Fotograf bin.

 

Nachdem ich mein Fahrzeug am Parkplatz hinter einer Armada von gut einhundert Taxis geparkt hatte ging ich zu Fuß weiter - mit dabei an diesem Tag nur meine Kompaktkamera - aber für ein paar Eindrücke vom Geschehen vor Ort sollte dies reichen. Am Weg sprach ich zwei Männer an, die mir erklärten sie kämen aus Afghanistan - ihr englisch war nicht besonders gut, aber sie machen einen irgendwie erleichterten Eindruck, waren unglaublich freundlich, auf keinen Fall schreckenserregend oder furchteinflößend. Der eine hatte eine schlecht vernähte leicht entzündete Wunde am Kopf - sie wirkten erschöpft und erklärten sie wollten nach Deutschland - auf meine Frage warum kam nur ein "Germany is good" und ein "sorry, no good English". Am Grenzübergang selbst dann sehr sehr viele Menschen die auf den Weitertransport warten - viele stehen einfach ruhig da, manche Sitzen und rauchen. Ich schaue mir die traurige Szenerie für ca. 30 Minuten an und mache ein paar Fotos - die Bilder die ich sehe machen mich unglaublich traurig - was haben diese Menschen bereits erleben müssen - was wird sie in Zukunft erwarten. Ich sehe in die Gesichter der Menschen und versuche mich kurz in die Lage der Flüchtlinge zu versetzen - ich denke wir dürfen unendlich dankbar sein in einem sicheren Land zu leben - ich kann hier keine Invasion sehen, wie manche uns glauben machen möchten - nein, ich sehe vor allem verängstigte Menschen, viel Leid und Not und weit mehr Frauen und Kinder als erwartet. Auf zwei vier- bis fünfjährige Mädchen mit lustigen Locken und süßen Gesichtern gehe ich langsam zu - vielleicht darf ich ja ein Foto von ihnen machen - sie hocken am Boden vor einem Bus der in Kürze abfahren wird - sie sehen zu mir hoch und ich lächle sie an - doch sie schrecken sich vor mir, in ihren Augen eine unglaubliche Angst - was müssen sie in ihrem so kurzen Leben schon alles erlebt haben - nach einem Foto frage ich gleich gar nicht mehr - dieser Blick war wie ein Schock für mich und ich werde mich an diese Situation wohl noch lange erinnern.

 

Zum Abschluss plaudere ich noch ein wenig mit ein paar Bundesheer Soldaten - "der Tag verlief bisher absolut ruhig" sagen sie mir, doch wenn es Nacht wird und die Kälte kommt rechnen sie wieder damit, dass die Flüchtlinge nervös werden und sich in Bewegung setzen wollen - ich kann es gut nachempfinden - eine Nacht auf kaltem Asphalt wenn die Temperaturen gegen den Gefrierpunkt gehen, legen ganz sicher die Nerven blank.

 

Was natürlich auffällt ist der Müll der überall herumliegt - Zelte, Decken, Plastikflaschen, Zigarettenpackungen - Unmengen von Dreck und Müll wohin man blickt, obwohl Reinigungskräfte permanent versuchen das schlimmste zu beseitigen - hie und da kommt der Wind vom Süden und bringt einen Geruch mit, der leicht an einen vorbeifahrenden Biomüllwagen erinnert - manche Einsatzkräfte tragen wohl deshalb Schutzmasken, andere wiederum nicht. Die wenigen Mistkübel die es gibt sind hoffnungslos überfüllt - auch am Weg zurück sehe ich relativ viel Müll entlang der Straße liegen - das ist wahrscheinlich auch ein Punkt der die Anwohner hier besonders stört und zugegeben das wahr auch der einzige Punkt der mit den Schreckensmeldungen die so durch die Medienlandschaft geisterten übereinstimmte. 


Ich hab mir vorgenommen in den nächsten Tagen wieder nach Spielfeld zu fahren - mehr Bilder zu machen und dann mit meiner besseren Ausrüstung - geplant ist dann eher gegen Abend zu kommen, denn da soll es am unruhigsten werden - an diesem Tag hab ich zwar viele Flüchtlinge gesehen, aber rein gar nichts von chaotischen und gefährlichen Zuständen - alle Flüchtlinge verhielten sich sehr ruhig und die Exekutive hatte die Situation völlig im Griff. Natürlich ist ein kurzer Besuch nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Gesamtgeschehen, deshalb werde ich auch von meinem nächsten Besuch ausführlich berichten.


Hier gehts zum Bericht vom Sonntag, 25.10.2015 mit vielen weiteren Fotos ...